Marketing & Vertrieb

Mobile Apps

Vom netten Gadget zum effizienten Businesswerkzeug

Mobile Applikationen, sogenannte Apps, sind zu einem der effizientesten Informationsmedien unserer Zeit geworden. Ob zur Unternehmenspräsentation, um Mobile Commerce zu betreiben oder um die interne Kommunikation zu vereinfachen: Mit Apps – sowohl auf mobilen Endgeräten als auch auf der Website – steht Unternehmen eine grosse Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung.
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Multifunktionale Smartphones und Tablet-PC sind zu einem ständigen Begleiter im Alltag geworden und haben den Weg für den Erfolg von Mobile Apps geebnet. Zehn Milliarden Downloads und 450 000 Apps alleine bei Apple sprechen eine deutliche Sprache. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie Unternehmen diese für die Kommunikation im Geschäft mit ihren Kunden nutzen (siehe Box). Während vor allem grosse Unternehmen das Potenzial des mobilen Marktplatzes erkannt haben und Apps aktiv in ihre ITK- und Kommunikationsstrategie einbeziehen, hinken KMU dieser Tendenz noch hinterher. Doch gerade ihnen bieten die mobilen Helfer eine grosse Chance, die es nach der Devise «Start Small, Think Big» anzugehen gilt.

Effiziente Informationsmedien

Business Apps sind effiziente Informationsmedien, die den konventionellen Websites in nichts nachstehen. Im Gegenteil: Einerseits bieten die gerätespezifischen Funktionen mehr Anwendungsmöglichkeiten und lassen sich erst noch ohne technische Kenntnisse auf Knopfdruck installieren. Anderseits ist ihr Anwendungsspektrum sehr breit: Beispielsweise im B-2-C-Bereich zur Markenstärkung und Kundenbindung durch Branding der angebotenen Services- und Dienstleistungen. Oder im B-2-B-Bereich zur Optimierung von Prozessen und Kommunikationsabläufen. Darüber hinaus gewinnen Apps auch intern immer mehr an Bedeutung: Eine auf das Unternehmen massgeschneiderte App, die dafür genutzt wird, interne Tools und integrierte Geschäftsprozesse von unterwegs flexibel zur Verfügung zu stellen, kann einen Mehrwert auf alle Geschäftsebenen bedeuten.

App oder mobiles Web?

Viele Unternehmen stellen sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, eine mobile App programmieren zu lassen, oder ob die mobile Präsenz per Internetportal besser ist. Wer sein Angebot einem möglichst grossen Publikum zugänglich machen möchte, ist mit einem mobilen Internetportal sicher besser bedient. Hier liegt der Vorteil darin, dass die Anwendung in einem Web-Browser läuft und eine einzige Version genügt, damit alle mobilen Endgeräte auf diesen Service zugreifen können. Im Gegensatz dazu werden Apps jeweils für eine bestimmte technische Plattform wie Apple, Blackberry, Android, Nokia usw. konzipiert und entwickelt. Doch obschon ihre Reichweite geringer ist und sie sich für die Ansprache einer spezifischen Zielgruppe oder im Rahmen spezieller Produktkampagnen eignen, haben sie zwei elementare Vorteile: Erstens ist das Handy ein sehr persönliches Kommunikationsmittel. Zweitens haben Nutzer ihr Smartphone und/oder ihren Tablet-PC fast immer dabei und schenken ihrem elektronischen Wegbegleiter hohe Aufmerksamkeit. Für Mobile-Marketing-Kampagnen, zur Kunden- und Imagebildung eine grundlegende und nicht zu unterschätzende Voraussetzung. Auch die Kombination von beidem ist möglich: So haben einige Unternehmen eine mobile Internetseite für allgemeine Informationen und nutzen begleitend dazu Apps für neue Produkte, Aktionen usw. Will man beides nutzen, gilt es abzuklären, wie sich das Unternehmen über den mobilen Kanal vom Wettbewerb abgrenzen kann – und welche «Must-have»-Features die mobile Lösung braucht. Doch ob App oder mobile Präsenz im Internet: Nur wenn der angebotene Content die Anwenderbedürfnisse trifft und die Information und Services einen echten Mehrwert bieten, beschäftigen sich Nutzer auch damit.

Konzeption von Apps

Je nach Branche, Zielgruppe und Marken- bzw. Produktstrategie erfüllen Apps völlig unterschiedliche Aufgaben. Jedes Unternehmen sollte sich im Vorfeld im Klaren sein, wohin die Reise geht. Folgende Fragen sind zu beachten:

  • Wer ist unsere Zielgruppe?
  • Was wünschen sich unsere Kunden?
  • Was sind unsere Zielsetzungen?
  • Passt die App in die bestehende Kommunikationsstrategie?
  • Liegt der Schwerpunkt auf der Marke oder auf M-Commerce?
  • Welche Services machen für die Zielgruppe X Sinn?
  • Welche Funktionen soll die App umfassen?
  • Wie soll die App bezüglich des Erscheinungsbildes aussehen?
  • Können wir bestehende Inhalte nutzen?
  • Wie vermarkten wir die App?

Weiter empfiehlt sich, bereits während der Konzeption die spezifischen Funktionen der Smartphones im Hinterkopf zu halten, da viele nützliche Anwendungen auf diesen basieren. Dazu gehören unter anderem Mikrofon, Kamera, GPS, Beschleunigungsmesser und Push-Benachrichtigungen. Vor allem das GPS bietet wertvolle Einsatzmöglichkeiten als Orientierungshilfe. Ein Store-Locator informiert, wie man am schnellsten zu Fuss, mit dem ÖV oder dem Auto zum nächstgelegenen Verkaufslokal gelangt. Dabei ist der Nutzen für den Kunden ein bequemes Erreichen des Point-of-Sale (mit positivem Einfluss auf die Marke des Anbieters); das Geschäft bekommt mehr Besucher durch einfacheres Auffinden des Lokals. Ausserdem können zusätzliche Informationen wie Aktionen, Produkterklärungen oder auch multimedialen Elementen wie Audio und Video in die App eingebunden werden.

Fazit

Apps haben sich vom «netten spielerischen Gadget» hin zu einem ernsthaften und effizienten Businesswerkzeug entwickelt, das sich sowohl im Bereich Marketing und Kommunikation als auch zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung einsetzen lässt. Sie ermöglichen es, die Qualität von Informationen zu verbessern, Prozesse zu beschleunigen, Angebote zu individualisieren und Prozesskosten innerhalb des Unternehmens zu senken. Für Unternehmen, die wichtige Wettbewerbsvorteile nicht verpassen wollen, ist die Zeit jetzt reif, neben horizontalen Anwendungen auch vertikale, also bereichsübergreifende Prozesse für den Einsatz ausserhalb des Unternehmens unter die Lupe zu nehmen.

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