Was braucht es aber, um effektiver und effizienter zu planen? Also: Den richtigen Planungsinhalt zu bestimmen und die Planung selbst dann auch richtig durchzuführen? Grundsätzlich besteht die jährliche Planung aus vier Teilaufgaben: Strategische Mehrjahresplanung, Zielsetzung, Budgetierung und Hochrechnung.
Strategische Mehrjahresplanung: Die Strategische Mehrjahresplanung ist das Fundament der Planung; sie prüft zunächst die Unternehmensstrategie. Die Geschäftsleitung muss sich Fragen stellen wie: Gibt es neue Konkurrenzprodukte? In welcher wirtschaftlichen Situation befinden sich unsere Kunden? Können wir weiter diversifizieren? Welche zentralen Geschäftsrisiken bestehen? Die Strategische Planung erstreckt sich normalerweise über drei bis fünf Jahre. In einzelnen Branchen (z. B. Energieerzeugung) umfasst sie einen längeren Zeitraum. Für alle gilt jedoch: Die Strategie sollte regelmässig überarbeitet werden.
Zielsetzung: Für die Umsetzung der Strategie muss ein Unternehmen konkrete Ziele definieren und Einflussfaktoren identifizieren. Und zwar für strategische Projekte (z.B. Markteintritt Asien), genauso wie für spezifische Massnahmen (z. B. Ersatz einer Produktionsmaschine). In beiden Fällen ist es wichtig, festzulegen, wer dafür zuständig ist und die Zielerreichung kontinuierlich zu überwachen – anhand monetärer und nicht-monetärer Kenngrössen.
Budgetierung: Zusammengefasst heisst das also: Aus der strategischen Planung leiten sich die Ziele ab. Und diese Ziele setzen nun die Leitplanken für das Budget. Denn erst durch die Leitplanken werden Budgets beherrschbar, sie verringern die Komplexität auf ein notwendiges Minimum. Für die verbleibende Komplexität sind meist die vielen Teilpläne (z. B. Absatzplan, Umsatzplan, Personalplan, Liquiditätsplan) verantwortlich. Der Zeithorizont ist weniger kritisch (in der Regel das folgende Geschäftsjahr).
Die Frage, welche Planungstiefe dabei für ein Unternehmen optimal ist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Eine vertieftere Planung erreicht man durch zusätzliche Informationen und Annahmen. Zum Beispiel die Weiterbildungskosten: Sie lassen sich basierend auf Vergangenheitswerten pauschal planen oder zukunftsgerichtet für jeden einzelnen Mitarbeiter. In diesem Fall braucht es dann aber zusätzlich mitarbeiterspezifische Entwicklungspläne. Eine vertieftere Planung führt jedoch nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Diese werden nur verlässlicher, wenn die zusätzlich getroffenen Annahmen die Realität spiegeln und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreffen. Wenn nicht, führt der zusätzliche Planungsaufwand zu keinem Erkenntnisgewinn. Das heisst: Man sollte genau prüfen, wo Planungstiefe sinnvoll ist und wo nicht.
Hochrechnung: Die Hochrechnung, als viertes Planungselement, aktualisiert laufend die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr. Sie wird in der Regel drei- bis viermal pro Jahr erstellt – von unten nach oben (bottom-up). In vielen Unternehmen steuern jedoch zentrale Annahmen oder Vorgaben der Geschäftsleitung die Hochrechnung. Allein, die Hochrechnung sollte alle Chancen und Risiken berücksichtigen und eine realistische Ergebnisvorschau liefern. Neue Ziele sollte sie dabei nicht generieren.