Der Umbruch in der Mediennutzung erfordert in der Unternehmenskommunikation ein radikales Umdenken: von der klassischen Medienarbeit hin zu einem Beziehungsmanagement mit allen relevanten Zielgruppen – etwa mit Kunden, Geschäftspartnern, Bewerbern oder Investoren – mit dem Ziel, aus dem Dialog einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Kommunikationsverantwortliche können durch das neue Rollenverständnis ihren Einfluss im Unternehmen deutlich steigern. Und sie schaffen dadurch auch finanzielle Werte für ihr Unternehmen – einen Return on Relations.
Neue Herausforderungen
Der Legitimationsdruck für Kommunikationsverantwortliche ist unverändert hoch. Die stark print- und TV-geprägte Medienlandschaft ändert sich seit Jahren dramatisch. Klassische Medien verlieren an Reichweite, alternative Medienformate gewinnen an Bedeutung. Gerade das Wachstum der digitalen Medien (v.a. Suchmaschinen, Netzwerke, Blogs) hat die Erwartungshaltung des Managements erhöht, über diesen neuen Kommunikationskanal eine grössere Präsenz in der Öffentlichkeit zu erzielen.
Für Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen entstehen aus diesem Umbruch eine Fülle an neuen Herausforderungen und Fragen: Wie gehe ich mit den neuen Kommunikationskanälen und dem geänderten Medienverhalten um? Welche Beziehungen zu meinen Zielgruppen sind wichtig und wie erreiche ich diese? Wie kann ich das Wissen und die Kreativität dieser Zielgruppen erfassen und nutzen? Wie kann ich über diese Beziehungen einen Nutzen für mein Unternehmen ziehen? Welchen Beitrag leistet meine Kommunikation insgesamt für das Unternehmen?
Den Dialog suchen und führen
Alleine in den letzten zehn Jahren haben etablierte Printmedien zwischen 20 und 50 Prozent ihrer Auflage verloren. Gleichzeitig werden heute pro Minute 20 Stunden Video auf YouTube geladen. Und für 65 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ist das Internet inzwischen Informationsquelle Nummer eins geworden. Unternehmen müssen ihre Zielgruppen durch diesen radikalen Wandel deutlich differenzierter ansprechen und ihre Inhalte anders aufbereiten. Und sie kommunizieren nicht mehr eindimensional als Sender, sondern im Dialog. Erst in einem freiwillig entstehenden
Dialog erhalten Unternehmen die Informationen, die ihnen einen wirklichen Mehrwert bringen. Social Media Tools sind besonders geeignet, um eine mehrwertschaffende Beziehung durch Kommunikation aufzubauen. Gleichzeitig wird die Kommunikation aber in der digitalen Öffentlichkeit immer schwieriger zu steuern, birgt also neben Chancen auch Risiken.



