Wie jedes Jahr wurde versucht, den kurzfristigen und reaktiven Führungsmodus durch einen nachhaltigen zu ersetzen – trotz der kurzfristigen und optimistischen Vorgaben «von oben», der Dominanz der quantitativen Ziele, der fehlenden Zielvorstellungen der Mitarbeitenden usw. Auch Themen wie Karriereplan oder Feedback an den Vorgesetzten werden angesprochen, obschon alle wissen: Es sind wie schon in der Vergangenheit zu viele Themen für ein Gespräch.
Nach den Gesprächen beginnt die eigentliche Führungsarbeit mit der Durchsetzung der vereinbarten Ziele. Gleichzeitig steigt der Druck des operativen Alltagsgeschäfts. So verläuft der Prozess der individuellen Zielerreichung mehr oder weniger ungesteuert und wird nicht ausreichend überwacht. Ein kon-tinuierlicher Dialog über die Zielerreichung findet kaum statt.
MbO hat mehr verdient
Der Zweck von MbO (Management by Objectives) besteht darin, das Engagement der Mitarbeitenden zu fördern und damit die Leistung zu verbessern. MbO ist ein wichtiges Instrument der kooperativen Führung. Es darf damit gerechnet werden, dass gute Führungsarbeit beim MbO das Engagement und die Arbeitsleistung um bis zu 20 Prozent steigern kann. Der aus mangelnder Führung resultierende langfristige Schaden an Mitarbeiter-Performance und -bindung ist also enorm und nicht zu tolerieren. Eines ist dabei allerdings von vornherein zu beachten: Führen mit Zielen benötigt eine Vertrauenskultur. Und es benötigt die permanente Überprüfung der Ziele auf allen Stufen. Dies erfordert Zeit – sowohl für die situative Alltagsführung als auch für unterjährige institutionalisierte Mitarbeitergespräche.

