Über eines muss sich jede Geschäftsleitung bewusst sein, egal wie diskret und vertraulich allfällige Veräusserungspläne diskutiert werden, die Mitarbeitenden spüren schon vor der ersten Information, dass etwas im Gang ist. Gleichzeitig werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unsicher und unkonzentrierter. Häufig mit der Folge, dass Unfälle und Krankheitstage zunehmen.
Angst vor Veränderung
Auch wenn nichts so sehr sicher ist wie die Veränderung, sie verunsichert uns Menschen. Im Erwerbsleben wird zwar Flexibilität verlangt und vorausgesetzt, Tatsache aber ist, dass auch der moderne Mitarbeiter nichts lieber schätzt als Kontinuität. Nun ist es aber so, dass ein Unternehmen sich den Marktveränderungen anpassen muss, sei dies durch Innovationen, durch Reorganisationen oder schliesslich durch Firmenkäufe oder -verkäufe. Betriebsübergänge bei KMU sind für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein einschneidendes Ereignis, insbesondere bei inhabergeführten Unternehmen. Hier kennt die Inhaberfamilie die Mitarbeitenden persönlich und es besteht ein Vertrauensverhältnis. Dieses Vertrauensverhältnis gerät durch einen bevorstehenden Eigentümerwechsel ins Wanken – unter Umständen auch dann, wenn die neue Eigentümerschaft ebenfalls aus der bisherigen Besitzerfamilie stammt.
Sich selber am nächsten
Was die Hintergründe für einen Betriebsübergang sind, ist – überspitzt formuliert – den meisten Mitarbeitenden ziemlich egal. Für sie entscheidend ist, ob ihr Arbeitsplatz durch den Übergang nach wie vor besteht, und wenn ja, in welcher Form. Unsicherheit hinsichtlich des eigenen Arbeitsplatzes lähmt die Produktivität, verursacht Wirbel und kann sogar krank machen. Es gilt daher, einen Betriebsübergang so schonend wie möglich und gleichzeitig so rasch als möglich zu vollziehen. Nichts ist nämlich schlimmer als lang anhaltende Unsicherheit.
Die interne Kommunikation ist in einer solchen Phase gefordert wie nie. Speziell bei KMU, wo die Mitarbeiterkommunikation meistens Chefsache ist und oft ad hoc erfolgt. Als Geschäftsleitung und gerade auch als Inhaber darf man ob all der vielen abzuklärenden und zu ergreifenden Massnahmen die Mitarbeiter nie vergessen. Sie gilt es ganz besonders zu betreuen, zu informieren und mit ihnen in Dialog zu treten, um sie auf die neue Reise mitzunehmen. Sie müssen Verbündete werden, denn sie sind die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Unternehmens. Klar, jeder ist ersetzbar, aber es ist einfacher, ein Schiff mit einer eingespielten, wenn auch gleich etwas aufmüpfigen Mannschaft durch hohe Wellen zu steuern, als mit einer neu zusammengewürfelten Crew, in welcher keiner weiss, welche Aufgaben er hat.