Wenn ein mittelständisches Catering-Unternehmen wie Royal Business Restaurants (RBR) aus Thayngen einen globalen Marktführer der IT-Branche als Neukunden hat, ist es permanent Situationen ausgesetzt, die in der Vergangenheit so nicht aufgetreten sind. Täglich neue Menupaletten und eine Vielzahl individueller Ernährungswünsche setzen nicht nur eine innere Stärke und hohe Flexibilität der Mitarbeitenden voraus. Vor allem muss auch eine optimale Organisationsstruktur mit entsprechender Kommunikationskultur vorhanden sein. Hierarchisches Denken würde in dem speziellen Fall nur als Bremse für Kreativität, Produktivität und individuelle Mitarbeiter-
potenziale wirken.
Die Ausgangslage
Seit April 2010 ist RBR als Caterer für einen globalen Marktführer in der IT-Branche tätig. Um den hohen Anforderungen des Kunden optimal gerecht zu werden und für zukünftige Projekte besser gewappnet zu sein, entschloss sich RBR, anfangs 2011 eine Neujustierung seiner Organisationseinheit vorzunehmen. Die Veränderungen sollten von einem erfahrenen Coach und Trainer begleitet und auf eine gesunde Basis gestellt werden.
Der Prozess
Nach mehreren Gesprächen mit der Geschäftsführung wurde eine SWOT-Analyse (Stärken-, Schwächen- und Chancen-Analyse) erstellt und daraus entstand ein erster Projekt- und Trainingsplan. Die SWOT-Analyse zeigte klar auf, dass im Bereich Coaching und Training der Führungskräfte ein grosser Nachholbedarf bestand. Bis dahin hatten die Mitarbeitenden noch nie an einer Führungsschulung oder einem begleiteten Coaching/Training teilgenommen.
Da der Kunde kulinarisch und vom Ambiente her täglich neu begeistert werden will, müssen die Mitarbeitenden hohen Erwartungen gerecht werden. Wegen der auch persönlichen Herausforderungen sollte die Stärkung der Persönlichkeit Teil des Trainings sein. Führungskräfte, die in sich gestärkt sind, können besser mit starken Persönlichkeiten umgehen und sie zur Entfaltung bringen.
In diesen Gesprächen stellte sich heraus, dass die Prozesse des Grosskunden nicht so ablaufen wie in einer klassischen Organisation. Der grösste Unterschied: Nach einem vorgegebenen Ziel können sich dessen Mitarbeitenden während der Umsetzung frei entfalten. Die Vorgabe: Das Produkt muss einen nachweisbaren Nutzen für den Endbenutzer haben und zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens beitragen. Somit war klar, dass RBR in Bezug auf Prozesse und Organisationsstruktur umdenken mussten.
Nach einer Mitarbeiterumfrage und persönlichen Gesprächen mit den Teilnehmern kristallisierte sich zunächst die Erwartungshaltung der Teilnehmer heraus. Ihre Ziele:
- Stärkung der eigenen Persönlichkeit und innere Ruhe finden
- Führungsfähigkeiten entwickeln und ausbauen
- Team zu einer Einheit formen
- Kommunikation verbessern
- Verständnis fürs Gegenüber fördern
- Spass haben
Jetzt wurde der detaillierte Projekt- und Trainingsplan erstellt, der alle angesprochenen Komponenten berücksichtigte. In den Trainings sollten die Themen Persönlichkeit, Führung, Team und Kommunikation in Form von spezifischen Erlebnissen in der Natur angegangen werden. Nach jedem Training sollte aus den erlebten Inhalten ein Umsetzungsplan erstellt werden, der danach in den Alltag integriert wurde. Die Trainings wurden systematisch aufgebaut. Das heisst, zuerst war Basisarbeit im Bereich Persönlichkeit und Stärkung des Selbstwertes angesagt. Danach ging es in die Themen Führung, Team und Kommunikation. Jeder Schritt baute auf dem vorherigen auf und beinhaltete immer das bereits Erlernte. So entsteht ein grosses Ganzes. Dabei wurde grosser Wert auf Praxistauglichkeit gelegt.
Im Weiteren wurde sichergestellt, dass ein interner Projektleiter definiert war und dass einer der Teilnehmer das Projekt administrativ koordinierte und die administrativen Arbeiten erledigte. Somit wuchs die konstruktive Zusammenarbeit untereinander und die Teilnehmer konnten sich bereits voll einbringen. Die Trainingsdauer wurde auf vier Tage festgelegt mit einem zusätzlichen Feedbacktag am Schluss.
