Laut der Agenda 21, einem von 172 Staaten beschlossenen Leitpapier während der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) im Jahr 1992, gibt es drei Zieldimensionen einer nachhaltigen Entwicklung. Das sind die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die ökologische Verantwortung und die gesellschaftliche Solidarität.
Die Begriffserklärung
CSR, zu Deutsch die unternehmerische Gesellschaftsverantwortung, umschreibt den freiwilligen Beitrag der Privatwirtschaft zu dieser nachhaltigen Entwicklung mit den drei zugrunde liegenden Zielen. Das Modell von Archie B. Carroll (1991) teilt gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in vier Ebenen und erlaubt damit gleichzeitig die Unterscheidung zur reinen Philanthropie vorzunehmen:
- Die ökonomische Verantwortung besagt, dass ein Unternehmen mindestens kostendeckend wirtschaften muss.
- Die gesetzliche Verantwortung besagt, dass ein Unternehmen keinerlei illegalen Tätigkeiten nachgehen darf und auch die gesetzlichen Bestimmungen befolgen muss.
- Die ethische Verantwortung beschreibt die Anforderung an das Unternehmen, fair und ethisch über die bestehenden Gesetze hinaus zu handeln.
- Die philanthropische Verantwortung ist das karitative, gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens, das über die gesellschaftlichen Erwartungen hinaus reicht.
Eine international vereinbarte Definition von CSR gibt es nicht, und das Thema unterliegt einer dynamischen Weiterentwicklung. Da CSR jedoch per Begriff «business-driven» ist, steht die Verantwortung der Unternehmen, aus eigenem Antrieb aktiv zu werden und in ihren Geschäftsstrategien vermehrt Nachhaltigkeitsanliegen zu berücksichtigen, im Vordergrund. CSR ist auf der Führungsstufe anzusiedeln.
Die Philosophin Jane Jacobs (2005) erläutert, dass ein Unternehmen tugendhaft sein kann, wenn es eine Geschäftsmoral und den Willen zur kontinuierlichen Selbsterneuerung hat. Es geht darum, Verträge einzuhalten und das Vertrauen der Kunden durch Leistung und Zuverlässigkeit zu gewinnen. Es geht um den Willen zur Selbstverbesserung, um das Lernen aus Fehlern, um das Eingehen auf Bedürfnisse von Fremden und um das Interesse an neuem Wissen und seiner wirtschaftlichen Nutzung. Das alles sind Tugenden, die notwendig sind, um als Unternehmen langfristig erfolgreich sein zu können und zugleich Wohlfahrt zu schaffen.
Interessen der Unternehmen
Ein Unternehmen beansprucht nicht-monetäre Leistungen aus der Gesellschaft, wie Infrastruktur oder Bildungssysteme, und von ihnen wird deshalb gesellschaftliche Verantwortung als Gegenleistung erwartet. Auch eine freiwillig, nicht-normative Implementierung ist mit einem Nutzenzuwachs für das Unternehmen selbst begründet und erhöht Reputation, Vertrauen oder Mitarbeitermotivation.Dr. Philipp Aerni (Direktor des Zentrums für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit (CSSR) Universität Zürich / VCU-Jahrestagung 2014 / Uniapac-Kongress) bringt das Thema mit dem Beispiel des italienischen Unternehmers Adriano Olivetti (Produktionsbetrieb für Schreibmaschinen, Rechner und Computer) auf den Punkt: Für den Pionier war klar, dass sich niemand den Kräften der Globalisierung entziehen kann. Olivetti agierte intrinsisch und seinem persönlichen Sinn treu. Ein innovatives und gut geführtes Unternehmen war für ihn eine kulturelle Errungenschaft und weit mehr als Profitgedanken.
Was im Wort selbst steckt, wird mit dem Beispiel Olivetti’s deutlich: Jede Unternehmung ist heute gefordert, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Damit der erzielte Nutzen erreicht und kommunikativ verwertet werden kann, gilt es aber einige Faktoren zu beachten.
