Marketing & Vertrieb

Crossmediale Wirkung

Nicht das Produkt, sondern der Nutzen ist wichtig

Mehr Website-Besucher, mehr Interessenten, mehr Kunden. Wie Unternehmen das mithilfe von online angebotenen Mehrwertleistungen erreichen, ist Gegenstand des vorliegenden Fachartikels. Dieser stützt sich auf eine aktuelle Untersuchung, die der Autor im Rahmen seiner Dissertation durchgeführt hat.
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Wann bekomme ich eine Glatze? Seit der Freischaltung des «Glatzenrechner» von Alpecin haben sich weit über eine Million Männer die Entwicklung ihrer Haarpracht vorhersagen lassen (www.alpecin.ch). Ein Riesencoup für den Haarpflegehersteller und ein schönes Beispiel dafür, wie online angebotene Mehrwertleistungen für Aufmerksamkeit sorgen können. Und genau darum geht es in einer Welt, in der die Aufmerksamkeit von Kunden und Konsumenten immer schwieriger zu bekommen ist. Schliesslich nimmt die Informationsüberflutung permanent zu, während die menschliche Informations-Verarbeitungskapazität gleich geblieben ist. Die Folge: Der Drang, Informationen zu selektieren, wird immer stärker.

Attraktivität entscheidet

Mehrwertangebote wie der Glatzenrechner, die innovativ, nützlich und/oder unterhaltend sind, können die Aufmerksamkeit potenzieller Interessenten wecken – und so für Verkauf und Umsatz sorgen. Allerdings sollte das Mehrwertangebot auf die Zielgruppe zugeschnitten werden, bevor es online angeboten werden kann. Nützliche Checklisten, Podcasts oder Onlinetests eignen sich als Mehrwertleistungen ebenso wie partizipative Formate, etwa Onlineumfragen, Live-Chats, Foren, Gewinnspiele oder sonstige interaktive Serviceangebote. Entscheidend für die Akzeptanz bei Interessenten und Kunden ist, wie attraktiv das Angebot für die Nutzer ist.

Beispiel aus der Praxis

Ist das Onlineangebot clever und pfiffig, können auch Newcomer sensationelle Erfolge einfahren, wie die K-Fee AG zeigte. Die Berliner Company platzierte auf ihrer Website www.k-fee.de Videoclips mit Adrenalin ausschüttenden Effekten, um schnell ihren Energiedrink auf Kaffee-Basis bekannt zu machen. Und das gelang mustergültig. Bis zu 100 000 Viewer pro Tag klickten die Clips an. Jeden runtergeladenen Clip leiteten User per E-Mail im Durchschnitt neun Mal weiter. Und die in den Clip integrierten Links generierten über zehn Prozent Response-Rate. Heute ist K-fee die Nummer 2 im Markt der Ready-to-drink-Kaffeegetränke nach Nestlé, aber vor Jacobs.

Porträt