Die gute Beziehung zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft wird entscheidend durch die Kommunikationskultur beeinflusst. Die aktive und aufrichtige Kommunikation in einem Unternehmen trägt wesentlich zu einem guten Betriebsklima bei. Dabei ist es wichtig, dass neben den einseitigen Informationskanälen auch Instrumente geschaffen werden, die den Dialog zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitenden ermöglichen und fördern.
Abklären und kommunizieren
Wie wertvoll eine gepflegte gute Kommunikation im Unternehmen ist, zeigt sich spätestens dann, wenn Personalentscheide getroffen und umgesetzt werden müssen. Diese können sehr unterschiedlicher Natur sein, mit entsprechend verschiedenartiger Betroffenheit. Beispielsweise die Einführung eines neuen Spesenreglements, die Durchführung eines Betriebsübergangs (z.B. Verkauf, Generationenwechsel) oder eine Massenentlassung. Diese und andere Personalmassnahmen bedürfen der genauen juristischen Abklärung. Die beste juristische Abklärung nützt aber nur wenig, wenn die Kommunikation ausbleibt oder schlecht betrieben wird.
Phase der Unruhe kurz halten
Es liegt in der Natur des Menschen, dass er auf Neuerungen grundsätzlich zunächst mit Widerstand reagiert. Diese Gesetzmässigkeit wird auch die beste interne Kommunikation nicht aushebeln können. Das Ziel ist es aber, die Phase des Widerstands kurz zu halten, so dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bald wieder produktiv arbeiten. Je einschneidender die Massnahme für die Belegschaft ist, desto intensiver muss die Kommunikation derselben betrieben werden. Eine gute interne Kommunikation hat dabei in erster Linie zum Ziel, Ruhe im Unternehmen und Vertrauen zu den Mitarbeitenden herzustellen. Denn jede personalrechtliche Massnahme bringt Unruhe ins Unternehmen. Die Mitarbeitenden arbeiten weniger konzentriert, weniger produktiv und überhaupt weniger. Stattdessen reden sie viel, bleiben öfter vom Arbeitsplatz fern, bauschen die Sache auf und hetzen gegen den Arbeitgeber. Ausserdem steigt die Zahl der Absenzen, sei diese durch Blaumachen, Krankheit oder auch durch Unfälle, die infolge Unkonzentriertheit vermehrt passieren.
Parallel statt nacheinander
Gerade bei KMU liegt die Planung von Personalmassnahmen und deren Kommunikation meist bei der Personalabteilung oder direkt beim Geschäftsführer. Von der Typologie her kommt es oft vor, dass die Geschäftsleitung einen Beschluss fasst, die juristische Abklärung in Auftrag gibt (durch Personalabteilung oder Juristen) und schliesslich den Beschluss kommunizieren lässt oder selber kommuniziert. Durch dieses Nacheinander verliert man als Arbeitgeber nicht nur viel Zeit und Geld, sondern auch die Kommunikationsherrschaft. Vielmals wird externer juristischer Rat beigezogen. Doch wer kommuniziert dann das Juristische in verständlicher Sprache? Juristen neigen dazu, mit vielen Worten möglichst wenig zu sagen, um nicht festgenagelt zu werden. Dies ist aber in der Personalkommunikation ein fataler Fehler. Will man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Sparringspartnern machen, auch wenn oder gerade weil eine schwierige Unternehmensphase bevorsteht, gelingt diese nur mit klaren, direkten und aussagekräftigen Worten. Eine klare Information und Sprache kann man aber nur dann finden, wenn man über die juristischen Hintergründe genau im Bild ist und sich auf Fragen der Belegschaft entsprechend vorbereitet hat.
