Mensch & Arbeit

Mehr Unternehmertum wagen

Warum technische und gewerbliche Berufe mehr Gründungen brauchen

Unternehmertum entsteht nicht nur in digitalen Start-ups, sondern auch im Gewerbe, in technischen Berufen und direkt beim Kunden. Gerade dort verfügen viele Fachkräfte über grosses Gründungspotenzial. Entscheidend ist, fachliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Wissen, Struktur und gezielter Unterstützung zu verbinden.
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Unternehmertum ist mehr als Start-up-Romantik

Wenn über Start-ups gesprochen wird, dominieren häufig Bilder von digitalen Plattformen, Venture Capital und international skalierbaren Geschäftsmodellen. Diese Unternehmen sind wichtig: Sie treiben Inno­vation, schaffen Dynamik und stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Doch Unternehmertum hierzulande ist deutlich breiter aufgestellt. Ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsteht dort, wo oft weniger öffentliche Aufmerksamkeit liegt: im Gewerbe, in technischen Berufen, im Handwerk, in industrienahen Dienstleistungen sowie in kleinen und mittleren Unternehmen. Gerade in diesen Be­reichen braucht es mehr Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Ein erweitertes Verständnis von Start-ups

Die Schweiz lebt von Innovation – aber Innovation ist nicht auf digitale Geschäfts­modelle beschränkt. Wer ein Ingenieurbüro gründet, einen spezialisierten Produktionsservice aufbaut, ein Gebäudetechnikunternehmen übernimmt oder einen modernen Werkstattbetrieb entwickelt, handelt ebenso unternehmerisch wie ein Software-Start-up. Unternehmertum beginnt nicht bei Finanzierungsrunden, sondern dort, wo:

  • Chancen erkannt werden 
  • Verantwortung übernommen wird 
  • konkreter Kundennutzen geschaffen wird 

Technische und gewerbliche Berufe verfügen dabei über ein besonders hohes Gründungspotenzial. Hier verbinden sich Fachkompetenz, Praxiserfahrung, Kundennähe und Problemlösungskompetenz – eine Kombination, die für nachhaltigen Unternehmenserfolg entscheidend ist.

Warum mehr Fachkräfte gründen sollten

Viele Berufsleute bringen nach einigen Jahren Praxis genau jene Kompetenzen mit, die erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer auszeichnen:

  • fundiertes Fachwissen 
  • Verständnis für Qualität und Prozesse 
  • Nähe zu realen Kundenbedürfnissen 
  • Erfahrung in Projekten und Abläufen 
  • lösungsorientiertes Denken 
  • hohe Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein 

Was häufig fehlt, ist nicht die Fähigkeit – sondern der letzte Impuls. Denn Selbstständigkeit bedeutet mehr als fachliche Exzellenz. 

Erfolgreiche Gründungen erfordern zusätzlich Kompetenzen in Bereichen wie:

  • Finanzierung und Preisgestaltung 
  • Marketing und Positionierung 
  • Recht und Organisation 
  • Personalführung 
  • Digitalisierung und Strategie 

Genau an dieser Schnittstelle scheitern viele Vorhaben – nicht an der Idee, sondern an der Umsetzung.

Selbstständigkeit braucht Struktur und Unterstützung

Potenzielle Gründerinnen und Gründer stellen sich zu Recht zentrale Fragen:

  • Wie baue ich ein tragfähiges Netzwerk auf? 
  • Wie gewinne ich erste Kunden? 
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten? 
  • Wie kalkuliere ich wirtschaftlich ­nachhaltig? 
  • Welche Risiken sind tragbar? 
  • Wie positioniere ich mich im Markt? 

Diese Fragen sind kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von unternehmerischer Reife. Sie zeigen gleichzeitig, wie entscheidend praxisnahe Unterstützung ist.

