Gerade KMU scheinen die Wichtigkeit der richtigen Vorbereitung vielfach zu unterschätzen, was zu negativen Erfahrungen und auch ungerechtfertigten Vorurteilen gegenüber internationalen Expansionsvorhaben führen kann. Die Vorbereitungsphase ist die teuerste Phase einer Expansion ins Ausland, denn was in dieser Phase verspielt wird, kostet in jedem nachfolgenden Schritt das Vielfache.
Professionelle Marktanalyse
Sich richtig vorzubereiten, heisst allgemein ausgedrückt, sich eine gute Übersicht und verlässliche Entscheidungsgrundlage zu verschaffen. Dazu gehört eine professionelle Marktanalyse, welche die Realität im Zielmarkt genauestens widerspiegeln sowie notwendige Aktionen bestmöglich ausweisen und quantifizieren sollte. Ein Unternehmer sollte sich der reellen Situation und Nachfrage seines Produktes im Zielmarkt sehr genau im Klaren sein, bevor signifikante Investitionen in Erwägung gezogen werden. Es gilt dabei zu beachten, dass eine Marktanalyse nur wirklich zuverlässig sein kann, wenn diese auch im Zielmarkt selbst erstellt wurde. Sich persönlich als Geschäftsführer eine Übersicht vor Ort zu verschaffen, ist sicherlich sinnvoll, doch nur langjährige lokal Ansässige haben auch wirklich einen vertieften Einblick in deren Wirtschaft. Die Marktanalyse von Professionellen erledigen zu lassen, ist empfehlenswert, es muss jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass diese auch über einen praktischen Bezug verfügen. Statistiken alleine helfen beschränkt, können gratis vom Internet runtergeladen oder von staatlichen Stellen bezogen werden. Der Marktpreis einer substanziellen Marktanalyse bewegt sich je nach Umfang um die 10 000 CHF und ist immer gut investiertes Kapital.
Langfristig betrachtet können kulturelle Unterschiede sehr stark ins Gewicht fallen und sogar zum Erfolg oder Nichterfolg eines Expansionsvorhabens führen. Ein sehr effektives Vorgehen beim erstmaligen Eintritt in eine neue Freihandelszone besteht darin, sich dasjenige Mitgliedsland auszusuchen, welches der eigenen Landeskultur am ähnlichsten ist. Nicht nur ist die erstmalige Anklimatisierung am einfachsten, es ist auch die bestmögliche und sicherste Umgebung, um sich kontrolliert auf die spätere Ausdehnung in die restlichen Mitgliedsmärkte vorbereiten zu können. Für Schweizer KMU stellt Kanada rein kulturell aber auch aufgrund des Freihandelsabkommens der leichteste Eintritt in den NAFTA- Markt dar und wird teils sogar lieblich als die «Nordamerikanische Schweiz» bezeichnet. Eine weitere ausgezeichnete Strategie ist es, mit einem lokal ansässigen Partner zusammenzuarbeiten, welcher idealerweise beide Kulturen kennt und somit in der Lage ist, (kulturelle – entfernen der Redundanz) Differenzen optimal zu überbrücken.