Im ersten Artikel «Die Integration von Social Media in die Marketingkommunikation» im «KMU-Magazin» 1/2011 ist auf die strategischen Grundlagen einer integrierten Social-Media-Marketingkommunikation eingegangen worden. Dabei wurde betont, dass Social Media neue Nutzungs- und Umsetzungsmöglichkeiten auch für bestehende Kommunikationsinstrumente bieten und die Wirkung eines gut verzahnten Kommunikationsmitteleinsatzes forcieren. Es wurde klar hervorgehoben, dass Social Media viel Neues mit sich bringen, aber grundsätzliche Marketingregeln weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Nach dem Schwerpunkt auf die strategischen Grundlagen und der Integration von Social-Media-Massnahmen in die Marketingkommunikation wird im nun vorliegenden Artikel verstärkt auf die operativen Massnahmen eingegangen und es werden Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Umsetzungen präsentiert.
Operative Massnahmen
Wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung ist die Berücksichtigung der Tatsache, dass ein aktives Mitwirken in den Social Media Zeitaufwand und eine kompetente Betreuung bedeuten. Die anfänglich vielleicht günstig erscheinenden Möglichkeiten von Social Media erfordern zunehmend technische Raffinessen, Know-how in der laufenden Wartung und vor allem eine ständige Betreuung. Bei Social Media gibt es keine Öffnungszeiten und Bürozeiten. Der Kunde wünscht in vielen Situationen einen zeitnahen Dialog. Dafür gilt es, einen organisatorischen Rahmen zu finden, was in vielen Fällen eine Anpassung bzw. Neuverteilung der Marketingressourcen erfordert. Die zentrale Frage lautet: Wie soll künftig die Marketingkommunikation unter Berücksichtigung von Social Media im Unternehmen umgesetzt und bewältigt werden?
Grundlegender Wandel
Wie die Verbreitung des Internets ganz neue Arten von Jobs und Aufgaben kreiert hat, wird auch Social Media nicht ohne organisatorische Spuren Einzug ins Geschäftsleben halten und zu Veränderungen von Aufgabenbereichen führen. Im Marketing und dabei vor allem auch im Bereich der Marketingkommunikation wird Social Media ein nicht wegzudenkender wesentlicher Bestandteil der Aufgabenbereiche werden. Es müssen bestehende Funktionen kritisch überprüft, Anforderungsprofile neu definiert und Mitarbeiter in Bezug auf veränderte Anforderungen geschult werden. Social Media darf und kann nicht einfach unreflektiert als weiteres Aufgabenbündel «on-top» auf die Schultern der Kommunikationsverantwortlichen gelegt werden.
Social Media erfordern einen grundlegenden Wandel des Kommunikationsparadigmas und die Bereitschaft zur strategisch-konzeptionellen Integration in die Kommunikationsaktivitäten eines Unternehmens. Je nach Unternehmensgrösse und Umfang der Marketingkommunikation sind bestehende Jobprofile zu überdenken und in vielen Fällen auch zusätzliche Kapazitäten für Social Media einzuplanen und entsprechende Positionen neu zu implementieren. Für grössere Unternehmen kann dies beispielsweise die Schaffung neuer Funktionen wie die eines Social-Media-Spezialisten, Social Media Managers usw. bedeuten. Für KMU ist ein gezieltes Job Enlargement – und damit oft einhergehend auch ein Job Enrichment (Empowerment) – bei bestehenden Mitarbeitern gefordert.