Risikomanagement in Einkauf und Supply Chain ist ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreich agierenden Unternehmens, denn Firmen mit einem aktiven Risikomanagement in der Supply Chain erwirtschaften bis zu 14 Prozent höhere Renditen. Deshalb ist das Management der Supply-Chain-Risiken für KMU und grössere börsenkotierte Unternehmen mit verstärkter Fremdbeschaffung von höchster Bedeutung.
Die Risiken
Diverse Massnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungskette (z. B. E-Procurement, Just-in-Sequence-Zulieferung etc.) führen zwar einerseits zu effizienteren Supply Chains, aber erhöhen andererseits auch das Risiko, an Stabilität und Sicherheit zu verlieren. Globale Wertschöpfungsketten bei grösseren KMU führen zudem zu einer erhöhten Komplexität und damit zu einer höheren Anfälligkeit auf Versorgungsstörungen.
Die höhere Verwundbarkeit der Wertschöpfungsketten und der starke Einfluss des Einkaufs auf das finanzielle Resultat des Unternehmens verlangen somit nach einem aktiven Risikomanagement im Einkauf und in der Supply Chain.
Eine an der ETH Zürich durchgeführte Studie in Kooperation mit Roland Berger, welche insgesamt 319 Respondenten aus vorwiegend in KMU tätigen Managern befragte, zeigt die Top-10-Risiken in Einkauf und Supply Chain auf (siehe dazu Abbildung 1). Hier sind Lieferantenka-pazitätsprobleme, Qualitätsmängel und Preisverhandlungsrisiken die Risiken, die am häufigsten genannt wurden.
Eine von der ETH Zürich kürzlich im Auftrag von «procure.ch», Fachverband für Einkauf und Supply Management, durchgeführte Studie bei 1266 im Einkauf tätigen Personen zeigt jedoch, dass das Risikomanagement nur bei 44 Prozent der befragten Personen als Hauptaufgabe im Unternehmen wahrgenommen wird (siehe Abbildung 2). Risikomanagement ist also nicht die erste Priorität der Hauptaufgaben, auch wenn ein eintretendes Risiko fatale Folgen für das Unternehmen haben kann.



