Mensch & Arbeit

Arbeitsmarkt im Umbruch (Teil 3 von 4)

Spürbare Sicherheit bewirkt eine höhere Leistungsbereitschaft bei Mitarbeitenden

Volle Fahrt voraus. Nachdem das Unternehmen seine Strukturen den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst und gezielt Personal abgebaut hat, ist wieder Land in Sicht. Oder in einer anderen Sinnsprache: Das Licht am Ende des Tunnels wird allmählich sichtbar. Sind somit alle Probleme gelöst?
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In stürmischen Zeiten muss Personal abgebaut werden. Dies kann mittels gezielter Massnahmen, beispielsweise Unterstützung des Einzelnen bei der Erarbeitung einer Marketingstrategie, dem persönlichen Auftritt, der Zieldefinition usw. positiv unterstützt werden. Wer aber sind die Survivors, die Überlebenden? Was ist mit den im Unternehmen Verbleibenden, also all denjenigen, die aktiv mitwirken und das Unternehmensschiff wieder klarmachen, um in See zu stechen?

Unterschätzte Lage

Es ist in der Tat so, dass für die Mitarbeitenden, die das Unternehmen in stürmischen Zeiten verlassen müssen, in der Regel viel getan wird. Es werden – basierend auf gesetzlichen Vorschriften, aber auch vom sozialen Selbstverständnis der Unternehmen her gesehen – Sozialpläne erstellt, die Austretenden fachlich kompetent unterstützt, Abgangsentschädigungen ausgehandelt und Frühpensionierungen in die Wege geleitet. Die Menschen, die jedoch im Unternehmen verbleiben, werden häufig vergessen. Man geht selbstverständlich davon aus, dass diese in Zukunft mit ihrer vollen Kraft mitziehen und das Unternehmen wieder auf Vordermann bringen. Das muss aber nicht automatisch der Fall sein.

Verunsicherung abbauen

Wenn es dem Arbeitgeber schlecht geht, Kündigungen ausgeprochen werden, sind alle Mitarbeitenden in hohem Mass verunsichert. Trifft es mich, trifft es mich nicht? Das sind Fragen, die sich alle stellen. Im Moment, an dem klar ist, wer das Unternehmen verlässt, geht ein Aufatmen durch die Reihen der Verbleibenden, der Survivors. Diesen muss nun die ganze Aufmerksamkeit geschenkt werden. In der Phase der Bekanntgabe, wer das Unternehmen verlassen muss, sind die Verbleibenden ebenso klar und transparent zu informieren. Welche Ziele haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung definiert, wo wollen wir hin? Alle Mitarbeitenden sollen im Klaren sein, wie die nähere, mittlere Zukunft aussehen wird. Welche Massnahmen sind an der Verkaufsfront getroffen worden, welche statistischen Werte liegen vor bzw. werden erwartet? Wie sieht der aktuelle und zukünftige Produktionsplan aus, sind neue Produkte in der Entwicklungs-Pipeline, wann sollen sie auf den Markt kommen? Wie wird der Markt bearbeitet? Geht das Unternehmen neue Kooperationen ein? Solche Informationen lassen sich ins Intranet stellen oder am Anschlagbrett anbringen. Doch das reicht für eine nachhaltig vertrauensbildende Massnahme nicht. Insbesondere alle Führungskräfte sind stufengerecht in den Prozess einzubinden. Anhand interner Workshops sollen die Ziele konkretisiert und die Mitbeteiligten zu Mitbetroffenen gemacht werden. Alle Mitarbeitenden sollen die Möglichkeit erhalten, sich niveaugerecht beteiligen zu können. Um Vertrauen nachhaltig zu bilden, gilt: Mit Offenheit und Einbinden in die Verantwortung Sicherheit geben.