Für Fehlzeiten gibt es verschiedene Ursachen, von innerbetrieblichen Mängeln über gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen bis hin zur privaten Situation eines Mitarbeitenden. Auch für Gegenmassnahmen kennt die Fachliteratur vielfältige Vorschläge. Eine fertige Patentlösung, die konsequent auf alle Betriebe oder bestimmte Branchen und Organisationen angewandt werden kann, gibt es jedoch nicht. Es braucht also, abgeleitet von den Vorschlägen der Literatur, betriebsspezifische Massnahmen. Wichtig ist, dass diese erst nach der Ursachen-Analyse (siehe «KMU-Magazin» 2/2010) erarbeitet und umgesetzt werden. Im Folgenden stellt die Fallstudie am Beispiel einer Privatklinik ein mögliches Vorgehen vor. Als Grundlage dient die Masterarbeit von Priska Muggli, die sie am Management-Weiterbildungszentrum der FHS St. Gallen (Fachhochschule) verfasst hat.
Umfassende Gegenmassnahmen
Massnahmen gegen Fehlzeiten kann ein Unternehmen zwar nicht komplett aus der Literatur übernehmen. Es ist aber trotzdem lohnenswert, sich einmal einen Überblick über die wichtigsten Lösungsvorschläge zu verschaffen. Sie bieten nämlich eine erste Grundlage für die betriebsspezifischen Massnahmen. Ein Blick auf die nachstehende Box zeigt, wie das Grundgerüst der Gegenmassnahmen aussieht. Es beginnt schon mit der Auswahl der Mitarbeitenden, umfasst deren Betreuung und Schulung, richtet sich an Führungskräfte und berücksichtigt gesundheitliche und private Aspekte. An diesem Grundgerüst kann sich ein Unternehmen bei der Entwicklung der eigenen Gegenmassnahmen orientieren. So hat die Autorin für die besagte Privatklinik in ihrer Masterarbeit ein Massnahmenpaket ausgearbeitet. Dabei nimmt sie auch Bezug auf die Vorschläge aus der Literatur. Ausgangspunkt für diesen Schritt waren die in der Analyse aufgedeckten Ursachen für die Fehlzeiten.
