Mensch & Arbeit

Personalentwicklung

Wie die wertvollste Ressource nachhaltig gestärkt werden kann

Die wichtigste Ressource in einer Organisation ist das Personal. Denn es ist das menschliche Wesen, das durch sein innovatives Verhalten neue Ideen entwickelt, durch sein Engagement und Know-how Produkte in höchster Qualität herzustellen vermag und durch seine individuelle Persönlichkeit Kundenkontakte knüpft und pflegt. Oftmals jedoch gerät die Wichtigkeit der Ressource Mensch zwischen kostensenkenden Prozessoptimierungen oder gewinnversprechenden Outsourcing-Projekten in den Hintergrund.
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Um die optimalen Kandidatinnen und Kandidaten für offene Stellen zu finden, werden aufwendige Personalrekrutierungsverfahren vorgenommen. Sind die passenden Mitarbeitenden einmal eingestellt, werden diese teilweise leider nicht weiter gefördert. Durch gezielte Personalentwicklung (PE) können Stärken und Schwächen der Organisationsmitglieder erkannt und erweitert beziehungsweise vermindert werden, was der Organisation wie auch den Mitarbeitenden vielschichtigen Nutzen bringt.

Was ist Personalentwicklung?

Wie der Begriff Personalentwicklung vermuten lässt, handelt es sich dabei um die Förderung der Mitarbeitenden. Zur Personalentwicklung zählen Entwicklungsaktivitäten, die durch die Organisation veranlasst werden, um ihr letztlich Nutzen zu bringen. Finden bei Mitarbeitenden Qualifikationsveränderungen statt, die nicht auf Massnahmen zurückzuführen sind, die von der Organisation geplant wurden, werden diese nicht im Bereich Personalentwicklung angesiedelt. Solche Veränderungen können zum Beispiel durch die selbstständige Weiterbildung der Mitarbeitenden während ihrer Freizeit und auf ihre Kosten entstehen. Personalentwicklung wird als Prozess verstanden und ist gegenwarts- sowie zukunftsorientiert. Folgende zwei Hauptziele werden verfolgt:

  1. Erhaltung und Optimierung der Arbeitsfähigkeit für aktuelle Tätigkeiten.
  2. Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit für (mögliche) künftige Anforderungen.

Für alle Hierarchiestufen

Zielgruppe der Personalentwicklung sind alle Organisationsmitglieder. Die gezielte Entwicklung soll folglich auf allen Hierarchiestufen stattfinden, das heisst bei Mitarbeitenden mit wie auch ohne Führungsfunktion. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz wird die Qualität von Führungs- und Fachpersonen auf allen Ebenen gewährleistet, womit die Arbeitsproduktivität und -qualität der ganzen Organisation optimiert wird. Im Rahmen der Personalentwicklung werden als Qualifikationen der Organisationsmitglieder nicht nur die Fachkompetenz berücksichtigt, sondern jegliche Kompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften, die zur erfolgreichen Bewältigung des Alltags beitragen. Dazu gehören beispielsweise auch Kommunikationsfähigkeit, Zeitmanagement, Umgang mit Stress usw.

Erfolgreiche Umsetzung

Damit sowohl die Organisationsmitglieder aller Hierarchiestufen als auch die Unternehmung selbst langfristig und in hohem Masse von der Personalentwicklung profitieren können, ist diese in die Unternehmensstrategie einzubetten.

Von der Zielsetzung und der Bedarfsanalyse über die Konzeption bis hin zur Umsetzung und deren Evaluation (Wirksamkeitsüberprüfung) soll die Personalentwicklung systematisch aufgebaut und auf andere Prozesse abgestimmt sein. Bei einer umfassenden Analyse des Personalentwicklungsbedarfs werden organisations-, tätigkeits- wie auch personenbezogene Merkmale überprüft. Nach der Evaluation können Anpassungen auf verschiedenen Stufen des Prozesses angezeigt sein, andernfalls wird eine Überarbeitung dann fällig, wenn sich grundlegende Faktoren verändern (z.B. Unternehmensstrategie, HRM-Strategie usw.).

Herausforderung für KMU

In Grossunternehmen bestehen Personalabteilungen, die häufig über unterschiedliche Fachpersonen – so auch Personalentwicklungsexperten – verfügen. Bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie wird das Personalmanagement (inkl. Personalentwicklung) berücksichtigt und in die Planung einbezogen. Kleine und mittlere Unternehmungen verfügen oftmals «nur» über eine administrative Personalabteilung, die aufgrund der Lohnzahlungen meist bei der Buchhaltung angesiedelt ist. Da in zahlreichen KMU die Verantwortung für die Personalentwicklung oft weniger geregelt ist, wird die Personalentwicklung bei der Planung der Unternehmensstrategie nicht berücksichtigt. Aufgrund des im Zentrum stehenden Tagesgeschäfts wird Personalentwicklung vernachlässigt. Folgende Herausforderungen können dadurch entstehen:

  • Personalentwicklung wird vor allem reaktiv angewandt, wenn entsprechende Probleme auftreten (z.B. Nachfolgeplanung).
  • Die Personalentwicklungsaktivität findet meist unter hohem Zeitdruck statt.
  • Oftmals fehlt die Abstimmung mit anderen Projekten, bestehenden Thematiken oder weiteren Personalentwicklungsmassnahmen.
  • Die Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie ist nicht gewährleistet.
  • Eine vorgängige Bedarfsanalyse ist aufgrund des Zeitdrucks und der fehlenden Ressourcen kaum möglich.
  • Eine Überprüfung der Wirkung und des Nutzens wird erschwert oder gar unmöglich.

In Grossunternehmen bestehen ganze Abteilungen, die sich um die Personalentwicklung kümmern, in Kleinstunternehmen hingegen übernimmt der Patron diese Funktion. KMU verfügen selten über systematisch organisierte Personalentwicklung, obwohl diese im Hinblick auf den Nutzen empfehlens- und prüfenswert wäre.