Strategie & Management

Management-Tools (Teil 4 von 4)

Erfolgsfaktor Charisma – Wahrnehmung gezielt optimieren

Es gibt Menschen, die auf den ersten Blick sympathisch, charismatisch, kompetent und witzig wirken. Sie sind beliebt und die Kunden empfangen sie mit offenen Armen. Dieses «gewisse Etwas» hat man oder nicht, ist die gängige, aber falsche Meinung. Denn Charisma und überzeugende Wirkung sind mit der «S.C.I.L. Performance Strategie» lernbar.
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Die «S.C.I.L. Performance Strategie» analysiert die trainierbare Wahrnehmungs- sowie Wirkungskompetenz eines Menschen (Empfänger- und Senderqualitäten) und unterscheidet dabei die vier Frequenzbereiche Sensus, Corpus, Intellektus und Lingua sowie insgesamt 16 Frequenzen, auf denen Menschen senden und empfangen (siehe Abbildung 1).

Wenn ein Mitarbeiter während eines Geschäftstermins etwa das Gefühl hat, dass er und sein Gegenüber nicht «auf einer Wellenlänge» sind, kann es sein, dass dieser Mitarbeiter gerade auf Sensus-Frequenzen sendet und darum alles um sich herum sensibel wahrnimmt, emotionale Regungen widerspiegelt und innere Überzeugungen verbalisiert. Sein Gesprächspartner funkt jedoch gleichzeitig mehr im Bereich Intellektus. Er spricht strukturiert und analytisch, kommt immer wieder auf den Ausgangspunkt zurück. Wo wird das hinführen? Wahrscheinlich läuft die Kommunikation nicht rund, weil die Gesprächspartner sich nicht auf der gleichen Frequenz begegnen.

Getreu dem Motto «Gleich und gleich gesellt sich gern» funktioniert Interaktion immer dann besonders gut, wenn Menschen in ähnlichen oder gleichen Frequenzbereichen senden und empfangen, also im übertragenen Sinn die «gleiche Sprache sprechen». Mit der «S.C.I.L. Performance Strategie» haben Unternehmer die Möglichkeit, die Wirkungs- und Wahrnehmungskompetenz ihrer Mitarbeiter zu analysieren und im Training oder Coaching gezielt zu optimieren.

Kompetenzen sichtbar machen

Das Tool basiert auf einem 100 Aussagen umfassenden Erhebungsbogen, den ein Kunde webbasiert ausfüllt. Aus diesen Ergebnissen wird dann sein persönliches «S.C.I.L.»-Profil abgeleitet. Es bildet die aktuell geltende Wahrnehmungs- und Wirkungskompetenz ab und gibt Hinweise auf persönliche Wirkungs- und Wahrnehmungsstärken und entsprechende Entwicklungsfelder.

Menschen, die über eine hohe personale Wirkung sowie Ausstrahlung verfügen, sind in allen vier Frequenzbereichen gleich stark aufgestellt – ihr Wirkungsprofil ist bildlich gesprochen «rund», denn Balance ist ein entscheidender Faktor des Charismas.  Jene Menschen mit einem solchen ausgeglichenen Wirkungs- und Wahrnehmungsprofil werden von ihren Mitmenschen oftmals als charismatisch bezeichnet (siehe Abbildung 2).

Im Gegensatz zu manch anderen diagnostischen Analysemethoden entsteht bei der «S.C.I.L.»-Auswertung kein «unveränderliches Profil». Es ist eher eine Momentaufnahme, die durch das Bewusstmachen der eigenen Kompetenzen in der Wirkung und Wahrnehmung einen Entwicklungsprozess in Gang setzt, welcher durch individuelles Training zusätzlich vorangetrieben werden kann. Das oberste Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigene Wirkung bewusst wahrzunehmen und diese Erkenntnis im Zusammentreffen mit anderen Menschen zu nutzen, um zum Beispiel im Job charismatischer aufzutreten.

Zum Auftritt mit Charisma
 

1. Frequenzbereich Sensus

Emotionen zulassen und der eigenen Intuition folgen: Wir haben alle gelernt, dass Emotionen im beruflichen Alltag nichts zu suchen haben, und doch wissen wir, dass sie dazu beitragen, sich anderen anzunähern und Vertrauen zu schaffen. Menschen mit einer eher schwach ausgeprägten «Emotionalitäts»-Frequenz neigen dazu, ihre Empfindungen nicht zu verbalisieren. Das heisst nicht, dass sie nicht emotional sein können, sie wirken einfach nur nicht immer so. In vielen Situationen mag das vorteilhaft sein, manchmal aber auch eher hinderlich. Gehören Sie auch zu diesen Menschen? Wenn ja, dann können Sie das ändern und andere emotional erreichen – indem Sie Ihre eigenen Vorlieben, Überzeugungen und Abneigungen, aber auch die Ihrer Mitmenschen stärker berücksichtigen und ansprechen. Mit welchen Fragen können Sie ihnen zu Beginn des Gesprächs begegnen? Auf welche bisherigen Verdienste können Sie Bezug nehmen? Wie können Sie die wahrgenommene Emotionalität Ihres Gegenübers ansprechen, ihr Raum geben? Schulen Sie immer wieder Ihre Intuition, indem Sie regelmässig in sich hineinhören, sich auf den anderen fokussieren und Ihre Ahnung überprüfen.  

