Strategie & Management

Unternehmenssteuerung

Wie erfolgreiche Zielsteuerung gelingen kann

Jeder Strategie liegt eine Zielsetzung zugrunde. Warum Unternehmen ihr Ziel am Ende häufig nicht erreichen, hat verschieden Ursachen. Eine ist die Qualität der Zielsteuerung. Eine Möglichkeit, diese zu verbessern, ist die OKR-Methode (Objectives and Key Results). Ein kurze Übersicht.
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Wo stehen moderne Unternehmen in puncto Zielerreichung? Elaboratum hat Kunden befragt, wie sie die Qualität ihrer Zielsteuerung einschätzen. Das Ergebnis war mit 3,6 auf einer Skala von 1 (nicht wirksam) bis 10 (sehr wirksam) eher ernüchternd. Wie kann die Zielsteuerung in Unternehmen verbessert werden? Mit der OKR-Methode (Objectives and Key Results) und dem FRAIM-Prozess.

Die häufigsten Gründe, warum Ziele nicht gemessen beziehungsweise nicht erreicht werden, sind:

  • Es liegen nicht alle Daten vor oder die Aufbereitung der Daten reicht nicht aus.
  • Wechselnde Strategien erschweren die Zielerreichung.
  • Die Zielerreichung wird zwar gemessen, aber die Ziele werden nie erreicht.
  • Vorbehalte der Mitarbeiter.
  • Vorbehalte gegen Ziel-Transparenz.

Prozess in vier Schritten

Eine erfolgreiche Zielsteuerung braucht praxiserprobte Methoden, die Menschen und Teams unter einem Ziel vereinen, und einen Prozess, zu dem sie sich austauschen und dem sie folgen können. Die OKR-Methode ist ein solcher, in der Praxis bereits vielfach erfolgreich angewandter Prozess. Sie besteht aus vier Schritten:

Vision und Werte

Die Basis jeder Zielsteuerung sollten Vision und Werte des Unternehmens sein. Sie sind das Fundament für eine gute ­Zielsteuerung. Visionen und Werte, wie zum Beispiel Gemeinschaftsgeist, Offenheit, Transparenz, Fehlerkultur, zu schaffen und zu leben, ist Teil jeder erfolgreichen Zielsteuerung.

Den eigenen Unternehmenszweck messbar machen

Unverzichtbar ist ausserdem die Defi­nition des Unternehmenszwecks. Das könnte zum Beispiel eine höhere Profi­tabilität sein. Definiert werden können auch mehrere Unternehmenszwecke. Mit dem sogenannten «abteilungsübergreifenden Zielsteuerungsboard» können diese festgehalten und die Ziele de­finiert werden, die auf den jeweiligen Unter­nehmenszweck einzahlen Verschie­dens­te Bereiche des Unternehmens können dann an der Erreichung dieser Ziele arbeiten.

Mitarbeiter in Zielerreichung integrieren

Hier kommen die OKRs, also die Objec­tives und Key Results, ins Spiel:

  • Objectives: Wo will ich hin?
  • Key Results: Welche Ergebnisse muss ich dafür erzielen?

OKRs helfen dabei, abstrakt formulierte Visionen in gut bearbeitbare Teilziele und -ergebnisse auf Team- und Mitarbeitendenebene aufzuteilen. Die Schlüssel­ergebnisse sind dabei konkrete, messbare Zahlen, die aussagen, ob die Objectives erreicht worden sind oder nicht.

Vorteile der OKR-Methode

OKRs bieten, im Vergleich zu klassischen Zielansätzen, unschlagbare Vorteile, die vor allem auf ihren agilen Werten basieren:

  • Im klassischen Zielsystem zählt nur das «Was» auf Jahresbasis. OKR betrachtet das «Was» und das «Wie», und zwar vierteljährlich und monatlich. 
  • Bei klassischen Zielsystemen hat jeder Mitarbeitende individuelle Ziele. Bei OKRs gibt es starke Transparenz, alles ist öffentlich und transparent. Jeder sieht, welche OKRs die Kollegen haben. 
  • Bei klassischen Zielsystemen sind Ziele eher risikovermeidend angelegt. Ziele sind zum Beispiel oft an die Vergütung gekoppelt. Bei OKR geht es darum, sich sehr ambitionierte Ziele zu setzen. 

Der agile Kern 

Die Agilität ist der Vorteil der OKR-Methode schlechthin – aus diesen Gründen:

  • Lernkultur: Statt «nur grün zu melden», kann mit OKRs ein Verständnis ­dafür entwickelt werden, was fehlt, um besser zu werden.
  • Wissen um den eigenen Beitrag: Eine transparente Zielsteuerung zeigt, wer wie auf das gemeinsame Ziel einzahlt, und steigert die gegenseitige Wertschätzung.
  • Betroffene zu Beteiligten machen: Durch die Abstimmung der OKRs gemeinsam mit den Mitarbeitenden erhöht sich die intrinsische Motivation ­aller Beteiligten.
  • Iterativer Fokus: Durch den Fokus auf die nächsten drei Monate wird Klarheit über die wichtigsten Aufgaben für die nächsten drei Monate geschaffen. Dadurch können auch Ressourcen priorisiert werden.

Prozess zum Gegensteuern

Trotz allem kann es vorkommen, dass ­die Ziele nicht erreicht werden. Auch die Gegensteuerung braucht einen Prozess: «FRAIM» 

Der «FRAIM»-Prozess sollte moderiert stattfinden und mit einem heterogenen Team, das die Zielerreichungen wie auch die Nicht-Erreichungen analysiert. Der «FRAIM»-Prozess läuft in diesen Schritten ab:

a) Finding: Welche Abweichungen zum Ziel wurden festgestellt?

b) Reason: Welche Ursachen sind für ­die Abweichung bekannt?

c) Action: Welche Massnahmen können die Abweichung bis zum nächsten Review reduzieren?

d) Impact: Welchen Effekt soll die Massnahme bis zum nächsten Review haben?

e) Manager: Wer verantwortet die Umsetzung der Massnahme?

So können strukturiert und gemeinsam die Ziele analysiert und Vorschläge zur Gegensteuerung erarbeitet werden. Unternehmen, die eine agile Zielsteuerung anstreben, stehen mit der OKR-Methode und dem «FRAIM»-Prozess zwei effiziente und Erfolg versprechende Werkzeuge zur Verfügung, die in ihrer Logik simpel und daher für alle Mitarbeitenden nachvollziehbar sind.

Elaboratum bietet zu diesen beiden Werkzeugen ein Digital-Seminar, das kostenlos on demand genutzt werden kann:
www.elaboratum.ch/news/digitalseminar-okr-zielsteuerung

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