Es ist kein Geheimnis, dass Velofahren gesund ist. Dagegen ist noch nicht jedem bewusst, dass dank einer regelmässigen körperlichen Betätigung auch ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsförderung im Betrieb geleistet werden kann. Bewegungsmangel, der häufigste Grund moderner Zivilisationskrankheiten, ist gerade unter Büromenschen weit verbreitet. Dabei könnte der Mindestbedarf an Bewegung – am besten täglich insgesamt 30 Minuten – schon durch die tägliche Velofahrt zur Arbeit abgedeckt werden.
Die Veloförderung ist also auch im Interesse des Betriebes, denn Arbeitsausfälle wegen Krankheit kommen ihn teuer zu stehen. Dazu kommt eine Reihe zusätzlicher Vorteile:
- die Gesundheit der Mitarbeitenden wird gefördert, ohne die Arbeitszeit zu belasten
- die Mitarbeitenden fahren entspannter und ohne Staus zur Arbeit und sind resistenter gegen Stress
- Parkplätze können eingespart werden
- das Image des Unternehmens wird positiv aufgeladen
Die Veloförderung kann im optimalen Fall so aussehen:
Erster Schritt
Nahe beim Eingang des Unternehmens werden sichere, gut zugängliche, überdachte und abschliessbare Veloabstellplätze eingerichtet. Eine gut zugängliche Velopumpe rundet das Angebot ab. Die Nachfrage nach Duschen und Garderoben steigt.
Zweiter Schritt
Eine gut ausgebaute Veloinfrastruktur führt auch zu einer steigenden Anzahl von Velonutzern im Betrieb. Das Bedürfnis nach gemeinsamen Aktionen wie zum Beispiel gemeinsamen Feierabendvelotouren, einem Betriebsausflug per Velo, einem Veloflicktag mit dem lokalen Velohändler oder der Anmeldung für die Aktion «bike to work» steigt.
Dritter Schritt
Das velofreundliche Betriebsklima zieht weitere Velofahrende an, das Velo wird zum Thema bei Vorstellungsgesprächen oder sogar beim Mitarbeitergespräch. Im Spesenreglement wird die Nutzung des Velos abgegolten, der Betrieb setzt sich bei der Standortgemeinde für eine sichere Anfahrt auf das Betriebsgelände oder für sichere Abstellplätze für Pendler beim Bahnhof ein. Die Autoabstellplätze werden kostenpflichtig und eine Umfrage unter den Mitarbeitenden zeigt das Mobilitätsverhalten auf. Anregungen und Vorschläge der Mitarbeitenden für weitere Verbesserungen für Velofahrende werden po-sitiv aufgenommen. Das Velofahren wird Teil des Mobilitätsmanagements im Betrieb und im Leitbild festgehalten.
Dass dieser skizzierte Weg zum velofreundlichen Betrieb tatsächlich auch von Unternehmen beschritten wird, zeigen Eingaben von 35 Betrieben (davon 26 KMU) für das Preisausschreiben «Prix Velo Betriebe», welches von Pro Velo Schweiz ausgeschrieben wurde. Die zwei nachfolgenden Praxisbeispiele demonstrieren eine Chronologie der Veloförderung.