Der Satz «unsere Mitarbeitenden sind unser Kapital» sollte auch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen nicht zur Floskel verkommen. Weil Wertschätzung Wertschöpfung schafft. Das heisst, dass sich Lob und Anerkennung für Unternehmen – egal welcher Grösse – auszahlen. In Franken und Rappen. Und in der Jahresbilanz. Das sagen Wirtschaftsfachleute, das schreiben Elisabeth Zechmeister, Psychologin und Psychotherapeutin, und Hubert Worliczek, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Trainer und Coach. Gemeinsam haben die beiden das Buch «Berufsprinzip Mensch sein. Wie Wertschätzung zum Erfolg führt» herausgegeben. Darin zeigen sie anhand von Interviews mit Top-Unternehmern, Personalverantwortlichen und Führungskräften, dass gerade in schwierigen Zeiten Wertschätzung zu attraktiven Ergebnissen führt.
Wir-Gefühl im Betrieb
Klar ist: Wenn den Mitarbeitenden Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, fühlen sie sich wahrgenommen und akzeptiert. Wertschätzung und Respekt tun gut, steigern die Motivation, stärken das «Wir-Gefühl» und die Identifikation mit dem Betrieb. Alles Faktoren, die zu mehr Arbeitszufriedenheit beitragen, zu mehr Zufriedenheit – und Gesundheit. Wer also die Gesundheit am Arbeitsplatz fördern will, muss eine Unternehmens- und Führungskultur etablieren, in der sich alle wertgeschätzt fühlen und ihre persönlichen Fähigkeiten entwickeln können. Wenn sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nämlich am Arbeitsplatz wohl fühlen, bleiben sie fit – und leistungsfähig. In Betrieben, in denen sich die Menschen mit Respekt, Wohlwollen und Anerkennung begegnen, wird nachweislich produktiver gearbeitet. Im Klartext: Die Unternehmensziele werden schneller erreicht – Wertschätzung schlägt sich in der Jahresbilanz nieder. Es macht sich bezahlt.
Glaubwürdig und authentisch
Fitte und gesunde Mitarbeitende, tolles Arbeitsklima, hohe Leistungsbereitschaft, kein Mobbing, keine krankheitsbedingten Ausfälle, keine «innere Kündigung», kein Frust, kein Burn-out – da müsste es doch allen Firmeninhabern, Personalverantwortlichen und Abteilungsleiterinnen einleuchten, dass Wertschätzung der Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg ist. Und dazu noch einer, der sich relativ schnell realisieren lässt: durch Transparenz im Betrieb, das gemeinsame Formulieren von Zielen, weitgehende Mitsprache, hier und da ein Lob, grosszügige Genehmigung von Weiterbildungen.
Doch so einfach ist die Sache leider nicht. «Blosse Worthülsen reichen nicht aus», sagen Elisabeth Zechmeister und Hubert Worliczek in aller Deutlichkeit. Wichtig seien die innere Werthaltung und das glaubwürdige Handeln.