Besonders in Klein- und Mittelunternehmen, wo Marketing-Ressourcen in der Regel nur beschränkt vorhanden sind, lohnt sich diese Maxime. Ein klar strukturiertes Marketing erhöht nicht nur die Wirkung, sondern spart Zeit und Geld. In der Tat ist Marketing ja nicht nur eine Sache für Spezialisten. Je mehr Mitarbeitende im Unternehmen «marketing minded» denken und handeln, desto schlagkräftiger sind die aufgelegten Projekte. Und das Beste dabei: Man macht sich frei von scheinbaren Abhängigkeiten von internen und externen «Gurus», welche das Fachgebiet für sich reklamieren und lieber «Marketing auf Bestellung» liefern möchten. Einfach angelegtes, aber konzertiertes Marketing generiert intern viele Ideen und macht auch wirklich Spass auf dem Weg zum ernsthaften Ziel – dem Markterfolg nämlich.
Unnötige Marketing-Hürden
Weshalb wird heute so viel Marketingkraft vergeudet? Einige Beobachtungen aus der Praxis geben die Antwort darauf:
- Marketingkonzepte und -massnahmen werden vielfach zu komplex angelegt.
- Chefs haben sehr wohl Marketingkenntnisse. Sie fühlen sich aber irgendwie unsicher in der Anwendung. Deshalb delegieren sie und geben das Heft aus der Hand.
- Man ist «beraterhörig», weil man meint, Marketing sei eine Sache nur für Spezialisten. Das Gegenteil ist der Fall.
- Man delegiert selbst einfachste Grundüberlegungen an die Marketingabteilung.
- Die Marketingräder werden immer wieder neu erfunden, statt immer wieder neu gedreht und neu kombiniert.
- Marketingaktionen erfolgen nicht integriert, d. h. Akteure und Werkzeuge sind zu wenig auf das eigentliche Geschäftsziel abgestimmt.
- Geplante Marketingmassnahmen überfordern die Mitarbeitenden an der Front und können deshalb nicht wirkungsvoll umgesetzt werden.
- Die Aktionen sind werkzeuglastig, statt verhaltens- und handlungsorientiert angelegt.
- Die Wirkung einzelner Marketingwerkzeuge wird überschätzt. Ein perfekter Event beispielsweise macht noch nicht das Geschäft aus, sondern ist erst der Teppich dazu.
- Man bestellt von Experten (interne oder externe) am liebsten «fertige» Marketing-konzepte, statt an der Erarbeitung selber mitzuwirken.
- Es fehlt ein hartnäckiges Marketing-Controlling durch den Chef, nicht nur bezüglich Wirksamkeit, sondern auch punkto Kosten-Nutzen-Relation.
- «Marketing Basics» – naheliegende und wichtige Grundfragen, wie ein Geschäft angegangen werden soll, – werden oft erst gestellt, nachdem man schon die Marketinginstrumente dazu ausgelesen hat.
- Jede Unternehmung verfügt über vielfältige Beziehungen. Erstaunlich, dass diese im Marketing oft unbenützt bleiben.
Einfach und direkt zum Ziel
Verbesserungspotenzial für viele Unternehmen ist offensichtlich vorhanden. Einfachheit in der Anlage des Marketing ist die Chance dazu. Ziel muss es sein, dass sich alle Mitarbeitenden, die mit der Vermarktung ihrer Leistungen zu tun haben, auf einen einheitlichen Raster abstützen können. Das gibt Sicherheit im Sinne «Wenn wir neue Aktionen im Markt andenken und auslösen wollen, müssen wir den vorgegebenen Raster mit Inhalt füllen». Zweifelsohne gilt: Je einfacher der Raster, desto eher kann jedermann den Raster mit Gewinn einsetzen. Und überdies: Stringentes Marketing ist leichter zu kommunizieren und wird besser verstanden.