Wirtschaftlicher Druck, lange Arbeitstage, eiliges Essen – und nach dem Stress endlich nach Hause fahren und vor dem Fernseher mit Snacks und Alkohol Entspannung suchen: Die Versuchung, dem materiellen Konkurrenzkampf mit Raubbau an der eigenen Gesundheit zu begegnen, ist gross.
Alarmierende Werte
Für einen ganz anderen Ansatz auch – und gerade – in angespannten Zeiten plädieren drei Weltorganisationen, die sowohl für die Gesundheit als auch für wirtschaftlichen Erfolg einstehen: die World Heart Federation WHF (Weltherzverband), die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Weltwirtschaftsforum WEF. «Investitionen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit am Arbeitsplatz sind kein Luxus. Sie zahlen sich für alle Beteiligten aus», sagen sie in einem gemeinsamen Aufruf. Studien zeigen, dass es schon mit einfachen Massnahmen bis zu 25 Prozent weniger Kosten für krankheitsbedingte Absenzen, Erwerbsausfall und Invalidität gibt. Die Mitarbeitenden sind leistungsbereit und -fähig, und ihr Gesundheitszustand verbessert sich kurz- und langfristig. In der Schweiz steht heute hinter mehr als elf Prozent der Spitaleinweisungen von 40- bis 69-Jährigen die Diagnose «Herz-Kreislauf-Krankheit» – zum Beispiel Herzinfarkt oder Hirnschlag. Durch verstärkte Prävention wären bis zur Hälfte davon vermeidbar.
Einfache Massnahmen
Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, bedingt keine grossen Investitionen. Das ist namentlich auch für kleinere Betriebe wichtig. Ihre Ressourcen mögen knapper sein als jene grosser Unternehmen, dafür sind die Informationskanäle kürzer und die Umsetzung weniger umständlich. Entscheidend sind folgende Schritte:
- Die Arbeits- und Aufenthaltsräume zu rauchfreien Zonen erklären (z.B. durch eine Police)
- Mit Informationsblättern zu gesundem Essen mit vielen frischen Früchten und Gemüse anregen und in der Kantine entsprechende Menüs und Snacks anbieten (ein Beispiel findet sich hier unter www.worldheartday.org)
- Die Mitarbeitenden zu körperlicher Aktivität in den Arbeitspausen ermuntern. Firmeninterne Anlässe mit Bewegungselementen tragen nicht nur zur Vorbeugung vor Krankheiten bei, sondern auch zur Teambildung und fruchtbaren Zusammenarbeit.