Strategie & Management

Umweltmanagement

Systematische Planung zeigt Wirkung

Es besteht ein grosser Unterschied darin, ob ein Unternehmen über ein Umweltmanagement verfügt oder ob die Organisation sein Umweltmanagement lebt. Nur Letzteres bringt langfristig Mehrwerte – für die Unternehmung, für deren Bezugsgruppen und natürlich auch für die Umwelt.
PDF Kaufen

Mittlerweile verfügt eine Vielzahl von Organisationen in der Schweiz (Unternehmen, Städte, Nichtregierungsorga­nisationen etc.) über ein Umweltmanagementsystem. Bei einigen umfasst das Umweltmanagement alle Bereiche der Organisation, bei den anderen nur Teilbe­reiche. Es gibt Organisationen, die ihr Umwelt­managementsystem zertifizieren lassen, anderen reicht es, über eines zu verfügen. Wie entsteht ein langfristig wirksames Umweltmanagement? Was machen Organisationen, die über ein langfristig erfolgreiches Umweltmanagement verfügen, anders als andere? Welches sind die dafür relevanten Erfolgsfaktoren?

Die Grundvoraussetzung

Einen Umweltbeauftragten in der obersten Leitung einer Organisation zu haben, zeichnet noch kein langfristig wirksames Umweltmanagement aus. Ebenso wenig verfügt eine über lange Jahre nach ISO 14001 zertifizierte Organisation automatisch über ein gelebtes Umweltmanagementsystem. Bei allen Organisationen, die über ein langfristig wirksames und gelebtes Umweltmanagement verfügen, ist das oberste Management der Treiber. Hier findet sich der Ursprung der Begeisterung für das Thema – und von hier aus wird diese Begeisterung in die Unternehmung getragen.

Die Planung

Innere Überzeugung und Vorleben des Themas durch das oberste Management bilden also die Voraussetzung für ein langfristig wirksames Umweltmanagement. Welches sind die wichtigsten Themen beim Aufbau und der Umsetzung? Wofür sollte sich eine Organisation wirklich Zeit nehmen? Die Norm ISO 14001 gliedert ein Umweltmanagementsystem in fünf Themengebiete. Selbstverständlich sind alle. Trotzdem kommt dem Themengebiet Planung ein besonderer Stellenwert zu.

Mit der Planung stellt die Organisation die Weichen für den weiteren Verlauf des Umweltmanagements. Dabei werden die relevanten Umweltaspekte der Organisation erkannt und verfolgt. Eine sorgfältige und ganzheitliche Planung erhöht zudem die Chancen, dass die nachfolgenden Themengebiete einfach und schneller umgesetzt werden können (bedeutet weniger Korrekturbedarf, geringeren Ressourceneinsatz und niedrigere Kosten für die Organisation). Die Planungsphase umfasst vier Bereiche:

Umweltaspekte und ihre Bewertung

Mit der Umweltrelevanzanalyse erfasst die Organisation ihre umweltrelevante Ausgangssituation. Dazu werden die Umweltaspekte der Organisation, das heisst ihre Tätigkeiten, Produkte, Dienstleistungen etc. unter Betrachtung verschiedener Situationen auf ihre Umweltauswirkungen hin untersucht, gewichtet und bewertet.

Überprüfung der rechtlichen und anderen Anforderungen

Nachdem die relevanten Umweltaspekte definiert sind, kann die Organisation sich der Überprüfung der rechtlichen und anderen Anforderungen widmen. Es gilt, sich einen Überblick für die Organisation gültigen Vorschriften zu verschaffen und eine ständige Verfolgung ihrer Entwicklungen zu gewährleisten. Insbesondere nach ISO 14001 zertifizierte Firmen müssen nachweisen können, wie sie die Gesetzeskonformität überprüfen und sicherstellen. Die kontinuierliche Überprüfung bietet Organisationen aber auch Chancen – so zum Beispiel von staatlichen Fördermassnahmen profitieren zu können.

Zielsetzungen und Massnahmen

Die aus der Relevanzanalyse gewonnene Ist-Situation bildet zusammen mit der Umweltpolitik einer Unternehmung die Grundlage für die jährlichen Umweltzielsetzungen und -massnahmen. Und mithilfe dieser Zielsetzungen und Massnahmen soll sich das Unternehmen in die Richtung des angestrebten Soll-Zustands bewegen. Das Programm des Umweltmanagements ist der eigentliche Fahrplan. Hier werden die Zielsetzungen, die Massnahmen und die entsprechenden Umsetzungstermine zusammengefasst sowie ihre Umsetzung überwacht.

Weitere Planungshilfen

Erfolgskenngrössen: Es macht Sinn, dass sich die Unternehmung bereits sehr früh, am besten schon in der Planungsphase, über­legt, wie die definierten Zielsetzungen und Massnahmen am Ende gemessen werden sollen. Es gilt hierfür sinnvolle Messgrössen zu definieren.

Vom Umwelt- zum Nachhaltigkeitsmanagement: Der Einbezug der Lieferketten wird auch beim Umweltmana­gement immer wichtiger, soziale Fak­toren (zum Beispiel die Einhaltung der Menschenrechte) stehen zunehmend im Vordergrund. Um diese Entwicklung zu berücksichtigen, können betroffene Organisationen vom Umwelt- zum Nachhaltigkeitsmanagement wechseln.

Integrierte Managementsysteme: Effektiver und effizienter für Organisationen sind auch sogenannte integrierte Managementsysteme, also die Zusammenfassung verschiedener Management­systeme (zum Beispiel Nachhaltigkeit, Qualität, Sicherheit) zu einem einzigen Managementsystem.

Kommunikation: Der treffende Leitspruch «Tue Gutes und sprich darüber.» gilt natürlich auch für das Umweltmanagement, und zwar in der Kommuni­kation nach innen und nach aussen. Wichtig dabei ist die ehrliche und transparente Kommuni­kation, die durchaus auch auf die Probleme und die vielen Herausforderungen der Unternehmung hinweisen darf.

Porträt