Facebook und Co. sind heute weltweit bekannt und verbreitet. In rasendem Tempo wachsen die Mitgliederzahlen, immer mehr und immer schneller werden Kontakte geknüpft und Informationen ausgetauscht. Während sich die Privatpersonen relativ unbekümmert auf diese Entwicklung einlassen (vor allem Jugendliche), herrscht bei vielen KMU noch immer grosse Unsicherheit: Welche der vielen Plattformen sind für das eigene Unternehmen sinnvoll? Wo lauern Gefahren? Wie sollen die Social Media in das Marketing integriert werden? Was bedeutet es konkret für die Mitarbeitenden und für die Arbeitsprozesse, wenn sich ein Unternehmen auf diesen Internetplattformen bewegt? Und schliesslich: Welchen Nutzen bietet das So-cial Media Marketing einem Unternehmen überhaupt?
Konzeptionell vorgehen
Antworten auf diese wichtigen Fragen liefert das Fallbeispiel der Schweizerischen Post. Sie ist bereits seit einiger Zeit in verschiedenen der genannten neuen Medien präsent und erkannte sowohl deren Potenzial als auch die Gefahren. Nebst den Inhalten und Communities, welche durch die Post im Einsatz oder in der Planung sind, können Themen über die Schweizerische Post jederzeit und überall auf den öffentlichen Dialogmedien von Fans oder Kritikern aufgegriffen werden. Dies bringt neben den Chancen auch Risiken mit sich. Deshalb ist es sinnvoll, mit einem sorgfältig ausgearbeiteten Konzept einerseits die Vorteile der Social Media zu nutzen, anderseits aber auch die Gefahren zu erkennen.
Chancen und Risiken
Der grosse Vorteil der Social Media für Unternehmen liegt darin, dass sie eine intensivere und direkte Kommunikation zu den Zielgruppen pflegen können. Denn die modernen Internetplattformen bieten zum Beispiel den Kunden verschiedene Möglichkeiten, sich direkt und unkompliziert mitzuteilen, Bilder auszutauschen, Kommentare und Bewertungen für Produkte abzugeben, eigene Beiträge zu erstellen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen usw. So können neue Produkte und Dienstleistungen weiterempfohlen und diskutiert werden. Auf diese Weise erreicht ein Unternehmen innert kürzester Zeit eine grosse Masse an Fans.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Marktforschung: Meinungen und Verbesserungsvorschläge der Kunden können kostengünstiger und schneller erfasst werden. Das hilft vor allem bei der Verbesserung der Produkte oder der Entwicklung neuer Angebote.
Die vielen Möglichkeiten der Social Media bergen aber auch Gefahren in sich. Denn nicht nur die positiven Kommentare und Bewertungen zu einem Angebot verbreiten sich rasend schnell, sondern auch die negativen. Beispielsweise kann ein verärgerter Kunde auf Facebook jederzeit eine Gruppe gründen, welche die Ablehnung einer Marke, einer Firma oder sogar einer Person zum Ausdruck bringt. So kann es gut passieren, dass plötzlich der CEO eines Unternehmens am öffentlichen Online-Pranger steht. Aber bleiben wir realistisch: Diese Online-Aktivitäten hat ein Unternehmen nie zu 100 Prozent unter Kontrolle. Denn früher oder später wird fast jede Marke einmal im Internet diskutiert und bewertet. Wenn man sich aber von Anfang an dem Dialog mit der Öffentlichkeit stellt und selbst eine Plattform dafür anbietet, hat man eher die Möglichkeit, diese Aktivitäten zu kanalisieren, zu überwachen und zu Kritiken «in realtime» Stellung zu nehmen – eben bevor sich ein Gerücht bildet und weitere Kreise im Internet zieht.