Konkrete Angebote für den Schritt in die Selbstständigkeit

Genau hier setzt anavant an. Der Verband hat sein Angebot gezielt ausgebaut, um angehende Selbstständige und KMU-Unternehmer praxisnah zu begleiten. Das Angebot umfasst:

  • Netzwerk- und Inspirationsevents: Aus­tausch mit Gründerinnen und Gründern sowie Einblicke in reale Unternehmensgeschichten 
  • Strukturierte Ausbildungsformate: Zweimal jährlich durchgeführte Abendkurse (je elf Module) zur Vorbereitung auf die Selbstständigkeit 
  • Praxisorientierte Workshops: Vertiefung zu Themen wie Wachstum, Internationalisierung, Marktauftritt oder Unternehmensentwicklung 
  • Individuelle Coachings: Begleitung in Gruppen oder einzeln – konkret, umsetzungsorientiert und zu moderaten Kosten 

Ziel ist es, Fachpersonen den Weg in die Selbstständigkeit systematisch zu erleichtern und die Umsetzungswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Mehr Gründungen stärken den Werkplatz Schweiz

Ein höherer Anteil an Unternehmensgründungen im technischen und gewerblichen Umfeld wirkt sich direkt positiv auf den Wirtschaftsstandort aus:

  • stärkere regionale Wertschöpfung 
  • innovative und kundennahe Angebote 
  • Sicherung von Nachfolgelösungen in bestehenden Betrieben 
  • Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen 
  • schnellere Umsetzung von Innovationen in den Markt 

Gerade vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel, technologischer Transformation und zunehmendem Wettbewerb braucht die Schweiz mehr Unternehmergeist – über alle Branchen hinweg.

Fazit

Start-ups bleiben ein wichtiger Bestandteil des Innovationssystems. Doch ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort braucht ein breiteres Verständnis von Unternehmertum. Technische, gewerbliche und praxisorientierte Berufe bieten ein enormes, noch zu wenig ausgeschöpftes Gründungspoten­zial. Wer Fachkompetenz mit unternehmerischem Denken und gezielter Unterstützung verbindet, kann nachhaltige Unternehmen aufbauen. Denn viele erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer starten nicht im Inkubator – sondern in der Werkstatt, auf der Baustelle oder direkt beim Kunden.

Weiterführende Informationen: anavant.ch/begleitung-in-die-selbstaendigkeit

Vom Side-Hustle zur Selbstständigkeit: Patrick Schmitt, iSchmitt Repair, Greifensee

Patrick Schmitt zeigt exemplarisch, wie Unternehmertum im technischen und ­gewerblichen Umfeld entsteht – Schritt für Schritt, praxisnah und mit ausgeprägter Eigeninitiative.

Seine unternehmerische Reise begann 2018 mit einer einfachen Smartphone-­Reparatur im Familienkreis. Aus Neugier wurde rasch Kompetenz, aus ersten ­Aufträgen ein Nebenerwerb – und schliesslich mit iSchmitt Repair ein eigenständiges Unternehmen. Parallel dazu baute er weitere Geschäftsfelder auf, unter ­anderem einen E-Commerce-Shop für personalisierte Produkte.

Der Weg dorthin verlief jedoch alles andere als geradlinig. Trotz wachsender Nachfrage war die Anfangsphase geprägt von Unsicherheit, finanziellen Herausforderungen und hoher Arbeitsbelastung. Über längere Zeit kombinierte Schmitt seine Selbstständigkeit mit einem Teilzeitpensum – oft an der Belastungsgrenze zwischen operativem Tagesgeschäft und strategischer Weiterentwicklung.

Der entscheidende Durchbruch gelang durch klare Zielsetzungen, konsequentes Handeln und den Aufbau gezielter Partnerschaften: 2025 wagte er den Schritt in die volle Selbstständigkeit, steigerte Umsatz und Gewinn signifikant und entwickelte sein Unternehmen strukturiert weiter – unter anderem mit der Umwandlung in eine GmbH.

Ein zentraler Erfolgsfaktor auf diesem Weg war seine Weiterbildung: Mit dem ­Abschluss der Technischen Kaufleute (TK) bei anavant legte er das betriebswirtschaftliche Fundament, um zentrale Themen wie Preisgestaltung, Beschaffung und Finanzführung professionell zu steuern.

Sein Fazit:

Erfolgreiche Selbstständigkeit entsteht nicht durch perfekte Planung, sondern durch konsequente Umsetzung, fundiertes Zahlenverständnis und einen klaren Fokus.

www.ischmittrepair.ch

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