Bild und Text werden oft getrennt behandelt. Bilder werden von Fotografen, Illustratoren sowie Grafikern, Texte dagegen von Textern, Journalisten und Redakteuren arbeitsteilig erstellt. Das führt dazu, dass sie oftmals schlecht aufeinander abgestimmt sind. Wirksame Verknüpfungen von Bild und Text dagegen erhöhen die Attraktivität der jeweiligen Botschaften, und sie verbessern zudem ihre Verständlichkeit oder ihre Überzeugungskraft.
Funktionsweise Bild und Text
Bild und Text sind zwei verschiedene Zeichensysteme, die unterschiedlich funktionieren. Während die Wahrnehmung von Bildern schnell, simultan und ganzheitlich erfolgt, geschieht die Wahrnehmung von Texten vergleichsweise langsam, linear und sukzessiv. Bilder sind damit wahre Blickfänger. Sie erzeugen eine emotionale Wirkung und bleiben jeweils gut in Erinnerung. Sie eignen sich besonders gut, um merkmalsreiche Objekte sowie deren Lage im Raum darzustellen. Die Wörter hingegen vermögen auch unsichtbare Dinge zu beschreiben, zum Beispiel die Ursachen, die Folgen oder auch eine Negation. Wer meint, ein schönes Bild reiche, um eine Botschaft zu transportieren, irrt in der Regel. Unterschiedliche Textinformationen zum gleichen Bild zeigen, dass es jedes Mal in einem etwas anderen Licht erscheint und sich andere Bedeutungen in den Vordergrund schieben.
Die Präzisierung von Botschaften – und die Reduktion der möglichen Bedeutungen eines Bildes auf die jeweils gewünschten – ist eine der wichtigsten Funktionen der sogenannten Bildlegenden. Der kurzen Texte, die unmittelbar beim jeweiligen Bild positioniert werden und sich visuell vom restlichen Text abheben.
Zusammenspiel Bild und Text
Wenn für das Verständnis einer Botschaft Bild und Text nötig sind, sollten sie nahe beieinander stehen, um unnötige Blicksprünge zu vermeiden. Wenn also ein Bild eine Textpassage exemplarisch zeigt, befindet es sich idealerweise nahe an der entsprechenden Textstelle, zumindest aber auf der gleichen Seite oder Doppelseite. Gut ist, wenn der Blick des Betrachters gelenkt wird und in Bild und Text nicht unnötig herumsuchen muss. Dazu dienen in Bildern Hervorhebungen wie Pfeile oder Bezugslinien, in Texten Zwischentitel oder Einfettungen. Zwischen Bild und Text werden auch gestalterische Orientierungshilfen eingesetzt wie etwa räumliche Zuordnungen oder gleiche Farben für Zusammengehöriges.
Foliendesign
Bei internen oder externen Präsentationen steht viel auf dem Spiel: Eine gelungene Präsentation kann vieles bewirken, eine schlechte entsprechend vieles verderben. Folien haben dabei die Aufgabe, die Vortragenden wirkungsvoll zu unterstützen. Meist umfasst der Foliensatz Bild und Text und oft wird er nicht von Profis erstellt. Da ist es für gestalterische Laien sinnvoll, in die eigene visuelle Kompetenz zu investieren.Vorlagen für eine einzelne, aber auch für mehrere verschiedene Präsentationen geben den Rahmen vor für alle Bild- und Textelemente auf den Folien. Sie definieren die Elemente, die immer gleich bleiben, etwa das Logo und seine Positionierung, visuelle Attribute wie Farbpaletten, Schriften und grafische Elemente oder die räumliche Strukturierung durch ein Raster.
So sehen verschiedene Präsentationen des gleichen Unternehmens immer ähnlich aus und dieses wird – ganz im Sinne eines Corporate Design – als Einheit wahrnehmbar. Für das Publikum hat ein durchgängiges Layoutraster zusätzlich den Vorteil, dass die Inhalte strukturiert und aufeinander abgestimmt sind und nicht willkürlich von Folie zu Folie herumhüpfen. Wenn aufeinanderfolgende Folien beispielsweise je Text und ein Diagramm enthalten, sollten die Achsen möglichst konstant bleiben, auch wenn die Daten sich ändern.
Textmenge
Bilder sind gedächtnis- und wirkungsstark. Anstatt Folien voller Text und Aufzählungen zu zeigen, lohnt es sich, mit einem visuellen Ansatz zu experimentieren. Insofern ähneln Folien kleinen Plakaten. Das Publikum soll die Aufmerksamkeit schnell wieder den Vortragenden zuwenden. Wenn die Folien zu viel Text enthalten, wird das Publikum eher die Folie lesen, als zuhören und die Vortragenden machen sich überflüssig (siehe Abb. 1).


