In einer Untersuchung in den grösseren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wurden 7700 Personen aus der Bevölkerung (älter als 15 Jahre) zur Entwicklung von Telearbeit befragt. Ergebnis: In Deutschland sind überdurchschnittlich viele Menschen an Telearbeit interessiert. Allerdings eignet sich nicht jeder heutige Arbeitsplatz für Telearbeit; das Telearbeitspotenzial liegt in den untersuchten Ländern zwischen 6,6 und 8,2 Prozent der Arbeitsplätze. In Deutschland würde nach dieser Berechnung ein Potenzial für Telearbeit von zirka 2,5 Millionen Arbeitsplätzen bestehen. Die Verhältnisse in der Schweiz sind vermutlich ähnlich.
Was ist Telearbeit?
Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschliesslich oder zeitweise an einem ausserhalb der zentralen Betriebsstätte liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird. Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebsstätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden. Telearbeit tritt in verschiedenen Formen auf. Nachfolgend wird auf die unterschiedlichen Formen näher eingegangen.
Heimbasierte Telearbeit
Der Begriff der heimbasierten Telearbeit bezeichnet alle Formen der Telearbeit am häuslichen Arbeitsplatz des Mitarbeiters. Telearbeit ausschliesslich zu Hause: Bei dieser Tätigkeitsform steht dem Telearbeiter kein Arbeitsplatz beim Arbeitgeber zur Verfügung. Stattdessen erfolgt die Arbeitsverrichtung ausschliesslich in der Wohnung des Mitarbeiters. Hier hat der Mitarbeiter einen Arbeitsbereich mit PC und entsprechender Vernetzung. Somit kann er mit seinem Arbeitgeber auf dem Weg des elektronischen Dokumententransfers, E-Mail, Videokonferenz oder auch per Telefon in Kontakt treten. Auch werden Arbeitsergebnisse über diesen Weg ausgetauscht. Der Telearbeiter hat häufig keinen direkten Kontakt zu seinen Kollegen und tritt mit seinem Vorgesetzten nur selten in persönlichen Kontakt.
Alternierende Telearbeit: Bei dieser Form der Telearbeit arbeitet der Arbeitnehmer sowohl an seinem Arbeitsplatz beim Arbeitgeber als auch in seiner Wohnung, wobei er zwischen diesen Arbeitsplätzen hin- und herwechselt. Um diese Formen der sozialen Bindung auch bei der Ausübung von Telearbeit in unverändertem Mass beizubehalten, wird die alternierende Telearbeit in der Regel an nicht mehr als maximal drei Wochentagen ausgeübt. Um neben der sozialen Bindung nicht auch die persönliche Kommunikation einzuschränken, sollten nicht mehr als zwei Telearbeitstage aufeinander folgen. Die alternierende Telearbeit wird nicht nur in privatwirtschaftlichen Unternehmen eingesetzt, sondern hat sich auch in Pilotversuchen der öffentlichen Verwaltung bewährt.