Der Jahresstart entscheidet massgeblich über das Jahresergebnis und damit über wesentliche Zwischenerfolge jeder Wachstumsstrategie. Der Jahresstart ist also auch ein guter Zeitpunkt zu überprüfen, ob wesentliche Voraussetzungen für Wachstum geschaffen sind und welche Schlüsse sich ziehen lassen. Im Vertrieb entscheidet sich, ob eine Wachstumsstrategie überhaupt den Markt erreicht und ob sie von Erfolg gekrönt sein wird. Die Praxis zeigt klare Muster auf, welche Voraussetzungen vertrieblichen Erfolg wahrscheinlicher machen und befördern und welche Misserfolgsmuster und Risiken den Wachstumserfolg bedrohen. Einen starken Vertrieb macht unter anderem aus, dass er sprichwörtlich mit Bordmitteln aktiv wird und konsequent versucht, das Beste daraus zu machen – ohne immer neue Forderungen aufzustellen, was das übrige Unternehmen leisten müsse, bevor man vertriebliche Erfolge erzielen könne. Umso mehr lohnt es sich, sich systematisch mit Erfolgsmustern zu beschäftigen, um Wachstumserfolge wahrscheinlicher zu machen. Die Erfahrung aus Wachstumsprojekten in den unterschiedlichsten Branchen, Wachstumsphasen und Unternehmen zeigt, dass die folgenden neun Aspekte in jedem Unternehmen betrachtet werden sollten:
Die Unternehmensstrategie bildet den Nordstern jeder vertrieblichen Orientierung.
Wenn keine Strategie auf Unternehmensebene definiert ist, so stellt sich die Frage, woran sich die operativen Einheiten – also auch der Vertrieb – orientieren sollen. Dass sich die Orientierung, die ersatzweise gesucht wird, mit dem unter-nehmerischen Willen deckt, ist eher zufällig, und das Risiko von unfokussiertem Handeln ist gross. Minimalanforderungen an die Unternehmensstrategie sollten eine definierte Vision, eine festgelegte Grundstrategie, ein passender Markenkern, wirtschaftliche Ziele sowie eine beschriebene Strategie für die jeweils bearbeiteten Marktsegmente sein.
Eine abgeleitete Vertriebsstrategie zeigt den Wachstumsweg.
Die Praxis zeigt, dass sich der Blick auf die Qualität der Vertriebsstrategie eindeutig lohnt. Beschränkt man sich in der Betrachtung auf eine rein digitale Ja/Nein-Antwort, ob es eine Vertriebsstrategie gebe, so wird dies in den meisten Unternehmen bejaht. Wenn man die spezifische Vertriebsstrategie jedoch betrachtet, so zeigt sich oftmals eines der grössten Risiken. Dieses Risiko besteht in einer zu oberflächlichen Definition – eine Vertriebsstrategie ist eben mehr als eine ABC-Kundenanalyse. Die Beschreibung zeigt dann zu wenig Tiefen, wenn sie nicht beschreibt, welche idealen und weiteren Kunden fokussiert werden, welche Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, welche Produkte und Leistungen diese Bedürfnisse abdecken, wie man sich positionieren will und wie das grobe vertriebliche Vorgehen gestaltet ist, um die eigenen Wachstumsziele zu erreichen.
Die strategische Grundlage zu schaffen, heisst auch, sie zu vermitteln, Verständnis zu schaffen und Strategien zu operationalisieren.
Strategien scheitern selten in der Konzeption, sondern in der Realisierung. Der Führung obliegt es, mindestens die strategischen Grundlagen zu vermitteln und ein gemeinsames Verständnis dieser Strategie zu schaffen. Das Zielbild der Führung sollte sein, zu inspirieren, Teil der Strategie zu werden und dafür zu begeistern, sich aktiv in die Realisierung einzubringen. Technisch ausgedrückt gilt es ausserdem, den strategischen Rahmen zu operationalisieren. Mit Blick auf die vertrieblichen Einheiten lohnt oftmals ein Massnahmenplan bis auf Kundenebene. Die grössten Hürden sind eine lustlose Strategievermittlung seitens der Führung und/oder mangelndes Interesse seitens der Mitarbeiter. Die Leitfrage lautet: Wie gehen wir konkret vor und wonach richten wir uns, um den angestrebten Wachstumserfolg zu erzielen?