«Geschäftsreisen sind in unserem Unternehmen wichtig. Auch ich selbst bin viel unterwegs.» Aussagen wie diese gehören heute für viele Inhaber und Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen fast schon zum guten Ton. Die zunehmende Internationalisierung gerade der KMU haben Geschäftsreisen zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Zahlen belegen es: In der Schweiz haben Firmen im letzten Jahr rund drei Milliarden Franken für Geschäftsflüge ausgegeben. 85 Prozent dieses Volumens stammten von KMU.
Ausgaben steuern
Trotz dieser nummerischen Marktdominanz sind es gerade die Betriebe mit einem mittelgrossen Reiseaufkommen, denen das Bewusstsein für eine aktive Steuerung der damit verbundenen Ausgaben häufig abgeht. Damit wird eine grosse Chance verpasst. Fakt ist nämlich, dass sich die Reisekosten in jedem Unternehmen mittels einer aktiven Steuerung senken lassen.
Man unterscheidet bei Geschäftsreisen die beiden Bereiche «direkte» und «indirekte» Kosten. Direkte Kosten fallen für konsumierte Leistungen wie Flug, Bahn, Hotel, Mietwagen etc. an. Mit den indirekten Kosten sind sämtliche Prozesskosten für die Planung, Durchführung und Abrechnung einer Geschäftsreise gemeint. Die direkten Kosten machen rund 70 Prozent des gesamten Reisebudgets aus. Sie lassen sich mit einer professionellen Reiseorganisation (Travel Management) innert Monaten um 10 bis 20 Prozent reduzieren. Bei Flug und Hotel können sogar 25 bis 30 Prozent herausgeholt werden.
Auch die indirekten Kosten, welche beinahe ein Drittel des gesamten Reisebudgets von durchschnittlichen Betrieben ausmachen, lassen sich aktiv und positiv beeinflussen. Beispielsweise durch veränderte Buchungsabläufe, die Einführung von Firmenkreditkarten oder durch eine Professionalisierung der Reisekostenabrechnung.
Gesamtkonzept Mobilität
Doch die Umsetzung der notwendigen Massnahmen ist alles andere als ein Kinderspiel. In den meisten KMU lassen die Kostenstrukturen nicht zu, eine Person nur für die Organisation von Geschäftsreisen zu beschäftigen. Bei vielen Firmen kümmert sich deshalb die Assistentin des Geschäftsführers oder der Buchhalter um die Abwicklung des Reisegeschäfts. Nicht selten verlieren sie dabei jedoch den Überblick, können im Wirrwarr von gebuchten Leistungen keine Kostentransparenz herstellen oder bei der reisenden Belegschaft eine funktionierende Ausgabendisziplin etablieren.
Was konsumieren die Reisenden zwischen Ab- und Rückreise? Über welche Konten? Wie planbar sind Ausgaben für Flugtickets und Hotelzimmer über eine längere Periode? Welche Gebühren und Zusatzkosten kommen dazu? Solche Fragen überfordern viele Reiseverantwortliche in KMU, sind aber für das Budget von entscheidender Bedeutung. Oft ist es für sie ein Ding der Unmöglichkeit, eine saubere Reisekostenaufstellung zu erstellen. Stundenlang werden von Hand Belege zugeordnet und addiert. Die Fehleranfälligkeit dabei ist hoch.
Fachleute sind daher überzeugt, dass es sich für KMU in jedem Fall lohnt, ihre gesamte Reisetätigkeit einmal analytisch zu untersuchen und eine detaillierte Bedürfnisabklärung vorzunehmen. In diesem Zusammenhang spricht man dann von einem «Gesamtkonzept Mobilität».
