Liegt das Gröbste schon hinter uns? Oder droht aufgrund des harten Frankenkurses eine weitere Gewitterwolke auf dem Arbeitsmarkt? Die Meinungen der Auguren sind geteilt. Weitgehende Einigung besteht indes in der Auffassung, dass die Arbeitslosenquote eher noch ansteigt, selbst wenn sich der Wirtschaftsgang weiter beschleunigen sollte. Zunehmend intensivierende Globalisierung, Rationalisierungs-Investitionen zur Erhöhung der Produktivität und eine traditionsgemäss feststellbare Zurückhaltung bei Anstellungen in Zeiten von Umstrukturierungen sprechen eine deutliche Sprache.
Hauptsächliche Elemente
Gegenwärtig befinden wir uns in einer eigentlichen Umbruchsituation. Sie ist gekennzeichnet von drei hauptsächlichen Elementen: Erstens stellen wir eine generelle Unsicherheit fest. Sie rührt von einer währungsbedingten Nachfrageabschwächung bei wichtigen Industrie- und Konsumgütern her. Das betrifft namentlich exportorientierte Betriebe. Der härtere Franken beeinflusst zahlreiche Zulieferbetriebe erheblich, zum grossen Teil mittelgrosse Betriebe, die sich stark auf eine beschränkte Zahl von Abnehmern konzentrieren. Zweitens bestehen Unsicherheiten bezüglich der Finanzierungsbereitschaft der Banken, mittelfristig drohender Inflationsszenarien und weiterer Globalisierung der Beschaffungsmärkte für Halbfabrikate und Komponenten. Und drittens wissen wir alle noch zu wenig, welche grundlegenden Strukturänderungen und auch Werteveränderungen die Zeit nach der Finanzkrise noch auslösen wird. Angesichts dieser Ausgangslage sind weitere Umstrukturierungen voraussehbar und unumgänglich.
Festes Fundament schaffen
Es zeichnet sich ab: Die Personalabteilung ist gefordert. Erschwerend hinzu kommt noch, dass nur wenig Zeit bleibt, sich auf die veränderte Situation einzustellen. Ruhiger sein können Betriebe, die sich schon vorgängig und prophylaktisch, beispielsweise begleitet durch einen erfahrenen Mitarbeiter oder externen Berater, auf Veränderungen eingestellt haben. Wer diese «Hausaufgabe» noch zu lösen hat, tut gut daran, sofort damit zu beginnen. Konkret heisst das: Ein festes Fundament schaffen und sichern. Jetzt zeigt sich eben, wem es ernst ist mit «dem wichtigsten Kapital des Unternehmens». Gerade weil es um Menschen geht, die vielfach über lange Zeit wertvolle Arbeit geleistet und volles Engagement bewiesen haben, lautet die oberste Devise Ehrlichkeit. Hinzu kommen Anstand und Transparenz. Denn eines ist klar: Wer immer schon offen und klar informiert hat, bleibt auch in der Krise glaubhaft. Das zahlt sich auf Dauer erst recht aus, weil auch bezüglich Konjunkturschwankungen gilt: Nach dem Aufschwung ist vor dem Aufschwung. Wer in schwierigen Zeiten mit seinen Mitarbeitenden korrekt umgeht, ist in einer späteren Wachstumsphase erst recht ein begehrter Arbeitgeber.