Marketing & Vertrieb

Suchmaschinenoptimierung (Teil 1 von 7)

Wie man sich bei Google optimal positioniert

Dieser Grundsatzartikel ist der Auftakt zu einer siebenteiligen Serie über das Thema Suchmaschinenoptimierung. In diesem ersten Teil wird eine umfassende Strategie erarbeitet. Die folgenden Beiträge gehen dann vertieft auf die einzelnen Schwerpunkte der Strategie ein.
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Warum ist ein gutes Ranking bei Google eigentlich so wichtig? Auf den ersten Blick eine einfache Frage. Schliesslich möchte jedermann, dass die eigene Webseite möglichst gut gefunden wird. Jedoch ist die Definition eines guten Rankings nicht unbedingt so klar. Natürlich möchte jeder auf der Position Nummer eins der Google-Ergebnisseiten (SERP’s – Search Engine Result Pages) sein. Doch ist dies bei jedem Suchbegriff nur für eine einzige Webseite möglich. Folglich hören wir von unseren Kunden oft, «unser Ziel sind die Top 3», «die Top 5» oder «wir sind zufrieden auf der ersten Seite zu erscheinen» (diese umfasst zehn Positionen).

Kampf im Google-Ranking

Die Unterschiede dieser verschiedenen Zielsetzungen sind riesig. Abbildung 1 gibt Aufschluss, wie oft auf die jeweilige Position bei den Google-Ergebnissen geklickt wird.

Alle Angaben sind Durchschnittswerte und beziehen sich nur auf die Klicks, welche auf die erste Seite der Google-Suchergebnisse erfolgen. Durchschnittlich entfallen rund 90 Prozent der Klicks alleine auf diese erste Suchergebnisseite. Anders herum formuliert: Die restlichen zehn Prozent aller Klicks verteilen sich auf die Positionen 11 bis 1000 – da bleibt pro Webseite nicht mehr viel übrig.

Angenommen eine Webseite steigt von der sechsten Position auf den ersten Platz auf: Dies bedeutet mehr als eine Verzehnfachung der Besucher. Selbst eine Verbesserung von der 5. auf die 3. Position kommt immer noch einem Besucherzuwachs von über 50 Prozent gleich. Daran lässt sich erkennen, wie hoch der Wert der vordersten Positionen tatsächlich ist. Ergebnisse auf der zweiten und den folgenden Ergebnisseiten (SERP’s) werden nur noch marginal aufgerufen.

Natürlich sind dies Durchschnittswerte und es ist abhängig von den Suchbegriffen zu relativieren. Für Nischenbegriffe sind die Besucher eher gewillt, auch Ergebnisse auf schlechteren Positionen anzuklicken, bloss um die benötigte Information, Dienstleistung oder das benötigte Produkt zu finden. Auf der anderen Seite sind die Klickraten der vordersten Positionen in der aufgeführten Tabelle für Standardbegriffe eher noch zu tief angesetzt.

Die beste Strategie

Wie beschrieben, möchte natürlich jeder Webseitenbetreiber im Google-Index möglichst an erster Stelle erscheinen. Die Frage stellt sich allerdings mit welchen Begriffen (Keywords)? Denn es bringt nichts, mit einem Keyword bei Google perfekt positioniert zu sein, wenn niemand danach sucht. Wir haben einen Kunden, der meinte: «Ich bin mit ‹Wohnmobilvermietung Kloten› auf Platz 2 bei Google – das reicht mir.» Erstens: Auf dem ersten Platz könnte er sich über dreimal mehr Besucher freuen und zweitens – noch viel wichtiger: Nach ‹Wohnmobilvermietung Kloten› sucht absolut niemand. Also schlugen wir ihm vor, seinen Suchbegriff besser auf ‹Wohnmobilvermietung Zürich› abzuändern, denn danach wird auch tatsächlich gesucht. Ausserdem wird über sechs Mal häufiger nach ‹Wohnmobil mieten› als nach ‹Wohnmobilvermietung› gesucht – folglich ist es effektiver, den Suchbegriff umzudefinieren. Die sogenannte Keyword-Analyse ist der erste Schritt jeder vernünftigen Suchmaschinen-Optimierungsstrategie. Die Keyword-Analyse bietet Werkzeuge, mit welchen sich feststellen lässt, wie oft nach einem Suchbegriff gegoogelt wird und welche Synonyme erfolgsversprechend sind.

Suchbegriffe integrieren

Der zweite Schritt jeder erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung (SEO) besteht darin, die zuvor definierten Suchbegriffe (aus Suchmaschinensicht) möglichst optimal in die Webseite zu integrieren. Denn – vereinfacht gesagt – mit Suchbegriffen, welche auf einer Webseite nicht vorkommen, wird sie von Google, Yahoo, Bing & Co. auch nicht in den entsprechenden Suchergebnissen aufgelistet. Keywords am Anfang eines Textes haben ein höheres Gewicht als Begriffe, die gegen das Ende hin auftauchen. Genauso zählen Keywords in Titeln und in der Navigation stärker als Wörter im Fliesstext. Manchmal ist es schwierig, Begriffe (beispielsweise Ortschaften des Einzugsgebietes) sinnvoll in die Webseite zu integrieren und überdies soll die Homepage auch für die menschlichen Besucher noch attraktiv bleiben. Die Onpage-Analyse und Optimierung befasst sich mit solchen Problemstellungen.

