Marketing & Vertrieb

Marketingstrategie

Nicht nur für Spezialisten: In 10 Schritten zum Markt

Jede Handlung im Markt erfordert bekanntlich subtiles Vorgehen und eine der Aufgabe angepasste Handlungsweise. Das Marketing muss aber nicht jedes Mal neu erfunden werden. Effizienter ist es, einem einheitlichen Denkraster zu folgen.
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Besonders in Klein- und Mittelunternehmen, wo Marketing-Ressourcen in der Regel nur beschränkt vorhanden sind, lohnt sich diese Maxime. Ein klar strukturiertes Marketing erhöht nicht nur die Wirkung, sondern spart Zeit und Geld. In der Tat ist Marketing ja nicht nur eine Sache für Spezialisten. Je mehr Mitarbeitende im Unternehmen «marketing minded» denken und handeln, desto schlagkräftiger sind die aufgelegten Projekte. Und das Beste dabei: Man macht sich frei von scheinbaren Abhängigkeiten von internen und externen «Gurus», welche das Fachgebiet für sich reklamieren und lieber «Marketing auf Bestellung» liefern möchten. Einfach angelegtes, aber konzertiertes Marketing generiert intern viele Ideen und macht auch wirklich Spass auf dem Weg zum ernsthaften Ziel – dem Markterfolg nämlich.

Unnötige Marketing-Hürden

Weshalb wird heute so viel Marketingkraft vergeudet? Einige Beobachtungen aus der Praxis geben die Antwort darauf:

  • Marketingkonzepte und -massnahmen werden vielfach zu komplex angelegt.
  • Chefs haben sehr wohl Marketingkenntnisse. Sie fühlen sich aber irgendwie unsicher in der Anwendung. Deshalb delegieren sie und geben das Heft aus der Hand.
  • Man ist «beraterhörig», weil man meint, Marketing sei eine Sache nur für Spezialisten. Das Gegenteil ist der Fall.
  • Man delegiert selbst einfachste Grundüberlegungen an die Marketingabteilung.
  • Die Marketingräder werden immer wieder neu erfunden, statt immer wieder neu gedreht und neu kombiniert.
  • Marketingaktionen erfolgen nicht integriert, d. h. Akteure und Werkzeuge sind zu wenig auf das eigentliche Geschäftsziel abgestimmt.
  • Geplante Marketingmassnahmen überfordern die Mitarbeitenden an der Front und können deshalb nicht wirkungsvoll umgesetzt werden.
  • Die Aktionen sind werkzeuglastig, statt verhaltens- und handlungsorientiert angelegt.
  • Die Wirkung einzelner Marketingwerkzeuge wird überschätzt. Ein perfekter Event beispielsweise macht noch nicht das Geschäft aus, sondern ist erst der Teppich dazu.
  • Man bestellt von Experten (interne oder externe) am liebsten «fertige» Marketing-konzepte, statt an der Erarbeitung selber mitzuwirken.
  • Es fehlt ein hartnäckiges Marketing-Controlling durch den Chef, nicht nur bezüglich Wirksamkeit, sondern auch punkto Kosten-Nutzen-Relation.
  • «Marketing Basics» – naheliegende und wichtige Grundfragen, wie ein Geschäft angegangen werden soll, – werden oft erst gestellt, nachdem man schon die Marketinginstrumente dazu ausgelesen hat.
  • Jede Unternehmung verfügt über vielfältige Beziehungen. Erstaunlich, dass diese im Marketing oft unbenützt bleiben.

Einfach und direkt zum Ziel

Verbesserungspotenzial für viele Unternehmen ist offensichtlich vorhanden. Einfachheit in der Anlage des Marketing ist die Chance dazu. Ziel muss es sein, dass sich alle Mitarbeitenden, die mit der Vermarktung ihrer Leistungen zu tun haben, auf einen einheitlichen Raster abstützen können. Das gibt Sicherheit im Sinne «Wenn wir neue Aktionen im Markt andenken und auslösen wollen, müssen wir den vorgegebenen Raster mit Inhalt füllen». Zweifelsohne gilt: Je einfacher der Raster, desto eher kann jedermann den Raster mit Gewinn einsetzen. Und überdies: Stringentes Marketing ist leichter zu kommunizieren und wird besser verstanden.

Marketing im Raster

1. Bedarfsabklärung und Bedürfnisintensität

  • Was ist das eigentliche Kundenproblem, das wir lösen wollen?
  • Ist das Kundenproblem im Markt bereits erkannt worden?
  • Gibt es im Markt schon Lösungen dafür?
  • Wie stark manifestiert sich das Kundenproblem im Markt?
  • Lohnt es sich für uns überhaupt, eine Lösung anzubieten und zu investieren?

2. Konkurrenzanalyse

  • Welche Mitbewerber sind wichtig für uns?
  • Wie lösen diese Mitbewerber das Kundenproblem?
  • Mit welchen Argumenten treten sie im Markt auf?
  • Mit welchem Erfolg?
  • Wie ist unsere Position im Vergleich zu den relevanten Mitbewerbern?

3. Kompetenzanalyse

Wie schätzen wir unsere Kompetenz ein?

  • Know-how: Haben wir das nötige Know-how im Haus? In welchem Umfang? Müssen wir entsprechende Fachkräfte anstellen?
  • Kapazität: Ist das Know-how im Haus disponibel? Oder müssen wir die Sache «outsourcen»? Ist die Investition verkraftbar?
  • Organisation: Können wir das Kundenproblem im Rahmen der bestehenden Organisation lösen oder braucht es eine zusätzliche Organisationseinheit?
  • Risiko: Welche Risiken sind mit dem Projekt verbunden? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das Projekt zum Erfolg führen zu können?

4. Marktsegmentierung

An welche Zielgruppen richten wir uns?

  • Bestehende Kunden: Wissen wir, welche Kunden das erkannte Problem lösen wollen?
  • Potenzielle Kunden: Wie erfahren wir, welche potenziellen Kunden an einer solchen Problemlösung interessiert sein könnten?

5. Zielgruppenselektion

In welchen Kunden-Kategorien wollen wir unsere Aktion lancieren?

  • Segment A oder B oder C

6. Wettbewerbsvorteile

Welches sind unsere entscheidende Vorteile?

  • Argument 1, beispielsweise «Wir sind Marktführer in diesem Technologiesektor».
  • Argument 2, beispielsweise «Wir haben die Finanzkraft, uns in diesem Markt langfristig zu engagieren».
  • Argument 3, beispielsweise «Diese Lösung ist eine Innovation aus unserem Hause – einzigartig im Markt».

7. Hürden zum Erfolg

Welche Hürden müssen wir nehmen?

  • Interne Hürden: Welche Voraussetzungen sind wo zu schaffen? (Personal, Technologie, Räumlichkeiten, Finanzierung, internes Marketing, u.a.m.)
  • Externe Hürden: Welche Voraussetzungen müssen wir im Markt schaffen? (Strategie zur Sensibilisierung des Marktes für das Kundenproblem und zur Darstellung unserer Lösungskompetenz)

8. Beziehungsmanagement

Welche Beziehungen können wir anzapfen?

  • Interne Bezugspersonen
  • Externe Bezugspersonen

9. Umsetzung in die Praxis

Wie und mit welchem Timing realisieren wir?

  • Massnahmen
  • Zeitplan
  • Verantwortliche

10. Projekt- und Marketing-Controlling

Wie steuern und überwachen wir alles?

  • Aufgabe
  • Meilensteine
  • Zuständigkeit
  • Rapportierung