Nachfolgend ist ein typisches Auswertungserlebnis nach einer Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit beschrieben.
10.00 Uhr, Firma XY: Wir werden von der Geschäftsleitung und der Personalverantwortlichen empfangen. Traktandum: Besprechen der Resultate aus der zweiten Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit. Der CEO ist nervös; es ist heute nicht sein erster und auch nicht sein letzter Termin. Er macht uns darauf aufmerksam, dass im Unternehmen im Moment schlechte Stimmung herrsche. Viel Arbeit, Überstunden – aber nicht mehr Lohn für das neue Jahr. Zudem fehlten für die nächsten Monate ein paar Aufträge – Kurzarbeit werde angedacht. Er sagt: «Sie müssen verstehen, unsere Führungskräfte haben im Moment kaum Zeit für Schulungen und Personalevents. Wir laufen alle auf dem Zahnfleisch.»
Wertschätzung gefragt
Trotz dieser Worte wird mit der Auswertung begonnen. Man sieht, dass sich die Firma grundsätzlich verbessert, in zwei Abteilungen jedoch massiv verschlechtert hat. In diesen zwei Abteilungen werden vor allem die Führung und Kommunikation stark bemängelt. In der Regel sinkt bei der zweiten Befragung die Zufriedenheit. Die Erfahrung hat gezeigt: Wenn das Vertrauen in der Firma steigt, äussern sich die Mitarbeitenden umso kritischer. In der Detailanalyse der zwei kritischen Abteilungen wurde ersichtlich, dass die Wertschätzung von den Vorgesetzten gegenüber den Mitarbeitenden nicht stimmt. Die Mitarbeiter fühlen sich wie «ausgepresste Zitronen». Nie hätten sie ein Dankeswort von den verantwortlichen Führungskräften erhalten. Zudem wird bemängelt, dass Ideen und Anregungen nicht ernst genommen würden. Vorschläge würden zwar angenommen, doch passiere nichts, und Feedback gäbe es keines.
Im Gespräch wurde dem CEO schnell bewusst, dass gerade in dieser hektischen, stressigen Zeit ein gutes Wort, ein Danke oder sonst eine Wertschätzung für die Mitarbeiter wie Balsam wirken. Es geht nicht um Schulungszeit oder sonstige finanzielle Ausgaben. Es geht um ein paar Worte, die in jedem Alltag Platz haben. Wenn die Leistung anerkannt wird, leistet man diese auch gerne. Wenn die Führungskräfte nur nach dem Motto «Grind abe und seckle» leben, dann wird es schwierig. Wir haben den Führungskräften den Tipp gegeben, sich jeden Tag (Eintrag im Kalender) fünf Minuten einem anderen Mitarbeitenden zu widmen: nur ein paar Worte zur Arbeit, eine Anerkennung des Einsatzes usw. Bereits einige Tage später kam positives Feedback, sowohl von den Mitarbeitenden als auch von den Führungskräften.
Nach Bedarf investieren
Schulung und Motivation nach dem «Giesskannenprinzip» kostet viel; die Nachhaltigkeit lässt zu wünschen übrig. Trotzdem wird in vielen Unternehmen Personal- und Organisationsentwicklung mit der Giesskanne verordnet. Der Grund: Es fehlen Instrumente, um rasch und unkompliziert zu ermitteln, wo welcher Bedarf besteht.
Heute möchten Personalverantwortliche pro Organisationseinheit (Gruppe) wissen, wo der Schuh drückt, damit sie Massnahmen bedürfnisorientiert planen und umsetzen können. Aus dieser Anforderung heraus ist das Befragungstool HR-aktiv entstanden, das wie ein Fiebermesser die «Temperatur» in der Organisation misst, und zwar nicht nur übers Ganze, sondern in jeder Organisationseinheit.
