Strategie & Management

Aus- und Weiterbildung VI

Weiterbildung: Wie Kooperationen Erfolg bringen

Um die Komplexität der aktuellen Herausforderungen zu meistern, sind Kooperationen ein möglicher Lösungsansatz. Insbesondere auch für KMU öffnet diese Zusammenarbeitsform Wege, um sich gemeinsam auf dem Markt zu positionieren, sich weiterzuentwickeln und neue Kunden zu gewinnen.
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Kooperationen ermöglichen, Know-how zu bündeln, Synergien zu nutzen, Umsätze zu steigern, neue Kunden und Marktanteile zu gewinnen, den Bekanntheitsgrad zu steigern, die Marke und das Image zu stärken, das Angebot zu erweitern, neue Absatzmärkte und Vertriebskanäle zu erschliessen sowie Kosten zu sparen. 

Eine Triple-win-Situation

Die Kooperationspartner ergänzen sich gegenseitig, profitieren von den Kernkompetenzen des andern und können Produkte und Dienstleistungen mit einem optimalen Kundennutzen entwickeln und anbieten. Somit wird eine Triple-win-Situation erreicht, in der alle drei Parteien profitieren: der Kunde sowie die beiden Kooperationspartner.

Über die Kommunikationsmassnahmen beziehungsweise Werbung und den gemeinsamen Marktauftritt werden neue, potenzielle Kunden angesprochen und auf das Angebot aufmerksam gemacht. Durch die Sogkraft, welche die bei der jeweiligen Zielgruppe bekannte Marke ausübt, wird die weniger bekannte Marke wahrgenommen, mit­gezogen und positioniert.

Prämissen für Zusammenarbeit

Den geeigneten Kooperationspartner finden

Wenn Unternehmen eine Kooperation eingehen, sollten vorgängig einige Fragen geklärt werden:

  • Passen die beiden Unternehmen, 
  • Produkte zueinander?
  • Ergänzt sich das Know-how der 
  • Unternehmen?
  • Haben sie die gleiche Wertehaltung?
  • Sind sie komplementär?
  • Stehen sie in direkter Konkurrenz? (von einer Kooperation absehen)

Damit eine Kooperation erfolgreich aufgebaut werden kann, müssen die finanziellen Aspekte sowie die Zuständigkeiten schriftlich geregelt werden, um zu definieren, wer welche Kompetenzen, Auf­gaben und Verantwortlichkeiten übernimmt.

Vertrauen als Grundlage

Bei jeder Kooperation schwingt trotzdem immer eine Verlustangst mit. Denn durch «Nehmen und Geben» besteht das Risiko, eines der wertvollsten Güter einer Organisation zu verlieren; nämlich die Eigenständigkeit. Daher ist das gegenseitige Vertrauen die Grundlage einer funktionierenden Kooperation. Wird dieses Vertrauen missbraucht, bricht die Kooperation unweigerlich auseinander. 

Damit eine Kooperation zielführend ist, muss kontinuierlich an dieser «Beziehung» gearbeitet werden. Schwierige Punkte müssen offen angesprochen und ausdiskutiert und Missverständnisse geklärt werden. So bleibt es spannend, die Partner bewegen sich vorwärts in neue Bereiche und profitieren voneinander. 1 + 1 ergibt dann eben plötzlich mehr. Auf diesen Mehrwert fokussierten Edupool.ch und Swissmem, als sie sich für die Entwicklung einer Weiterbildung für Mitarbeitende, die an der Schnittstelle zwischen Produktion und Administration tätig sind, zusammengeschlossen haben.

Beispiel aus dem Bildungswesen

Neben den künftigen Teilnehmenden profitieren auch die beiden Partner vom Mehrwert, der durch diese Kooperation entsteht. Denn damit eine Kooperation zielführend ist, muss jeder Partner etwas Eigenständiges einbringen. Im Beispiel der Weiterbildung Sachbearbeiter/-in Technik verfügt Edupool.ch über das Fachwissen aus dem kaufmännischen Umfeld und Swissmem über das Know-how aus dem technischen Bereich. So werden komplementäre Kompetenzen zusammengefügt.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine nicht paritätische Kooperation. Edupool.ch führt den Bildungsgang konzeptionell und hat somit den Lead. Für den Erfolg des Projekts ist es jedoch wesentlich, dass der Partner, also Swissmem, diese Konstellation unterstützt und das Produkt vollumfänglich mitträgt. Gegenseitiger Respekt, Sympathie und ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit sind unabdingbare Voraussetzungen, damit in Konfliktsituationen gemeinsame Wege und Lösungen gefunden werden können. Nach einer rund einjährigen Entwicklungsphase entstand ein gemeinsames Angebot

