Der Begriff Burnout wird heute schon fast modemässig und oft falsch gebraucht und missinterpretiert. Will man sich dieser massiven Gesundheitsbeeinträchtigung gewissenhaft nähern, gilt es den Begriff richtig zu verstehen. Burnout bezeichnet einen Zustand, der unter anderem geprägt ist von Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und mangelnder Motivation, welcher in jeder Tätigkeit und in jedem Beruf auftreten kann.
Häufig trifft man beim Thema Burnout auf die Redewendung: «Wer ausbrennt, muss zuerst gebrannt haben.» Dies adelt natürlich die Betroffenen, zeichnet sie doch offensichtlich ein grosses, ja übergrosses Engagement aus. Damit steht ein bestens geeignetes Alibi zur Verfügung. Jedoch läuft man so Gefahr, die Ursachen einfach dem von aussen geforderten, übergrossen Engagement zuzuordnen. Der Blick auf den Eigenanteil ist damit getrübt und erschwert es unnötig, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Symptome
So wie etliche Definitionen und Erklärungsansätze für Burnout existieren, gibt es auch unterschiedliche Vorstellungen über die Symptomatik und den Verlauf. Manche Autoren und Fachleute versuchen, Burnout nach einem zeitlichen Verlauf zu beschreiben, andere anhand der unterschiedlichen Auswirkungen. Das Burnout-Syndrom weist ein sogenannt «unspezifisches Beschwerdebild» auf, also ein Bild, welches keine einheitlichen Symptome hat, sondern solche, welche bei ganz verschiedenen anderen Krankheiten auch auftreten. Dies erklärt auch, dass für den Begriff Burnout stellvertretend Krankheiten wie Depression, als spezielle Form davon Erschöpfungsdepression, ins Spiel gebracht werden.
Verlauf und Entstehung
Burnout als Krankheitsform hat einen signifikanten Zusammenhang mit der jeweiligen Persönlichkeit und den (nicht) verfügbaren Bewältigungsstrategien. Ein Burnout oder Vorstufen davon entstehen oft unbemerkt und schleichend. Es vergehen in der Regel etliche Wochen bis Monate, bis die Anzeichen bemerkbar sind und richtig gedeutet werden. Dies oft zuerst vom persönlichen Umfeld und nicht von den Betroffenen selbst. Letztere haben meist erst Einsicht bei spürbaren körperlichen und oder psychischen Symptomen wie Erschöpfungsgefühle, Konzentrationsschwierigkeiten, körperliche Reaktionen wie Magenprobleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie erhöhter Reizbarkeit. Diese Symptome werden von den Betroffenen jedoch meist so lange verdrängt und unterdrückt, bis auch das Umfeld der Betroffenen darunter zu leiden beginnt.
Häufig werden Burnout-Symptome ausgelöst, wenn die angestrebten Ziele und zu bewältigenden Belastungen und Aufgaben über einen längeren Zeitraum nur durch grossen zusätzlichen Aufwand oder gar nicht erreicht respektive gelöst werden können. Falls die Ziele so erreicht werden, ist entweder die erwartete Anerkennung nicht ausreichend oder sie bleibt gar komplett aus. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Aufwand und erlebtem Erfolg (Effort-Reward Imbalance-Modell). So verwundert nicht, dass eine grosse Anhäufung von Burnout-Betroffenen in Gesundheits- und Lehrerberufen sowie bei allein erziehenden Elternteilen festgestellt wird.