2. Frequenzbereich Corpus

Die Körpersprache lesen, das Gesicht zeigen und Raum einnehmen: Damit Ihr Gesicht Sie nicht verrät, sondern vielmehr Ihre Worte unterstreicht, lernen Sie Ihre Ausdrucksweise und die der anderen besser kennen. Achten Sie bei vielen Gelegenheiten auf Aspekte wie Kopfstellung, Bewegung der Hände, Sitzposition oder Spannungen der Muskulatur, aber auch auf das Outfit – bei anderen und bei sich selbst. Wo geben Sie aufgrund der Körpersignale Stimmungen preis oder vermitteln Botschaften, die nicht angebracht sind? Und wo können Sie beobachten, wie andere Menschen das eine sagen, der Körper aber das andere vermittelt? Gehen Sie mit mehr Bewusstsein durch Ihr alltägliches Leben. Aufrechte Haltung, fester Gang, angepasster fester Händedruck (abhängig vom Händedruck des Gegenübers), gerade Sitzposition und eine Gestik, die nicht zu eng am Körper, aber auch nicht zu ausladend ist – das wirkt souverän. Regel: Innerhalb der Unterarmlänge des eigenen abgewinkelten Armes gestikulieren. Auch das Ausbreiten von Unterlagen auf dem Tisch ist gut. Aber maximal auf einer Fläche von vier DIN-A4-Seiten. Mehr Raum wirkt chaotisch, weniger kann als kleinlich oder verklemmt missverstanden werden.

3. Frequenzbereich Intellektus

Analytisch wirken und zielgerichtet bei der Sache bleiben: Sie möchten sachlicher, analytischer und strukturierter wirken? Dann üben Sie ganz gezielt Fragen nach dem «Wieso?»,  «Weshalb? »,  «Warum?». Nehmen Sie jede Gelegenheit wahr, diese in Gesprächen zu stellen. Beispiele: Wieso haben Sie sich für diese Variante entschieden? Weshalb erscheint Ihnen diese Vorgehensweise richtig? Warum planen wir das so? Zum einen erwecken diese Fragen bei anderen das Gefühl, dass Sie sich wirklich interessieren, allem gerne auf den Grund gehen und das Ziel verfolgen möchten. Und zum anderen helfen Ihnen die Antworten vermutlich häufig auch tatsächlich, den Dingen (und Personen) auf den Grund zu gehen.

4. Frequenzbereich Lingua

Mit Stimme, Artikulation und Metaphorik überzeugen: Zu leise wirkt häufig schwach, zu laut strahlt Dominanz aus. Und Eintönigkeit kann langweilig und emotionslos wirken. Es gilt, das rechte Mass zu finden. Dazu ist es wichtig, das eigene Stimmvolumen der jeweiligen Situation anpassen zu können. Fragesätze dürfen zum Beispiel am Ende nach oben gehen. Klare An- und Aussagen sollten am Satzende stimmlich abgesenkt werden. Das strahlt Entschlossenheit aus. Und: Nuscheln oder aufeinander gepresste Lippen sind ein No-Go. Nutzen Sie die Aufnahmemöglichkeit Ihres Smartphones und hören Sie sich selbst reden. Wie wirkt es auf Sie? Zugegeben, jeder nimmt seine Stimme anders wahr, als es andere tun. Und dennoch können Sie hören, wie viel Spielraum Sie Ihrer Stimme geben. Aber auch der Inhalt des Gesagten schafft Wirkung. Sprechen Sie in Bildern, Analogien, spielen Sie mit der Sprache und machen Sie den Inhalt so für Ihren Gesprächspartner merkfähig und «merk-würdig».

Fazit

Von den vier Frequenzbereichen nutzen die meisten Menschen bevorzugt zwei. In jenen Frequenzen, in denen ein Mensch stark ist, empfängt er auch stärker die Signale seines Gegenübers. Wenn der Empfang zwischen zwei Menschen gestört ist, hilft es, die Antennen auf die Frequenzen des Gegenübers auszurichten. Manchmal reicht es schon aus, leicht an einem Frequenzschräubchen zu drehen und Kleinigkeiten an seinem Verhalten zu ändern, um in der Interaktion mit dem Kunden, Kollegen, Chef oder Mitarbeiter auf einer Wellenlänge zu sein.

Porträt