Fokussieren wir uns abschliessend noch einmal auf das Unternehmen als Marke: Wie kann ein Unternehmen, das sich in der Vergangenheit nicht oder nur mit gebremster Kraft dem Thema «Marke» gewidmet hat, nun einen Anfang machen? Eine äusserst wirksame und handhabbare Weise, die nicht einmal ausgesprochen viel Zeit in Anspruch nimmt, gleichwohl aber eine hohe Initialkraft hat, ist das Schaffen einer Wertaussage. Die Wertaussage ist ein Satz, der beschreibt, auf welche Weise ein Kunde besser dasteht, nachdem er mit einem Unternehmen zusammengearbeitet hat als zum Zeitpunkt, bevor er mit jenem Unternehmen zusammengearbeitet hat.
Aus Vertraulichkeitsgründen gegenüber Klienten mag der Autor dies am eigenen Beispiel erläutern und zugleich darum bitten, dies nicht als Werbung, sondern als Erläuterung zu verstehen: Unsere Wertaussage lautet «Wir unterstützen Unternehmen dabei, profitabel zu wachsen.» Ein Klient darf also davon ausgehen, dass er nach der Arbeit mit uns entweder profitabel gewachsen ist oder die Basis dafür geschaffen hat, profitabel oder profitabler zu wachsen.
Muss die Wertaussage ein Geniestreich sein? Nein, das muss sie sicher nicht. Was eine gute Wertaussage aber schafft, ist, potenziellen Kunden zu signalisieren, welchen Wert das eigene Unternehmen zu schaffen in der Lage ist, welchen Vorteil es bietet. Eine gute Wertaussage sorgt auch dafür, dass Kunden schnell entdecken, ob sie mit dem Unternehmen zusammenarbeiten möchten oder nicht. Eine gute Wertaussage eröffnet den Dialog über das, was das Unternehmen tut, zum Beispiel dann, wenn man gefragt wird: «Was tut Ihr Unternehmen eigentlich?» Die Wertaussage ist eine ausgezeichnete Antwort.
Was die Wertaussage nicht enthalten soll, ist eine Antwort auf das «Wie». Wie die Wertschöpfung erbracht wird, ist für einen Interessenten in den wenigsten Fällen wichtig, sondern es geht nur darum, welcher Vorteil geschaffen wird.
Ein weiterer, wesentlicher Vorteil einer Wertaussage im Hinblick auf die Markenbildung und Markenentwicklung ist, dass jeder Mitarbeiter diesen einen Satz entweder auswendig lernen kann oder mit eigenen Worten wiedergeben kann. Wenn die Führung sich dann noch die Zeit nimmt, mit den Mitarbeitern darüber zu diskutieren, was genau die Wertaussage in der Umsetzung bedeutet, was dafür geschaffen werden muss, damit sie (noch) besser gelebt werden kann und welche Konsequenzen im Hinblick auf die Produkte und Leistungen damit verbunden sind, ist ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung einer kraftvollen Unternehmensmarke getan. «