«Backlinks» erstellen

Inzwischen sind sich viele Webseitenbetreiber der Wirkung eines guten Rankings bewusst und haben ihren Webauftritt suchmaschinenoptimiert. Um dennoch feststellen zu können, welche Webseite für die Suchenden interessanter und passender ist, werten die Suchmaschinen als weiteres, wichtigstes Kriterium die Qualität und die Anzahl der Links aus, welche auf eine Webseite verweisen (die sogenannten Backlinks). Folglich besteht der dritte Schritt darin, möglichst viele Backlinks auf die eigene Homepage zu generieren.

Dies kann beispielsweise durch Lieferanten, Partner und Kunden geschehen, ist aber mit ziemlich viel Aufwand verbunden – ausserdem sind diese Links aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung meist nicht optimal gestaltet. Jedoch existieren unzählige kostenlose Plattformen (Firmenverzeichnisse, Branchenportale, Foren, Blogs, Social Bookmarking Plattformen, Presseportale, etc.), auf welchen kostenlos Backlinks, welche auf eine Zielseite verweisen, erstellt werden können. Sinnvollerweise tauchen in diesen Links ebenfalls wieder dieselben Suchbegriffe auf, auf welche bereits die Zielseite optimiert wurde. Dadurch entsteht eine quantitative Verstärkung, was die Verbesserung des Rankings weiter unterstützt. Die Generierung solcher Backlinks, welche optimiert sind und gezielt auf eine Webseite verweisen, wird Linkbuilding oder Link­aufbau genannt.

Die Optimierung der Webseite selbst stellt das Fundament jeder Suchmaschinenoptimierung dar und entspricht sozusagen dem Eintritts-ticket, um am Spiel überhaupt teilnehmen zu können. Aufgrund der vielen, optimierten Webseiten hat sich der Wettbewerb inzwischen auf die Verlinkung verlagert, diese ist heute matchentscheidend.

Lebendige Webseiten

Suchmaschinen lieben lebendige Webseiten. Wir empfehlen, auf der Webseite eine Newsrubrik oder einen Blog einzurichten. Dadurch wird es möglich, laufend neue Artikel zu verfassen, welche die bestehenden Keywords unterstützen und neue Suchbegriffe fördern.

Wichtig dabei ist, dass möglichst alle erstellten Artikel abrufbar bleiben; dadurch lebt und wächst die Webseite und das zusätzliche Keyword-Aufkommen schmeichelt den Suchmaschinen. Selbst mit nur ein bis zwei Beiträgen pro Monat erarbeitet man sich gegenüber dem Konkurrenten, der dies nicht tut, einen langfristigen, kaum noch wettzumachenden strategischen Vorteil.

Automatisch verlinkt

Die über 2,5 Millionen Facebook-Benutzer in der Schweiz merken sich Webseiten oft nicht mehr über die Bookmark-/Lesezeichen-Funktion im Browser, sondern sie klicken auf den «Fan»- oder «Gefällt mir»-Knopf auf der Webseite. Sobald das entsprechende Unternehmen auf seinem Facebook-Profil News veröffentlicht, sehen die Facebook-Fans diese auf ihren eigenen Profilen und deren Freunde gleich mit. Damit die News nicht zusätzlich auch noch auf Facebook, Twitter und Co. publiziert werden müssen, man aber dennoch in dieser stark wachsenden Zielgruppe präsent ist, besteht die Möglichkeit, die News per RSS-Feed direkt und vollautomatisch auf dem Facebook und Twitter-Profil zu veröffentlichen. Dadurch entsteht nicht mehr Arbeit, man ist aber laufend bei seinen Fans und deren Freunden präsent. Dies kann zu einem Schneeballeffekt führen (virales Marketing). Ausserdem entstehen dadurch automatisch weitere Links auf die eigene Webseite, was die Suchmaschinen wiederum goutieren. Social Media beinhaltet aber noch wesentlich mehr und stellt die klassische Kommunikation in gewisser Weise auf den Kopf.

Analysesoftware zwingend

Damit man mit der Suchmaschinenoptimierung nicht im Blindflug im Internet unterwegs ist, empfiehlt es sich zwingend, eine Analysesoftware zu installieren. Beispielsweise Google Analytics – diese ist kostenlos und kann mit geringem Aufwand installiert werden. Die Software gibt Auskunft, wann wie viele Besucher auf der Webseite waren, welche Seiten angeklickt wurden, von welchen Seiten die Besucher gekommen sind, mit welchen Suchbegriffen die Webseite gefunden wurde, von welchem Land oder Gebiet die Besucher kamen und so weiter. Mit der Analysesoftware wird die optimale Suchmaschinenoptimierungsstrategie abgerundet.

Es ist klar, dass die beschriebene Strategie nach viel Arbeit klingt. Die einzelnen Punkte müssen jedoch nicht auf einmal umgesetzt werden. Und gerade für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) lässt sich die Strategie so anpassen, dass ein optimales Aufwand-/Ertragsverhältnis entsteht. Oft lassen sich mit minimalen Anpassungen enorme Vorteile erzielen. Ziel dieser Artikelserie ist es, aufzuzeigen, wie die Suchmaschinenoptimierung funktioniert, um eine fundierte Entscheidungsgrund­lage zu schaffen. Denn bei der Suchmaschinen­optimierung handelt es sich in keiner Weise um eine Geheimwissenschaft, sondern um ein solides Handwerk, welches wohl mit Arbeit verbunden ist, die sich aber mehrfach auszahlen dürfte. Eine Übersicht der beschriebenen Strategie ist in Abbildung 2 ersichtlich.