Die Liste kann endlos weitergeführt werden; die Positionierungen der Leser werden zu 90 Prozent der vom Hersteller oder Dienstleister gewünschten Abgrenzung entsprechen. Was aber, wenn alle Automobilhersteller behaupten, sichere Fahrzeuge zu produzieren, was mehrheitlich einer Tatsache entspricht? Dann muss das Einzigartigkeitsziel vertieft werden. Oder es drängen sich neue, andere Differenzierungen auf, als im Markt üblich. Wobei wir beim ursprünglichen Thema, «Strategische Positionierung für KMU» angelangt sind. Ein vertiefter Blick in die Selbstdarstellungen vieler schweizerischen KMU oder in deren Website offenbart eine erstaunliche «Positionierungseinheit».
Die wiederkehrenden Attribute
› kundenorientiert
› qualitätsorientiert
› fokussiert
› innovativ
› langfristig
erscheinen grundsätzlich eher zu standardisiert. Solche Prädikate werden bereits seit Jahrzehnten als Absetzungsattribute genannt und genügen gerade deshalb als vertrauensbildende Alleinstellung kaum mehr.
Mit diesen oben genannten «(Teil-)Positionierungen» lassen sich immer weniger Erfolgspotenziale aufbauen, zudem erhöhen sie die Erinnerungsfähigkeit für den Interessenten kaum. Das führt zu einer sogenannten «Unterpositionierung», das heisst, die vom Nachfrager gesuchte Einzigartigkeit erscheint ihm als austauschbar, als déja-vue oder déja-entendue.
Kommt ein KMU zum Schluss, dass über die Jahre die bestehende Absetzung als Resultat des veränderten Wirtschaftsumfeldes «austauschbar» geworden ist, die Attraktivität der Marke im Begriff ist, stetig abzunehmen, drängt sich eine proaktive «Soll-Positionierung» auf.
Schrittweise müssen für diesen Fall
› Angebote
› Leistungskriterien
› Kernkompetenzen
› Geschäftsfelder
› Kommunikation etc.
offen und möglichst vorbehaltlos hinterfragt werden. Ob die dazu notwendige Kritikfähigkeit exklusiv mit dem bestehenden Kreis an Verantwortlichen erreicht werden kann, ist eine zentrale und ebenso heikle Frage.