Das Kundenrückgewinnungsmanagement hat zwei Zielrichtungen. Oberstes Ziel ist es, ein Maximum an profitablen verlorenen Kunden zurückzugewinnen. Daneben sollen die gewonnenen Erkenntnisse genutzt werden, um zukünftige Kundenverluste weitestgehend zu vermeiden. Diese Oberziele lassen sich weiter spezifizieren:
- Die Kundenfluktuation soll dauerhaft eingedämmt werden.
- Hohe Neuakquisitionskosten zum Ersatz verlorener Kunden sollen vermieden werden.
- Das Image als kundenfokussiertes Unternehmen soll gefestigt werden.
- Negative Mundpropaganda soll abgewendet werden.
- Dem Abwandern zugrunde liegende Mängel sollen behoben und hieraus entstehende Fehlerkosten künftig reduziert werden.
- Das Leistungsangebot soll verbessert und kundenfreundlicher gestaltet werden.
- Eine gute Basis für die «zweite Loyalität» rentabler Kunden soll gelegt werden.
Beträchtliches Potenzial
Im Ex-Kundenkreis schlummert ein beträchtliches Ertragspotenzial. Es ist nicht nur kostengünstiger, sondern häufig auch leichter, abgesprungene Kunden zurückzuholen, als Neukunden zu gewinnen. Oft waren es ja nur Kleinigkeiten, die Verärgerung und Missstimmung hervorgerufen haben. Menschen vergessen meist schnell und verzeihen gern. Viele ehemalige Kunden wären demnach bereit, einem Anbieter eine zweite Chance zu geben, würde man sie nur gebührend darum bitten, etwaige Probleme aus der Welt schaffen – und ihnen das Wiederkommen ein wenig versüssen. So ergab eine vom Marktforschungsinstitut Ciao GmbH online durchgeführte Studie zum Kundenservice in Deutschland, dass nur 12 Prozent der Befragten unter keinen Umständen zu ihrem ehemaligen Anbieter zurückkehren wollten. Das heisst im Umkehrschluss: Acht bis neun von zehn verlorenen Kunden sind rückholbar. Im Weiteren verdeutlichen die Ergebnisse den Vorrang emotionaler Aspekte. Auf die Frage «Was müsste eine Firma tun, die Sie aufgrund eines schlechten Kundenservices als Kunden verloren hat, um Sie zurückzugewinnen?», antworteten die 1000 Teilnehmer auf die vorgegebenen Möglichkeiten wie folgt:
- 28 % Beweisen, dass ich als Kunde wichtig bin.
- 24 % Beweisen, dass sich der Kundenservice verbessert hat.
- 20 % Mir einen Preisnachlass beziehungsweise eine Gutschrift anbieten.
- 12 % Nichts, ich werde nie zurückgehen.
- 7 % Die Mitarbeiter im Kundenservice besser schulen.
- 6 % Sich entschuldigen.
- 2 % Der Manager müsste mich kontaktieren.