Accountability-Programme setzen dort an, wo in den meisten Unternehmen enor-me Leistungsreserven schlummern: Beim Engagement der Mitarbeiter. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup zeigt in seinem «Engagement-Index», der grössten Studie zu diesem Thema, dass in Schweizer Unternehmen enorme Leistungsreserven brachliegen (siehe Abbildung 1). Die Studie belegt, dass nur elf Prozent der Mitarbeitenden sich engagiert für die Erreichung der Unternehmensziele einsetzen, weil sie eine hohe Bindung zu ihrem Unternehmen haben.
Das ist fatal für Schweizer Unternehmen, denn gerade jetzt müssten sie schnell effizienter und wirtschaftlicher werden. Doch wie kann man die Vielzahl der erforderlichen Veränderungen in der Unternehmung umsetzen, wenn 89 Prozent der Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift machen oder sich gegen jede Veränderungen sträuben, weil sie bereits innerlich gekündigt haben?
Ende der 1980er-Jahre sah es in den USA ganz ähnlich aus, denn die Jagd nach dem Shareholder-Value hatte die Bindung der Mitarbeitenden an ihre Unternehmen massiv geschädigt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben Roger Connors, Tom Smith und Craig Hickmann ein Workshop-Prgramm entwickelt, an dem in den vergangenen 20 Jahren über eine Million amerikanische Führungskräfte und Mitarbeiter teilnahmen. Begleitend dazu entstanden die drei Fachbücher «The OZ-Principle», «Change the culture – «Change the game» und «How did that happen». In ihnen werden sowohl die zugrunde liegenden Modelle und Methoden erläutert, als auch über die Erfahrungen zahlreicher Unternehmen berichtet. Diese Bücher sind seit Langem Klassiker und stehen ununterbrochen auf den Bestsellerlisten für Managementliteratur.
Die Erfolge können sich sehen lassen. Heute zählen die sogenannten Accountability-Programme zu den weltweit er-folgreichsten «Fitnessprogrammen» für Unternehmen und die amerikanischen Unternehmen liegen im internationalen Vergleich unangefochten an der Spitze. Wie die Gallup-Studie belegt, engagieren sich inzwischen 27 Prozent der Mitarbeiter aktiv für ihr Unternehmen – nahezu zweieinhalb mal mehr als Schweizer Unternehmen im Durchschnitt haben.

