Wenn eine Sekretärin beauftragt wird, Termine für den Aussendienst zu legen, versinkt in der Regel dieser Ansatz im Alltagsgeschäft. Der Aufbau eines Outbound-Teams ist keine Hexerei – wenn man ein paar grundsätzliche Dinge beachtet.
1. Zieldefinition
Wie sollen die Outbound-Kontakte in die Vertriebsstrategie eingebunden werden, und was soll durch Outbound erreicht werden? Dies sind grundlegende Fragen für alle weiteren Aktivitäten. Soll in neue Kundenzielgruppen vorgedrungen werden oder brauchen die Bestandskunden zusätzliche Betreuung? Oder soll das Interessentenmanagement in einem Outbound-Team bewältigt werden? Nur wenn feststeht, welche Ziele im aktiven Telefonmarketing erreicht werden sollen, kann das Outbound-Projekt erfolgreich sein. Weiterhin ist wichtig festzulegen: Soll Outbound aktionsspezifisch – also in zeitlich begrenzten punktuellen Kampagnen – umgesetzt werden (z.B. zweimal im Jahr für Messeeinladungen oder zur gelegentlichen Vorstellung von neuen Produkten und Angeboten), oder soll das Team der neuen Vertriebseinheit kontinuierlich eine Aufgabenstellung verfolgen und einen Kundenstamm betreuen?
Ziel definiert Qualifikation
Die Zielsetzung der Anrufe bestimmt die Mitarbeiterqualifikation. Entscheidend für das benötigte Mitarbeiterprofil und die Mitarbeiterausbildung ist, ob die Outbound-Mitarbeiter ausschliesslich vertriebsunterstützende Massnahmen durchführen oder Produkte am Telefon direkt verkaufen sollen. Im ersten Fall werden in der Vertriebseinheit Aufgaben wie Adressqualifikation, Terminvereinbarungen, Beratungen, Einladungen, Zufriedenheitsbefragungen oder Ähnliches umgesetzt. Im Fall des Direktverkaufs wird der komplette Verkaufsprozess vom Angebot bis zum Abschluss am Telefon realisiert. Für den Direktverkauf am Telefon werden Telefonverkäufer benötigt. Diese brauchen fundierte Produktkenntnisse, für die sie entsprechend qualifiziert werden, müssen Spass am Verkaufen haben, sollten zielgerichtet und sicher Verkaufsabschlüsse tätigen und müssen mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet sein, um am Telefon Preise zu verhandeln. Für andere Zielsetzungen hingegen sind Produktkenntnisse in der Regel eher zweitrangig bzw. nur begrenzt nötig.
2. Festlegung des Teams
Um die Grösse der neuen Vertriebseinheit festlegen zu können, sollte eine Vorstellung über die Anrufvolumina bestehen, die telefoniert werden soll. Daraus und aus Eckdaten zu den geplanten Aktivitäten lassen sich grob die Mitarbeiterkapazitäten berechnen. Eine Mindestgrösse von vier bis fünf Teammitgliedern ist sinnvoll, um am Tag etwa vier Stunden im Rahmen von Outbound-Aktivitäten zu telefonieren. Einzelkämpfertum ist gerade im Outbound nicht zielführend. Die Mitarbeiter müssen ihre Erfolge und Misserfolge miteinander teilen können, um kontinuierlich motiviert zu telefonieren und mit Freude die Kundenkontakte zu pflegen.
Geeignete Mitarbeiter
Natürlich müssen die Telemarketer «Biss» haben, geschickt in der Kommunikation und gewandt im Umgang mit den Kunden sein. Wichtiger ist jedoch, dass die Mitarbeiter zu der Kundenzielgruppe und auch zu den Produkten passen. Wer Verbrauchsmaterial und Werkzeuge an Handwerker verkauft, sollte zum Beispiel ein Faible für «do it your self» haben. Dem Mitarbeiter müssen das Umfeld und die Situation von Handwerkern vertraut sein und er muss in der Lage sein, ihre Sprache zu sprechen. Trotz der Motivation im Team brauchen Outbounder eine hohe Selbstmotivation und Belastbarkeit. Allein die Anzahl der Telefonate, die – in der Regel ohne viel Nachbearbeitungszeit – hintereinander weggeführt werden, erfordern Durchhaltevermögen. Telemarketer sind deshalb im Idealfall Halbtagskräfte bzw. sollten nicht länger als vier bis fünf Stunden Outbound telefonieren.