Wie kommt man darauf, eine Reorganisation durchführen zu wollen? Jede Reorganisation hat einen Auslöser. Davon kann es verschiedene geben: Beispielsweise eine Veränderung der Strategie, welche Anpassungsbedarf an den Prozessen und in der Organisation zur Folge hat. Auch veränderte Kundenbedürfnisse oder neue Verhältnisse auf den Märkten sind Möglichkeiten. Insbesondere bei eigentümergeführten Unternehmen ist auch der Wechsel von Schlüsselpersonen ein Grund für Anpassungen: Eine betriebswirtschaftlich ausgebildete Tochter oder ein juristisch ausgebildeter Sohn, welche einen Produktionsbetrieb vom Vater übernehmen, führen anders als ihr Vater. Das kann zu legitimem Anpassungsbedarf an der Organisationsstruktur führen.
Für einen gelungenen Start eines Reorganisationsprojekts ist zentral, dass der Aus-löser den Betroffenen bekannt ist. Ein Reorganisationsprojekt, dessen Auslöser unbekannt oder nicht nachvollziehbar ist, wird zu Spekulationen und Unsicherheiten führen. Wird der Auslöser hingegen gut kommuniziert, ist der Handlungsbedarf offensichtlich und die Arbeiten können aufgenommen werden.
Auftragsklärung
Zu Beginn des Projekts muss festgelegt werden, was die Ziele des Projekts sind, wie vorgegangen werden soll und welche Mittel zur Verfügung stehen. Wenn mit professioneller externer Begleitung gearbeitet wird, ist dieser Schritt selbstverständlich: Die Auftragsklärung wird als Grundlage für Offerte und Auftragsvergabe benötigt. Wenn ein Projekt ausschliesslich durch eigene Mitarbeitende geleitet wird, sollte nicht darauf verzichtet werden – auch wenn das etwas formalistisch klingen mag. Wenn auf eine Auftragsklärung verzichtet wird, ist die Gefahr gross, dass Projekte ohne klare Vorgaben gestartet werden und die Auftragsklärung anschliessend während der Projektlaufzeit stattfindet.
Konkret kann genau das passieren, was die Thematik «Reorganisation» derart negativ belegt: Zuerst wird viel Staub aufgewirbelt und es entsteht betriebsame Hektik. Statt Projektarbeiten folgen anschliessend aber interne Machtkämpfe um die Ausrichtung des Projekts. Wenn man sich nicht einigen kann, stoppt man das Projekt wieder und hat nur viel Unsicherheit ausgelöst. Oder man beendet das Projekt mit Ergebnissen, welche deutlich bescheidener ausfallen als angekündigt: Dann hat der Berg eine Maus geboren.
Nach der Auftragsklärung sollte zwingend eine Kommunikation erfolgen. Mitarbeitende sollten wissen, welche Ziele angestrebt werden und wann welcher Projektschritt geplant ist. So wird Spekulationen vorgebeugt und offen kommuniziert, was zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden ist und kommuniziert werden kann.