Der Start erfolgte am 16. März 2010 mit einem Blickfang der besonderen Art: Die Suva holte den international bekannten Kreidekünstler Julian Beever nach Zürich. Der englische Strassenmaler ermöglichte den Besuchern eine nicht alltägliche Sicht auf das Thema «Stolpern und Stürzen», denn aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, wirken die Bilder von Beever dreidimensional. Und Beever schuf im Zürcher Hauptbahnhof das Bild eines täuschend echten Sturzes in die Tiefe.
Für Gefahren sensibilisieren
Diese Aktion mit dem 3D-Bild von Julian Beever war ein erster Schritt zur Sensibilisierung für die häufig massiv unterschätzten Stolper- und Sturzgefahren. In den nächsten fünf Jahren will die Suva mit gezielten Präventionsaktivitäten die Arbeitnehmenden in den Betrieben und die Bevölkerung sensibilisieren. Der Suva werden jährlich 85 000 Sturzunfälle gemeldet, die Kosten von 640 Millionen Franken zur Folge haben. Ziel der Kampagne ist es, diese Unfälle bei den Suva-versicherten Betrieben um fünf Prozent zu senken. Gelingt dies, können 12 000 Sturzunfälle vermieden und 82 Millionen Franken eingespart werden. Diese Einsparungen kommen den Versicherten in Form tieferer Prämien zugute.
Häufig und sehr teuer
Landläufig wird angenommen, dass berufliche Stolper- und Sturzunfälle selten vorkommen. Und wenn doch, vor allem im Winter und auf Arbeitsplätzen im Freien passieren. Die Statistik widerlegt diese Annahme jedoch deutlich:
- Bei den UVG-Versicherten sind im Durchschnitt 24 Prozent aller Berufsunfälle Stolper- und Sturzunfälle (Sportunfälle nicht mitgezählt).
- Es gibt Arbeitsplätze und Branchen, die sowohl weit über als auch unter diesen 24 Prozent liegen. Erstaunlich ist beispielsweise, dass in Büro- und Verwaltungsbetrieben der Anteil an Stolper- und Sturzunfällen an den Berufsunfällen bei 33 Prozent liegt.
Der Stolper- und Sturzunfall ist der häufigste Berufsunfall in der Schweiz. Er ist nicht nur häufig, er ist auch sehr teuer. Der durchschnittliche Stolper- und Sturzunfall verursacht 1,5 Mal so hohe Versicherungskosten wie ein durchschnittlicher Berufsunfall.
Unfälle auf ebenem Boden
Zu den gängigsten Stolper- und Sturzunfällen zählen nicht nur Stürze von einer Treppe. Die allermeisten Unfälle (ca. 75 Prozent) ereignen sich auf der Ebene und sind wenig spektakulär. Die Ursachen sind häufig auf unsichere Verhältnisse zurückzuführen wie beispielsweise:
- Defekte/unebene Böden
- Vorstehende und schlecht sichtbare Schwellen und Absätze
- Glatte/nasse Böden kombiniert mit ungeeigneten Schuhen
- Ungenügende Beleuchtung, wenig Kontrast
- Mangelhafte Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz
- Fehlende Signalisation von Gefahrenstellen
Wenn die Sensibilisierung und das Bewusstsein für Stolperfallen nicht vorhanden ist, werden solche nicht erkannt und als Folge davon auch nicht vermieden bzw. beseitigt.