Dies geschieht ungeachtet der Tatsache, dass eine plötzlich vorhandene Gewalteskalation oder Pressemeldungen über einen innerbetrieblichen Vorfall die Abläufe empfindlich beeinträchtigen, Ressourcen in Beschlag nehmen und insgesamt beträchtliche Summen kosten, noch ganz abgesehen vom entstandenen menschlichen Leid. Ein umfassendes Sicherheitskonzept analog der Brandprävention macht deshalb Sinn. Eine nachhaltige Gewaltprävention setzt eine spezifische Ausbildung und ein immer wiederkehrendes Training aller Mitarbeitenden voraus, denn Bedrohungs- und Gefährlichkeitseinschätzungen sind laufend neuen Erkenntnissen anzupassen.
Formen der Gewalt
Am Arbeitsplatz werden vier verschiedene Formen von Gewalt unterschieden:
- Gewalthandlungen ohne persönliche Beziehung zu der Institution selber wie beispielsweise ein Raubüberfall.
- Gezielte Handlungen wie Sabotage, Manipulation der EDV.
- Gewalthandlung eines Mitarbeiters gegen den Betrieb, Kollegen oder Chef.
- Persönliche Konflikte eines Mitarbeiters.
Am häufigsten sind Handgreiflichkeiten, der Einsatz von Waffen ist eher die Ausnahme. Dagegen sind sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt in professionellen Beziehungen häufig vorkommende Ereignisse. Die Antwort auf die oft gestellte Frage, wie es denn anfängt, lautet: Mit allem, was möglich und denkbar ist. Es gibt keine spezifischen Indikationen, wie Gewalt anfängt, manchmal äussert sie sich unvermittelt, manchmal dauert es Jahre, bis es zu Exzessen kommt.
