Früher wurde beim Führen des Unternehmens zu Neudeutsch «top down» kommuniziert. Es galt das Wort des Patrons. Es wurde kaum oder gar nicht widersprochen. Gehorsam folgten die Untergebenen. Man spürte fast körperlich die Schweigsamkeit in den Arbeitsräumen und das fleissige Tippen der Schreibmaschinen. Die Kommunikation war direkt, einseitig, autoritär.
Im Wandel
Mit der Demokratisierung ist die neue Terminologie «Leadership Communication» entstanden. Eine neue Haltung, die wiederum auf zwei Treibern basiert: dem gesellschaftlichen und technischen Wandel, vor allem durch Social Media. Beide Faktoren haben dazu geführt, dass heute Führung und Kommunikation stark ineinander verflochten sind.
Gesellschaftlicher Wandel
Die einstmals einseitige hat sich unterdessen zur zweiseitigen Kommunikation gewandelt. Letztere bedeutet, dass Feedback vorkommt und immer möglich ist. Mit den sozialen Reformen, der Globalisierung sowie der Digitalisierung und mit der zunehmenden Regulierung hat die Kommunikation neue Dimensionen angenommen. Die Kommunikations- und Austauschbeziehungen haben sich intensiviert. Wir sind beim Anspruch der Partizipation angekommen. Menschen teilen gerne mit und wollen ihre Rechte ausüben, sie wollen Teil des Entscheidungsprozesses sein.
Technischer Wandel, Social Media
Mit dem technischen Wandel, den neuen Medien und Kommunikationskanälen hat unterdessen jeder Sender eine immense Auswahl, wie er seine Nachricht vermitteln will, die Kommunikationskanäle haben sich vervielfacht und die Empfänger respektive auch das Publikum kann sich auf diverse Arten äussern. Mit dem Internet haben sich neue Partizipationsmöglichkeiten für die User ergeben. Die Grenzen verwässern sich. Wer via Social Media kommuniziert, weiss kaum, an wen er sich alles richtet und wie gross das Publikum ist. Es bilden sich neue Entscheidungswege, neue Communities, um die eigene Meinung zu teilen und zu äussern.
Meinungen können zu Kampagnen werden, ohne dass dies jemals die Absicht war. Es gibt keine Kontrolle mehr über den Inhalt und die Äusserungen. Informationen können nicht überprüft werden. Aufgebautes Vertrauen kann in Sekunden zerstört werden. Jeder einzelne Mitarbeitende kann sich auf den neuen Kommunikationsplattformen äussern, was bedeutet, dass er indirekt mit dem Unternehmen, sprich seinem Arbeitgeber, kommuniziert und direkt seine Meinung mit der Öffentlichkeit teilt.
Was seine negativen Aspekte hat, hat auch eine positive Seite. Mit den sozialen Medien sind Informationen rascher verfügbar. Das schafft Transparenz und ermöglicht es zu vergleichen. Die Unternehmen können sich positionieren und die Kanäle für ihre Neuigkeiten nutzen. Vom Monolog sind wir beim Dialog angekommen (vgl. Kommunikationsmodell von Bentele und Beck 1994). Mit den Social Media kann der Dialog kreiert, gefördert und gepflegt werden, sofern dieser Dialog wiederum auf einer guten durchdachten (Kommunikations-/Social Media-)Strategie basiert.