Konstruktives Führungsverhalten ist stets im Sinne der Organisation als auch der Mitarbeiter. Die Führungsperson handelt gemäss der Unternehmensstrategie, befolgt Regeln, vertritt die Normen und Werte der Organisation und erbringt zusammen mit den Mitarbeitenden die geforderten Leistungen oder übertrifft diese. Dazu motiviert die Führungsperson die Mitarbeitenden, involviert sie in Entscheidungsprozesse, wirkt als Vorbild, vermittelt Visionen, betreibt Mitarbeiterentwicklung und regt zum kritischen Mitdenken an. In spezifischen Situationen wie zum Beispiel einer Krise führt sie auch direktiv.
Destruktives Verhalten
Destruktives Führungsverhalten hingegen richtet sich gegen die Interessen und das Wohl der Mitarbeitenden oder der Organisation. Das kann so weit gehen, dass Vorgesetzte Demütigungen, Manipulation, Einschüchterung und Drohungen als Instrumente einsetzen, um Zielvorgaben der Organisation zu erreichen. Nicht selten handelt es sich bei solchen Führungskräften um hervorragende Strategen, die selbst sehr leistungsstark und fähig sind. Allerdings fehlt es ihnen am konstruktiven Umgang mit anderen Personen. Ein solches Führungsverhalten wird als tyrannisch bezeichnet.
Neben tyrannischem Verhalten hat destruktives Führungsverhalten noch weitere Ausprägungen. Beispielsweise gibt es Führungspersonen, die zum Wohl der Mitarbeitenden, jedoch gegen die Interessen der Organisation handeln. Sie motivieren, stimulieren und unterstützen die Mitarbeitenden und verhalten sich ihnen gegenüber kameradschaftlich und freundlich. Sie gewähren ihren Mitarbeitenden mehr Zuschüsse als erlaubt, forcieren eine schlechte Arbeitsethik oder gar Fehlverhalten. Dabei verschwenden sie Ressourcen wie Geld, Arbeitszeit oder Material. Nicht selten richten sie ihre Mitarbeitenden auf Ziele aus, die nicht im Interesse der Organisation sind und dulden unfreundliches oder gar aggressives Verhalten gegenüber anderen Abteilungen, Kunden, Führungspersonen und Lieferanten. Auch werden Arbeiten zurückgewiesen, obwohl diese zum Kernauftrag der Abteilung gehören würden. Dies wird als unterstützend-disloyales Verhalten bezeichnet.
Ebenso gibt es Führungspersonen, die gegen Mitarbeitende und die Organisation agieren, indem sie schikanieren, demütigen und täuschen. Gleichzeitig verweigern sie die Arbeit, haben viele Fehlzeiten, betrügen oder stehlen. Dies wird als entgleistes Führungsverhalten bezeichnet.
Eine weitere Form von Führungsverhalten ist der «Laisser-faire»-Stil, bei dem gar nicht geführt wird. Die Mitarbeitenden sind sich selbst überlassen. Wenn Mitarbeitende die fehlende Führung eigenständig kompensieren, kann sich das positiv auswirken. Ansonsten hat das Fehlen von Führung tendenziell desaströse Auswirkungen; insbesondere in Krisen. Aus diesem Grund wird der «Laisser-faire»-Stil ebenfalls destruktivem Führungsverhalten zugeschrieben.