Ein gemeinsames Angebot

Schweizer Industrieunternehmen sind im globalen Markt dafür bekannt, dass ihre Produkte höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen. Hohe Qualität lässt sich nur erreichen, wenn die internen Prozesse genau definiert sind, regelmässig überprüft und notfalls rasch korrigiert werden. Die Kundenerwartungen sollen erfüllt und wenn möglich sogar übertroffen werden. Unternehmerinnen und Unternehmer erreichen hohe Qualität in ihren Betrieben, wenn Mitarbeitende mit Engagement und Freude hochpräzise Güter herstellen und sich mit ihrer Arbeit identifizieren.

Die gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordern von allen Beteiligten im Unternehmen eine grosse Bereitschaft, über Abteilungsgrenzen hinweg die besten Lösungen für ihre Kunden zu finden. Um solche Lösungen rasch und in der gewünschten Qualität zu erreichen, müssen Unternehmensprozesse digitalisiert werden. Das macht die Abläufe effizient, sicher und meist noch schneller. Dafür benötigt man entsprechend gut ausgebildete Mitarbeitende. 

Diese Fachpersonen sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt, denn die Industrie kämpft weiterhin mit einem Fachkräftemangel. Das Problem lässt sich teilweise lösen, indem die Betriebe ihre Belegschaft selbst stetig weiterbilden resp. in Fortbildungen schicken, um Fachpersonen besser und bedarfsgerecht zu qualifizieren. 

Effizienzsteigerung erzielt

Gute Kenntnisse bei der Administration über Fertigungsprozesse und Abläufe in der Werkstatt schaffen Zufriedenheit gegen innen und aussen, also auch bei der Kundschaft. Die Administration benötigt deshalb Arbeitskräfte, die die technischen Eigenschaften und Prozessschritte in der Produktion genau kennen. Dadurch können Abläufe in der Administration optimiert werden. 

Der Bildungsgang Sachbearbeiter/-in Technik legt grossen Wert darauf, den Teilnehmenden den gesamten Wertschöpfungsprozess eines Unternehmens zu vermitteln. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge wie auch technische Fragestellungen stehen dabei im Fokus. Bei der Entwicklung des Bildungsgangs wurde darauf geachtet, die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden zu stärken. 

Sachbearbeiter Technik sind in der Lage, in ihrem Fachgebiet selbstständig Lösungen und Antworten für aktuelle Problemstellungen zu erarbeiten. Sie leiten Projekte und behalten stets die Anforde­rungen des gesamten Unternehmens im Auge. Durch ihre Tätigkeit tragen sie zur Steigerung der Produktivität im Unternehmen bei.

Die Fortbildung

In erster Linie richtet sich diese Fort­bildung an Berufsleute mit einem tech­nischen Hintergrund mit dem Ziel, ihr Know-how im administrativen Bereich zu vertiefen und zu erweitern. Personen mit einem Lehrabschluss oder Praktikerinnen und Praktiker mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung, sei es im technischen oder im kaufmännischen Bereich, sind ebenfalls angesprochen. Neugierde und Freude an der persönlichen Weiterentwicklung sowie der Wille, sich mit Eigeninitiative dem Selbststudium zu widmen, sind wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss dieser einjährigen, berufsbegleitenden Weiterbildung. 

Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmenden das schweizweit anerkannte und von Swissmem und dem Kaufmännischen Verband Schweiz mitunterzeichnete Diplom «Sachbearbei­ter/-in Technik edupool.ch». Während der Fortbildung stärken die Studierenden ihre fachlichen Kompetenzen in Produktions- und Qualitätsmanagement. Sie beschäftigen sich mit Selbstmanagement und vertiefen ihr Wissen in Mathematik sowie in Deutsch. Projekt- und Prozessmanagement werden praxisorientiert unterrichtet. 

Praxisnahe Weiterbildung 

Die Entwickler des Bildungsgangs wollen dazu beitragen, dass sich Mitarbeitende im Produktionsumfeld praxisnah weiterbilden. Teilnehmende fördern ihre Kompetenzen, um sich souverän und eigenverantwortlich an der Schnittstelle zwischen Produktion und Administration zu bewegen. Führungskräfte erhalten Mitarbeitende, die für das ganze Unternehmen, die Stakeholder und die Kunden denken und handeln. Angeboten wird diese Weiterbildung ab Herbst 2021 von kaufmännischen Weiterbildungszentren und der Swissmem Academy an rund 20 Standorten in der Deutschschweiz.

Porträt