Nachdem sich Mintzberg und andere Managementforschende in den 1990er-Jahren gegen die damals vorherrschenden, meist starren Planungsprozesse in Unternehmen ausgesprochen hatten, wurde es leise im wissenschaftlichen Diskurs um Managementmethoden. Aktuelle Entwicklungen in Forschung und Praxis verdeutlichen, dass es zunehmend wichtiger wird, sich mit Managementmethoden zu beschäftigen, um bessere Entscheidungen zu treffen.
Aufstieg und Fall
Bevor Managementmethoden für die anstehenden strategischen Entscheidungen genutzt werden können, müssen sie zuerst in einer Organisation nachhaltig verankert werden. In der betriebswirtschaftlichen Forschung wurde diesem Aspekt bisher kaum Beachtung geschenkt, obwohl dies essenziell für eine erfolgreiche Anwendung einer Methode ist.
Die wenigen verfügbaren Studien zu diesem Thema kommen zum Ergebnis, dass Managementmethoden nach anfänglichen Erfolgen oftmals relativ kurz danach von einer Organisation abgelehnt werden. Eine solche Entwicklung nennt man Boom-und-Bust-Dynamik.
Abbildung 1 zeigt diese Dynamik anhand der Anwendungshäufigkeit beziehungsweise -intensität (Y-Achse) einer Managementmethode im Zeitverlauf (X-Achse) in einer Organisation. Es ist wichtig, dass eine erfolgreiche Implementierung einer Methode nicht automatisch erfolgt.
Vielmehr liegen einer erfolgreichen Implementierung Aktivitäten zugrunde, die sicherstellen, dass eine Methode sowohl im Grundsatz als auch auf die richtigen Problemstellungen korrekt angewendet wird. Es wäre zudem höchst unwirtschaftlich, wenn dem Schulungsaufwand sowie den entstandenen Opportunitätskosten durch die Einführung der Methode kein klarer Nutzen bei der Unterstützung strategischer Entscheidungen folgen würde.



