Betriebliche Gesundheitsförderung ist in aller Munde, denn gesunde Mitarbeitende sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen. Die Angebotslage auf dem Markt ist sehr gross, fast schon unübersichtlich. Die Vielfalt beginnt mit Einzelmassnahmen, wie dem altbekannten «Apfeltag», und reicht bis zu einem umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagement. Deshalb haben die Schweizer Drogerien die Aktion «besser gsund» ins Leben gerufen. Sie ist in jedem Unternehmen einfach und langfristig umsetzbar: Interessierte Firmen können über die Internetadresse www.bessergsund.ch praxisnahe Gesundheitstipps bestellen und sie dann monatlich ihren Mitarbeitenden weitergeben. Durch umfassende Informationen zu gesundheitlichen Themen und thematisch passenden Gutscheinen bieten die Tipps Hilfe zur Selbsthilfe und motivieren die Belegschaft, frühzeitig und selbstverantwortlich etwas für die eigene Gesundheit zu tun.
Teil eines Gesamtprogramms
Gespräche mit verschiedenen Firmen, die bei «besser gsund» mitmachen, liefern spannende Einblicke in deren Umgang mit dem Thema Gesundheit. Trotz unterschiedlichen Unternehmensgrössen, Arbeitsbedingungen und Anforderungen an die Mitarbeitenden bleibt ein gemeinsamer Nenner: Die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern lohnt sich in jedem Fall. Denn krankheitsbedingte Absenzen sind kostspielig und beeinträchtigen eine reibungslose Produktion.
«Die Aktion ‹besser gsund› ist für uns ein Puzzleteil vieler Aktionen», erklärt Marco Müller, Leiter Human Resources bei der Trisa AG in Triengen. Die Trisa AG hat sich als eines von fast hundert Unternehmen entschieden, ihren Mitarbeitenden während eines Jahres jeden Monat einen «besser gsund»-Gesundheitstipp abzugeben. Die Trisa AG kombiniert die Gesundheitstipps beispielsweise mit «Trisa bewegt», einem Impulsprogramm zum Thema Bewegung und Aktivitäten wie Mittagssport, Bike-Club, Ski- und Wandertage und gemeinsame Lauf- und Bike-Wettkämpfe. Marco Müller ist sehr zufrieden mit der Aktion «besser gsund»: «Die Gesundheitstipps passen gut zu unserem Konzept. Sie sind handlich, übersichtlich und nicht zu lang.» Die Vielfalt der Themen über das gesamte Jahr hinweg findet der Personalleiter ebenfalls sehr ansprechend. Die Rolle des Arbeitgebers sieht er darin, gute Rahmenbedingungen für die Mitarbeitergesundheit zu schaffen und hin und wieder gezielt Impulse zu liefern, um deren Gesundheitsbewusstsein zu steigern.
Auch in Teams, die vorwiegend oder ausschliesslich sitzend arbeiten, können gesundheitliche Probleme auftreten. «Unsere Mitarbeitenden sitzen täglich fast nur am Bildschirm. Beschwerden wie Augenbrennen, Kopf- und Nackenschmerzen oder Schmerzen in Schultern, Armen und Händen sind weit verbreitet», erklärt Manuela Stauffer, Leiterin Human Resources beim Bundesamt für Wohnungswesen. Hier lässt sich mit gezielten und leicht umsetzbaren Tipps für den Arbeitsalltag einiges tun. Manuela Stauffer kombiniert zu den Gesundheitstipps, die bei den Mitarbeitenden auf durchwegs positives Echo stossen, eigene Aktionen. «Wir führen Personalschulungen durch. So beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Herzstiftung zum Thema Heart@Work – Gesundheitsrisiken erkennen und Chancen wahrnehmen», sagt Stauffer. Eine andere Aktion heisse «Mount Everest» und solle die Mitarbeitenden motivieren, Treppen zu steigen, statt den Lift zu benutzen, verrät die Personalleiterin.
Bei den Rigibahnen weht ein anderer Wind. Die Mitarbeitenden arbeiten grösstenteils draussen und unter grosser körperlicher Belastung. Aber auch hier werden die Tipps mit Interesse gelesen, erzählt Marcel Waldis, Leiter Finanzen und Administration. Denn dank Informationen und Tipps, die im Alltag leicht umzusetzen sind, fällt es vielen leichter, gesund durch den Arbeitsalltag zu kommen. Ganz besonders schätzt Marcel Waldis den Aspekt der Förderung der Selbstverantwortung: «Wir können damit die Verantwortung für die Gesundheit teilweise auf jeden einzelnen Mitarbeitenden übertragen.»
