Die Gründe dafür sind vielfältig. Konjunkturell oder strukturell bedingter Verlust des Arbeitsplatzes, geringe Verdienstaussichten, mangelnde Karrieremöglichkeiten, Mobbing, Umzug, Änderung persönlicher Neigungen oder gesundheitliche Probleme, die die Ausübung des bisherigen Berufes unmöglich machen – das sind nur einige der Faktoren, die Menschen dazu bringen, ihre beruflichen Prioritäten neu zu setzen. Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Bereits bei der ersten beruflichen Tätigkeit hat ein Fünftel der Absolventen den Ausbildungsberuf verlassen.
Das Ziel kennen
Wie lassen sich Misserfolge beim Abenteuer berufliche Umorientierung vermeiden? Wer den Weg – Berufswechsel – kennt, aber bisher nur vage Vorstellungen vom Ziel hat, sollte sich die Zeit für eine professionelle Persönlichkeits- und Potenzialanalyse nehmen. Nach dem Motto «Wissen Sie, wer Sie sind, was Sie können und wohin Sie gehen wollen?» werden Potenziale erschlossen und Perspektiven entwickelt, Neigungen und Fähigkeiten analysiert und vor allem klare Ziele formuliert. So lassen sich die eigenen Stärken effektiv einsetzen. Die Herausarbeitung eigener Erwartungen und Ansprüche an den Karrierewechsel hilft, Enttäuschungen zu vermeiden und Sackgassen zu erkennen. Ehrgeiz und Eigenmotivation sind unerlässlich für einen erfolgreichen Karrierewechsel, aber auch eine Dosis Realismus kann nicht schaden.
Alte Leisten – neu entdeckt
Bevor man Hals über Kopf in die nächste Weiterbildung stürzt, sollte analysiert werden, ob die ins Auge gefasste Neuausrichtung der passende Bereich für sich ist. Ausserdem sollte abgeklärt werden, ob es Weiterentwicklungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Coaching am bisherigen Arbeitsplatz gibt. Werden nur bestimmte Aspekte vermisst, etwa die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen, eigene Projekte zu leiten, während die Aufgabe an sich doch «das Richtige» ist? Auch hier lässt sich durch sorgfältige Standortbestimmung und Coaching viel erreichen. Gegebenenfalls kann ein aufwendiger Berufswechsel mit Neuausbildung und -einstieg vermieden werden. Die gezielte Weiterentwicklung persönlicher Qualifikationen, etwa das Erlernen von Teamführung oder Projektplanung, hilft, gegenüber Vorgesetzten überzeugend für eine Erweiterung des Aufgabenbereiches zu argumentieren – und sorgt so für mehr Zufriedenheit in Job und Privatleben.
Überblick und Ausrüstung
Es ist wertvoll und ratsam, sich einen vertieften Einblick in seine eigene Persönlichkeit zu verschaffen. Der Weg zum Erfolg führt über folgende drei Fragen:
- Wer bin ich?
- Was kann ich?
- Wohin will ich gehen?
Dabei sollte man seinen Blick nicht nur auf die Spitze des Eisberges lenken, sondern auch in die Tiefe gehen und seine versteckten Anteile erkennen. Möglichkeiten zur Selbsterkenntnis bietet die nachfolgende Selbstreflexion. Dazu sollten auch eine oder mehrere vertraute Personen gebeten werden, einem die nachfolgenden Fragen zu beantworten. Anschliessend lässt sich das Selbst- mit dem Fremdbild vergleichen. Eine gute Möglichkeit, sich zu erkennen, sind auch Persönlichkeitstests. Vor allem Tests, die sich der Symbolsprache bedienen, helfen, die unbewussten Anteile zu erkennen und sich dadurch besser zu verstehen.