Aktuell müssen sich Unternehmen mehr als je zuvor an neue Gegebenheiten anpassen, um dem fortschreitenden Wandel gerecht zu werden. Dabei hat die Corona-Pandemie die Digitalisierung weiter beschleunigt und Betriebe dazu gebracht, unverzüglich die Infrastruktur auch im Homeoffice zur Verfügung zu stellen und einen Zugriff auf die Unternehmensportale und Anwendungen zu ermöglichen.
Bedachtsam vorgehen
Dieser Paradigmenwechsel ist unausweichlich, um mit Wettbewerbern mithalten zu können. So schätzen auch 78 Prozent der 700 befragten CEOs in einer Studie von PwC (www.pwc.com/gx/en/ceo-agenda/ceo-panel-survey.html), dass der verstärkte Wechsel hin zur Remote-Arbeit im Homeoffice langfristig bestehen bleibt.
Doch Veränderungen verlangen auch das Commitment der Mitarbeiter, sodass diese nur mit einem strukturierten und professionellen Adoption- und Changemanagement (ACM) durchgeführt werden sollten. So muss bei der Einführung neuer Technologien, Software, aber auch bei geschäftlichen Umstrukturierungen, die eine Veränderung der Arbeitsweise zur Folge haben, immer bedacht vorgegangen werden.
Die richtige Herangehensweise ist die Kombination aus einem pragmatischen, transparenten Ansatz mit einer Change-Management-Strategie, die durch Roadmaps und festgelegte Meilensteine ein geplantes Vorgehen verspricht. Gleichzeitig muss immer die Kultur des Unternehmens berücksichtigt und in den Prozess miteinbezogen werden.
Alle Mitarbeiter «abholen»
Das neueste, innovativste Programm nützt nichts, ohne die Bereitschaft und das Know-how der Mitarbeiter, dieses auch richtig zu benutzen. Oft reagiert die Belegschaft Neuerungen und Veränderung gegenüber negativ und geht in den Widerstand. Sie wollen an alten, vertrauten Strukturen festhalten und haben Angst vor einer neuen Technologie. Nur wenn allen Betroffenen deutlich gemacht wird, warum die Veränderung notwendig ist und dass die Neuerung Vorteile mit sich bringt und sogar die eigene Arbeit erleichtern kann, werden sie diese akzeptieren und zeigen die Bereitschaft, es zu erlernen.
Um dies zu gewährleisten, müssen die Mitarbeiter von Anfang an abgeholt und schrittweise an beispielsweise eine neue Software herangeführt werden. Dabei muss auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten eines jeden einzelnen eingegangen werden. Dies funktioniert nur durch eine offene Feedback-Strategie, die dies jederzeit berücksichtigt.
Die Mitarbeiter müssen in den Mittelpunkt des Veränderungsprozesses gesetzt werden. Sie sind es, die letztendlich das neue Tool oder den neuen Prozess in ihrem Arbeitsalltag anwenden müssen. Nur wenn sie die Änderung wirklich verstehen, können sie diese nach und nach verinnerlichen und zu einem gelingenden Wandel des Unternehmens beitragen. Geschieht dies nicht, bringt das grosse Gefahren und Risiken mit sich.
Fünf mögliche negative Folgen
Wer Changemanagement unterschätzt und auf eine zielgerichtete Einführung neuer Techniken und Tools verzichtet, muss mit schweren Folgen rechnen:
Abnahme von Vertrauen und Produktivität
Fühlen sich Mitarbeiter bei der Einführung von Neuerungen nicht genügend abgeholt, hat dies einen Vertrauensverlust gegenüber dem Arbeitgeber zur Folge. Denn es könnte der Eindruck entstehen, dass es nicht wichtig sei, die Belegschaft an Änderungen heranzuführen. Folglich sind die Mitarbeiter enttäuscht und fühlen sich nicht ernst genommen. Gleichzeitig führt es zu hohen Produktivitätseinbussen, wenn jeder Kollege aus der Belegschaft einzeln versucht, sich ein neues Tool anzueignen. Dies kostet Zeit und Geld, welche mit einer ACM-Strategie gespart werden könnte.
Geringere Konkurrenzfähigkeit
Achtet wiederum ein anderes in Konkurrenz stehendes Unternehmen bei Change-Prozessen auf alle Mitarbeiter und wendet eine professionelle ACM-Strategie an, werden diese Unternehmen als Arbeitgeber sehr attraktiv. Es besteht die Gefahr, dass sich Bewerber eher für die Konkurrenz entscheiden.
Gefährdung der IT-Sicherheit
Wird das Personal bei einer Veränderung nicht sorgfältig geschult, verstehen die Mitarbeiter neue Anwendungen weniger und können diese oftmals nicht richtig benutzen. Nicht selten werden auf eigene Faust dann verständlichere Alternativen gesucht, die in der Not weiterhelfen. Dies kann jedoch gefährliche Schatten-IT zur Folge haben, die weder kontrollierbar ist noch die notwendigen Sicherheitsupdates installiert hat. Diese Sicherheitslücken nutzen dann Hacker oftmals aus.
Negatives Betriebsklima
Fühlen sich Mitarbeiter nicht ausreichend geschult und wertgeschätzt, wirkt sich das unmittelbar auf die Atmosphäre im Betrieb aus. Früher oder später werden gute Mitarbeiter frustriert das Unternehmen verlassen. Dabei gehen mit ihnen auch wertvolles Wissen und Erfahrungen.
Schlechte Projektresultate
Nicht zuletzt wirken sich die genannten Risiken direkt negativ auf laufende Projekte aus. Wurde ein Veränderungsprozess unzureichend durchgeführt, wird weniger effektiv gearbeitet. Fristen werden überschritten und Kosten steigen
ungeplant. Es kann sogar passieren, dass Projekte direkt beendet werden, um höhere Schäden zu vermeiden.