In der Schweiz ist der demografische Wandel durch die demografische Alterung geprägt. Diese ist einerseits durch die Alterung von oben, d.h. der steigenden Lebenserwartung der älteren Menschen und andererseits durch die sinkende Geburtenrate (Alterung von unten) bedingt. Beide Tatsachen führen dazu, dass in der erwerbstätigen Bevölkerung der Anteil älterer Arbeitnehmenden im Verhältnis zu den jüngeren steigt.
Zukunft gehört den Älteren
Die demografische Alterung wurde bisher durch die massive Einwanderung jüngerer Arbeitnehmender gebremst. Wie sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiterentwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab; namentlich sind dies beispielsweise die Entwicklung des Pensionierungsalters, das Erwerbsverhalten der Frauen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die gesundheitliche und bildungsbezogene Entwicklung der Erwerbsbevölkerung sowie die Attraktivität der Schweiz als Wohn- und Arbeitsplatz. Egal, mit welchen Szenarien gerechnet wird, es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Erwerbsbevölkerung demografisch altert. Laut Szenarien vom Bundesamt für Statistik (2006) beträgt der Anteil der über 50-jährigen Erwerbspersonen im Jahr 2020 gut ein Drittel.
Ältere Mitarbeitende erarbeiten einen wachsenden Anteil des Bruttosozialproduktes und der Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit wird immer wichtiger. Hinzu kommt, dass zurzeit viele Schweizer Unternehmen einen Mangel an Fachkräften beklagen. Diese Entwicklung stellt für den Schweizer Arbeitsmarkt eine grosse Herausforderung dar, der wir mit verschiedenen Massnahmen begegnen müssen – in der Politik, im Privaten, in der Arbeitswelt. Einen zentralen Beitrag leisten diejenigen Unternehmen, die sich um die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden bis zur und über die Pensionierung hinaus bemühen.
Junge vs. Alte?
Kreativität, Innovation und Tatkraft sind alles Eigenschaften, die in der heutigen Arbeitswelt von grosser Bedeutung sind und oftmals jüngeren Mitarbeitenden zugeschrieben werden. Älteren Mitarbeitenden wird ein grosses Erfahrungswissen nachgesagt und sie gelten als verantwortungsbewusst, aber wenig innovativ und effizient. Diese Zuschreibungen haben jedoch nichts mit dem Alter der Arbeitnehmer zu tun, sondern hängen vielmehr damit zusammen, wie lange jemand schon in einem Betrieb ist und wie seine Möglichkeiten zur Entwicklung und Entfaltung gestaltet sind.
Natürlich, die physische Kraft nimmt mit dem Alter ab und bei Berufen mit hoher körperlicher Belastung machen sich Abnützungserscheinungen bemerkbar. Je nach Branche, Unternehmen und Tätigkeit können ältere Mitarbeitende einige für die Arbeit positive Eigenschaften einbüssen, sie gewinnen jedoch oft neue Eigenschaften wie hohes Verantwortungsbewusstsein und Besonnenheit hinzu. Zwischen dem Alter und der Arbeitsleistungs- wie auch der Lernfähigkeit lässt sich somit kein negativer Zusammenhang feststellen. Tatsache ist jedoch, dass nur diejenigen lange arbeiten können, die gesund sind. Im Wissen, dass arbeitsbedingte Erkrankungen weiter zunehmen und diese vor allem mit den psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz in Verbindung gebracht werden, sind die Arbeitgeber gefordert. Es gilt, die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden schon früh zu stärken, damit diese gesund bis zur Pensionierung arbeiten können.
