Mensch & Arbeit

Betriebliche Gesundheitsvorsorge

Gesundheitstipps: Vorbeugen statt heilen

Die Aktion «besser gsund» stösst auf grosses Interesse bei den Unternehmen, besonders bei KMU. Monatliche Gesundheitstipps für die Mitarbeitenden motivieren die teilnehmenden Firmen, eine ganze Palette an Massnahmen rund ums Thema betriebliche Gesundheit aufzubauen. Das positive Feedback der Firmen hat bewirkt, dass die Tipps auch 2012 wieder angeboten werden.
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Betriebliche Gesundheitsförderung ist in aller Munde, denn gesunde Mitarbeitende sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen. Die Angebotslage auf dem Markt ist sehr gross, fast schon unübersichtlich. Die Vielfalt beginnt mit Einzelmassnahmen, wie dem altbekannten «Apfeltag», und reicht bis zu einem umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagement. Deshalb haben die Schweizer Drogerien die Aktion «besser gsund» ins Leben gerufen. Sie ist in jedem Unternehmen einfach und langfristig umsetzbar: Interessierte Firmen können über die Internetadresse www.bessergsund.ch praxisnahe Gesundheitstipps bestellen und sie dann monatlich ihren Mitarbeitenden weitergeben. Durch umfassende Informationen zu gesundheitlichen Themen und thematisch passenden Gutscheinen bieten die Tipps Hilfe zur Selbsthilfe und motivieren die Belegschaft, frühzeitig und selbstverantwortlich etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

Teil eines Gesamtprogramms

Gespräche mit verschiedenen Firmen, die bei «besser gsund» mitmachen, liefern spannende Einblicke in deren Umgang mit dem Thema Gesundheit. Trotz unterschiedlichen Unter­nehmensgrössen, Arbeitsbedingungen und Anforderungen an die Mitarbeitenden bleibt ein gemeinsamer Nenner: Die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern lohnt sich in jedem Fall. Denn krankheitsbedingte Absenzen sind kostspielig und beeinträchtigen eine reibungslose Produktion.

«Die Aktion ‹besser gsund› ist für uns ein Puzzleteil vieler Aktionen», erklärt Marco Müller, Leiter Human Resources bei der Trisa AG in Triengen. Die Trisa AG hat sich als eines von fast hundert Unternehmen entschieden, ihren Mitarbeitenden während eines Jahres jeden Monat einen «besser gsund»-Gesundheitstipp abzugeben. Die Trisa AG kombiniert die Gesundheitstipps beispielsweise mit «Trisa bewegt», einem Impulsprogramm zum Thema Bewegung und Aktivitäten wie Mittagssport, Bike-Club, Ski- und Wandertage und gemeinsame Lauf- und Bike-Wettkämpfe. Marco Müller ist sehr zufrieden mit der Aktion «besser gsund»: «Die Gesundheitstipps passen gut zu unserem Konzept. Sie sind handlich, übersichtlich und nicht zu lang.» Die Vielfalt der Themen über das gesamte Jahr hinweg findet der Personalleiter ebenfalls sehr ansprechend. Die Rolle des Arbeitgebers sieht er darin, gute Rahmenbedingungen für die Mitarbeitergesundheit zu schaffen und hin und wieder gezielt Impulse zu liefern, um deren Gesundheitsbewusstsein zu steigern.

Auch in Teams, die vorwiegend oder ausschliesslich sitzend arbeiten, können gesundheitliche Probleme auftreten. «Unsere Mitarbeitenden sitzen täglich fast nur am Bildschirm. Beschwerden wie Augenbrennen, Kopf- und Nackenschmerzen oder Schmerzen in Schultern, Armen und Händen sind weit verbreitet», erklärt Manuela Stauffer, Leiterin Human Resources beim Bundesamt für Wohnungswesen. Hier lässt sich mit gezielten und leicht umsetzbaren Tipps für den Arbeitsalltag einiges tun. Manuela Stauffer kombiniert zu den Gesundheitstipps, die bei den Mitarbeitenden auf durchwegs positives Echo stossen, eigene Aktionen. «Wir führen Personalschulun­gen durch. So beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Herzstiftung zum Thema Heart@Work – Gesundheitsrisiken erkennen und Chancen wahrnehmen», sagt Stauffer. Eine andere Aktion heisse «Mount Everest» und solle die Mitarbeitenden motivieren, Treppen zu steigen, statt den Lift zu benutzen, verrät die Personalleiterin.

Bei den Rigibahnen weht ein anderer Wind. Die Mitarbeitenden arbeiten grösstenteils draussen und unter grosser körperlicher Belastung. Aber auch hier werden die Tipps mit Interesse gelesen, erzählt Marcel Waldis, Leiter Finanzen und Administration. Denn dank Informationen und Tipps, die im Alltag leicht umzusetzen sind, fällt es vielen leichter, gesund durch den Arbeitsalltag zu kommen. Ganz besonders schätzt Marcel Waldis den Aspekt der Förderung der Selbstverantwortung: «Wir können damit die Verantwortung für die Gesundheit teilweise auf jeden einzelnen Mitarbeitenden übertragen.»

Gemeinsame Aktionen

Nicht nur die Gesundheitstipps selbst bieten Anlass für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein in den Firmen, auch die örtlichen Drogerien können für weitere, gesundheitsfördernde Massnahmen mit Rat und Tat zur Seite stehen. So geschehen im bernischen Lyss, Sitz der Firma Feintool International Management AG. Das Unternehmen ist im Bereich der Feinschneidetechnologie tätig und beschäftigt weltweit mehr als 1500 Mitarbeitende. Darunter Polymechaniker, die hauptsächlich an Maschinen arbeiten, aber auch Konstrukteure und kaufmännische Angestellte, die vorwiegend Bildschirmarbeit leisten. Wie kann ein Unternehmen etwas für die Gesundheit seiner Mitarbeitenden tun, wenn diese so unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt sind? Eine Möglichkeit ist, bei einer Aktion wie «besser gsund» mitzumachen und diese in Zusammenarbeit mit der örtlichen Drogerie zu einem Gesundheits-Projekt auszubauen. «Wir wollten das Thema Gesundheit in all seinen Facetten für unsere Mitarbeitenden erlebbar machen», sagt Karin Labhart, Personalverantwortliche bei der Feintool AG. Daher hat sich die Firma entschieden, zusätzlich zu den Gesundheitstipps speziell auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmte Aktionen in Zusammenarbeit mit der Dropa Drogerie in Lyss anzubieten. So konnten die Mitarbeitenden der Firma Feintool bereits verschiedene entschlackende Getränke ausprobieren oder ein Tagebuch zur Evaluation der Quellen von Kopfschmerzen auswerten lassen.