Die eigene Sicherheit ist uns wichtig. Im Alltag haben wir teils bewusst, teils unbewusst Mechanismen entwickelt, die uns als Person und unser Eigentum schützen. Wir schliessen die Haustür ab, wenn wir zur Arbeit gehen, wir haben eine Haftpflichtversicherung und hängen ein zusätzliches Schloss an den Koffer, wenn wir in ferne Länder reisen. Viele Sicherheitsvorkehrungen haben wir selbst oder andere in unseren Alltag integriert, ohne dass wir sie noch als solche wahrnehmen. Der Airbag ist fix im Auto installiert und den Sicherheitsgurt legen wir automatisch vor der Abfahrt an.
Unvermeidbare Digitalisierung
In einem Unternehmen ist die Sicherheit nicht ganz so einfach zu regeln. Es gibt keinen Airbag, der sich bei Gefahr schützend um die Güter legt. Dass diese zudem häufig nicht greifbar sind, erschwert die Sache. Mit der Digitalisierung sind sensible Daten in vielen Unternehmen heute unsichtbar. Was früher in Ordnern verstaut wurde, ist heute auf Servern gespeichert. So geht schnell vergessen, dass in vielen Unternehmen grosse Teile des Kapitals in Form elektronischer Daten gelagert sind. Ob Adressen von Kunden oder Buchhaltungsabrechnungen – insbesondere in der Dienstleistungsbranche wird ein immer grösserer Teil des Geschäfts digital abgewickelt. Aber auch in der Industrie hat das digitale Zeitalter längst Einzug gehalten. Pläne und Prozesse werden elektronisch festgehalten, Maschinen mit Software-Programmen konzipiert und gesteuert. So gibt es immer weniger Firmen, die auf digitale Sicherheit verzichten können. Die meisten Unternehmen sind heute auf eine kontinuierlich funktionierende IT angewiesen – unabhängig davon, wie gross sie sind. Die Folgen, wenn ein Unternehmen nicht mehr auf die Geschäftsdaten zugreifen kann oder diese gar zerstört wurden, sind entsprechend schwerwiegend.
Sicherheitsbedürfnis definieren
Trotz der offensichtlichen Bedeutung von Daten für ein Unternehmen ist in vielen Betrieben kein systematisches Sicherheitsmanagement etabliert. Besonders in kleinen und mittelgrossen Betrieben, wo die Ressourcen ohnehin knapp sind, fehlt dafür häufig die Zeit. Das kann gefährlich sein – denn Sicherheit ist keine Frage der Grösse. Auch kleinere Unternehmen können sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit haben. Je nach Geschäftsfeld haben Sicherheitslücken unterschiedlich gravierende Folgen. Dem Sicherheitsmanagement von jeder Firma sollte deshalb eine Risikoeinschätzung vorausgehen. Dabei müssen einerseits technische und prozessuale Fragen analysiert werden, wie zum Beispiel: Welche Dienste sind wie wichtig? Was muss wann verfügbar sein? Andererseits gibt es aber auch unternehmens- und branchenspezifische Vorgaben sowie gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Sicherheitsmanagement beeinflussen. Gibt es interne Datenschutzrichtlinien? Wer braucht auf welche Daten Zugriff? Was ist gesetzlich vorgegeben? Diese sogenannten Risiko-Assessments können je nach internen Kompetenzen entweder selbst oder gemeinsam mit einem ICT-Vertrauenspartner durchgeführt werden. Generell ist eine Zweitmeinung beziehungsweise eine neutrale Beurteilung immer von Vorteil.