Wieso läuft man bei der samstäglichen Bäcker-Metzger-Supermarkt-Reinigungs-Runde immer ganz automatisch dieselben Stationen an? Ist es wirklich nur, weil dieser Bäcker am nächsten liegt, weil diese Reinigung so super bügelt? Oder: Wieso liegen immer dieselben Produkte derselben Hersteller im Einkaufswagen? Fühlen sich die Handtücher, gewaschen mit diesem einen legendären Weichspüler, wirklich doppelt so flauschig an? Schmeckt diese eine Nuss-Nugat-Creme wirklich doppelt so nussig wie all die anderen? Was hat man eigentlich davon, wenn man sich immer wieder für das Markenprodukt entscheidet anstatt für «Gut & Günstig»? Klar, davon hat man vor allem dieses gute Gefühl. Ist das nicht schön?
Positioniert und profiliert
Wer die Mechanismen der Markenbildung kennt und weiss, wie sich seine Lieblingsmarken derart erfolgreich positionieren, der weiss sie sich auch zunutze zu machen: Er profiliert sich dann genauso begehrlich und attraktiv mit den Faktoren, die in einer komplexer werdenden Welt immer ausschlaggebender sind für den wahren Erfolg, die wahre Zufriedenheit – und manchmal sogar für das wahre Glücksgefühl. Es lohnt sich zu ergründen, was einen selbst einzigartig macht, was klar positioniert und stark profiliert; in der Arbeit und in der Freizeit. Ist diese Essenz erst gefunden, wird der Erfolg planbar. Und das materiell (bei Umsatz und Profit) genauso wie emotional (bei Spürbarkeit und Zufriedenheit).
Starke Marken
Die starke Marke erkennt man daran, dass man sie erkennt. Wer immer alles richtig macht, aber auch nicht mehr, wird irgendwann feststellen, dass «richtig» allein nicht reicht. Ganz einfach, weil vieles von dem fehlt, das den Menschen zu etwas ganz Besonderem macht: Diese mit allen Sinnen spürbare Hingabe; die brennende Leidenschaft für etwas, ohne das er partout nicht leben möchte; der Mut zu etwas unverwechselbar Grossartigem. Wer das lebt, ist auch für andere dieser einzigartige Mensch unter 6,7 Milliarden, der die ausgeschriebene Stelle kriegt, der eingeladen und um Rat gefragt wird. Wer das nicht hat, dem fehlt es noch an der Herausstellung, mangelt es noch am greifbaren Gesellschaftsbeitrag, dessen Wettbewerber sind einfach noch zu stark.
Nun ist der Mensch keine Tafel Schokolade. Er hat kein Logo und keinen geprägten Schriftzug auf dem Papierchen. Statt all dieser Dinge hat er sein Herz, seinen Bauch, seine Seele – und sein Hirn. Mit dieser umfangreichen Ausstattung kann er es genauso machen wie ein erfolgreiches Unternehmen oder ein erfolgreiches Produkt: sich positionieren, sich profilieren, sich differenzieren. Und, das darf nicht zu kurz kommen, auch polarisieren. Konstruktiv polarisieren macht erfolgreich, aber bitte mit Herz, Hirn und Hand! Die Faustregel: Solange der Mensch das Gefühl hat, dass ihn viele seiner Mitmenschen als ‹ganz nett› (das ist der kleine Bruder von ‹na ja, geht so›) empfinden, ist das ein Indiz dafür, dass er eben nicht polarisiert und damit keine Marke, sondern bestenfalls ein Märkchen ist. Es stimmt halt oft: Everybody´s Darling is Everybody´s Depp!
Auf dem Weg zum Erfolg, vom schlaffen Märkchen zur starken Marke, garantieren Echtheit und Ehrlichkeit einen Vertrauensvorschuss, den man für sich nutzen kann. Fragen dazu sind: Halten die persönlichen Qualitäten eines Menschen, was seine Verpackung verspricht? Wird der Vertrauensvorschuss eingelöst? Werden die Erwartungen, die von aussen an ihn herangetragen werden, erfüllt, vielleicht sogar übertroffen? Dann hat er die besten Chancen, einen Freund fürs Leben, einen neuen Kunden, sogar einen Stammkunden zu gewinnen. Es gelingt, wenn der Mensch innen so ist, wie er nach aussen vorgibt zu sein. Und wenn er echt ist. Dann ist er ein Markenerlebnis schönster Art: So soll, so muss eine starke Marke sein! Gute Anleitung dafür ist das Markendreick: